Kasachstan weist 113,6 Tonnen belasteten Salat, Gerste und Tomaten zurück
Kasachstan stoppte Agrarlieferungen aus Iran und Russland, nachdem Quarantäneschädlinge, ein Unkraut und ein Tomatenvirus nachgewiesen worden waren. Betroffen waren 10,6 Tonnen Eisbergsalat, 100 Tonnen Speisegerste und 3 Tonnen Tomaten.
Quarantäneorganismen in drei Produktarten
Kasachstan hat mehr als 113 Tonnen Agrarprodukte vom heimischen Markt ferngehalten, nachdem Grenzkontrollen gefährliche Quarantäneorganismen ergeben hatten. Wie Kazlenta unter Berufung auf das kasachische Landwirtschaftsministerium berichtete, betrafen die Funde Eisbergsalat, Speisegerste und Tomaten aus Iran und Russland.
Die Ware wurde gestoppt, bevor sie verkauft oder innerhalb Kasachstans weiterverteilt werden konnte. Akkreditierte Labore des staatlichen Betriebs Phytosanitary bestätigten die Befunde durch phytosanitäre Untersuchungen und schufen damit die Grundlage für Maßnahmen gegen die Verantwortlichen.
Westlicher Blütenthrips in Salatlieferungen
Am Straßenübergang Temir-Baba im Gebiet Mangystau entdeckten Kontrolleure den Westlichen Blütenthrips, Frankliniella occidentalis, in einer 9,9 Tonnen schweren Lieferung Eisbergsalat aus Iran. Das Insekt gilt als Quarantäneschädling und kann zahlreiche Kulturpflanzen befallen.
Derselbe Schädling wurde am Kontrollposten Zhaisan im Gebiet Aktobe festgestellt. Dort ging es um 0,7 Tonnen Eisbergsalat aus der russischen Region Orenburg. Zusammen umfassten die beiden zurückgewiesenen Salatpartien 10,6 Tonnen und stammten aus beiden im Bericht genannten Lieferländern.
Den größten Anteil am gestoppten Volumen hatte russische Speisegerste. In drei Partien mit insgesamt 100 Tonnen fanden die Kontrolleure Kriechende Flockenblume, Acroptilon repens. Das Quarantäneunkraut gefährdet landwirtschaftliche Flächen, wenn es sich über verunreinigtes Getreide oder beigemischtes Pflanzenmaterial ausbreitet.
Zwei Quarantäneorganismen in Tomaten
Fachleute im Gebiet Aktobe untersuchten außerdem eine 3 Tonnen schwere Tomatenlieferung aus Russland. Die Tests wiesen sowohl die Südamerikanische Tomatenminiermotte Tuta absoluta als auch das Tomato brown rugose fruit virus nach. Zwei regulierte Organismen in einer Partie erhöhen das phytosanitäre Risiko, weil die Ware sowohl einen Schädling als auch eine Pflanzenkrankheit verbreiten konnte.
Die Behörden nahmen Verstöße auf und leiteten die Unterlagen an ein Gericht weiter. Gegen die Verantwortlichen wurden Geldbußen verhängt. Das Landwirtschaftsministerium nannte jedoch weder deren Höhe noch die beteiligten Lieferanten, Transporteure oder Importeure. Auch blieb offen, ob die Waren zurückgeschickt, vernichtet oder behandelt wurden.
Das Ministerium erklärte, die verstärkten phytosanitären Kontrollen regulierter Importwaren würden fortgesetzt. Für Erzeuger und Händler zeigen die Fälle, dass kleinere Frischgemüselieferungen ebenso im Labor geprüft werden wie Massengut. Auf russische Anbieter entfielen 100 Tonnen Gerste, 3 Tonnen Tomaten und 0,7 Tonnen Salat; Iran lieferte die 9,9 Tonnen Salat.
Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen beschränken sich auf die zurückgewiesenen Partien und die damit verbundenen Bußgelder, da keine umfassenderen Beschränkungen für russische oder iranische Agrarprodukte angekündigt wurden. Für Exporteure nach Kasachstan steigt dennoch das Compliance-Risiko. Saubere Produktionsstätten, Kontrollen jeder Partie und korrekte Pflanzengesundheitszeugnisse sind nötig, um Zurückweisungen und Lieferausfälle zu vermeiden.