Kasachstans Vitaminimporte steigen um 41,1 %, lokale Produktion deckt nur 1,1 %
Kasachstan importierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 242,4 Tonnen Vitamine, Provitamine und Derivate, 41,1 % mehr als im Vorjahr. Die heimische Produktion erreichte nur 2,7 Tonnen, sodass der Markt bei steigenden Apothekenpreisen fast vollständig von ausländischen Lieferungen abhängt.
Ausländische Lieferungen dominieren das Angebot
Kasachstans Importe von Vitaminen, Provitaminen und deren Derivaten stiegen von Januar bis Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr um 41,1 % auf 242,4 Tonnen, berichtet DKNews.kz. Die gesamten Ressourcen dieser statistischen Kategorie erreichten 245,1 Tonnen und lagen damit 41,3 % über dem ersten Halbjahr 2025.
Die heimische Produktion erhöhte sich zwar um 50 %, blieb wegen der niedrigen Ausgangsbasis aber bei lediglich 2,7 Tonnen. Lokale Hersteller deckten damit nur 1,1 % der verfügbaren Ressourcen. Der kräftige prozentuale Produktionszuwachs änderte folglich kaum etwas an der nahezu vollständigen Abhängigkeit von ausländischen Produzenten.
Inlandsabsatz wächst bei starken Monatsschwankungen
In den ersten sechs Monaten wurden in Kasachstan 235,8 Tonnen abgesetzt, 37,5 % mehr als im Vorjahr. Die Monatsmengen schwankten zwischen 26 und 54,9 Tonnen; die höchsten Werte entfielen auf März und Mai. Der Anstieg von Angebot und Absatz muss jedoch keinen gleich hohen Zuwachs beim Endverbrauch bedeuten, da Handelsunternehmen einen Teil der Ware eingelagert haben könnten.
Auch die Jahresdaten der jüngeren Vergangenheit zeigen einen volatilen Markt. Der Absatz stieg von 190,9 Tonnen im Jahr 2021 auf 303,3 Tonnen 2022, bevor er 2024 um 40,1 % zurückging. Im Jahr 2025 erhöhte er sich dann von 197,1 auf 446,1 Tonnen und damit auf mehr als das Doppelte. Saisonale Beschaffung kann starke Ausschläge verursachen: Im September 2025 wurden 42,5 Tonnen verkauft, fast elfmal so viel wie im Vorjahr; im November stieg die Menge auf das 3,6-Fache.
Apotheken verkaufen weniger Packungen zu höheren Preisen
Der breitere Apothekenmarkt entwickelt sich anders als die Warenströme bei Vitaminen und Derivaten. Von DKNews.kz zitierte PharmXplorer-Daten zeigen, dass der Apothekenabsatz von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln im ersten Halbjahr 2026 mengenmäßig um 16,2 % auf rund 213 Millionen Packungen sank. Der Absatz von Nahrungsergänzungsmitteln ging von etwa 33 Millionen auf 30 Millionen Packungen zurück.
Trotzdem stieg der Anteil der Nahrungsergänzungsmittel an den verkauften Packungen von 11 % im ersten Halbjahr 2024 auf 14 % im gleichen Zeitraum 2026. Wertmäßig wuchs der Einzelhandelsumsatz mit Arzneimitteln und Ergänzungsmitteln um 1,2 % von rund 404 Milliarden auf 409 Milliarden Tenge. Auf Arzneimittel entfielen 359 Milliarden Tenge und 184 Millionen Packungen beziehungsweise 88 % des Apothekenumsatzes.
Preise und Importabhängigkeit prägen den Herbst
Proxima Research International führt die Differenz zwischen sinkenden Packungszahlen und höheren Ausgaben vor allem auf Preise und einen veränderten Konsummix zurück. Der gewichtete Durchschnittspreis einer Packung Nahrungsergänzungsmittel stieg im ersten Halbjahr um 15,3 %, Arzneimittel verteuerten sich um 21,6 %. Die Studie verzeichnet zudem eine stärkere Sortimentserneuerung bei Ergänzungsmitteln, zugleich aber eine höhere Preissensibilität und einen sinkenden realen Verbrauch.
Ausländische Präparate stellten im ersten Halbjahr 2026 laut Proxima Research International wertmäßig 84–86 % und nach Packungen 66–68 % des Apothekenabsatzes. Bei Vitaminen, Provitaminen und Derivaten ist die Importabhängigkeit noch höher, da die lokale Produktion nur 1,1 % der Ressourcen deckte. Beschleunigt sich die saisonale Nachfrage im Herbst erneut, müssen Importeure fast die gesamte Zusatzmenge bereitstellen. Beschaffungszeitpunkt, Lagerbestände und ausländische Lieferbedingungen werden damit entscheidend für Verfügbarkeit und Preise.