Kasachstan steigert Exporte von Wassermelonen und Melonen aus Turkestan
Kasachstan exportierte im vergangenen Jahr mehr als 107.500 Tonnen Wassermelonen und Melonen, fast die Hälfte mehr als im Vorjahr, berichtet 24KZ. Russland bleibt ein wichtiger Absatzmarkt, während Erzeuger auch EU-Märkte ins Visier nehmen.
Ausfuhren steigen, Absatzmärkte werden breiter
Kasachstan baut seine Exporte von Wassermelonen und Melonen aus. Den größten Anteil an den Ausfuhren stellt die Region Turkestan, berichtet 24KZ. Die Ware geht nach Russland, Kirgisistan, Belarus und in die Mongolei. Branchenvertreter sehen zudem Potenzial in der Europäischen Union, insbesondere in den baltischen Staaten.
Kasachische Erzeuger exportierten im vergangenen Jahr mehr als 107.500 Tonnen Melonen und Wassermelonen. Das waren fast 50% mehr als ein Jahr zuvor. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lagen die Lieferungen nahezu beim 2,5-Fachen des entsprechenden Zeitraums 2025. Damit setzte sich das Exportwachstum bereits vor der Haupternte fort.
Trotz des Anstiegs machen Exporte höchstens 4%-5% der Gesamtproduktion aus, erklärte Bauyrzhan Akhmetayev, stellvertretender Direktor der Abteilung für Agrarindustrie und Lebensmittelwirtschaft der Unternehmerkammer Atameken. Ihm zufolge lagen die Lieferungen im vergangenen Jahr etwa 40% über dem Niveau von 2024. Weiteres Wachstum sei möglich. Die baltischen Staaten kaufen bereits jedes Jahr bestimmte Mengen und könnten wegen ihrer relativen Nähe einen praktikablen Zugang zum EU-Markt bieten.
Turkestan erwartet eine Ernte von 1,4 Millionen Tonnen
Der Produktionszuwachs konzentriert sich auf die Region Turkestan. Dort sind 42.000 Hektar mit Melonen und 20.000 Hektar mit Wassermelonen bestellt. Fachleute erwarten in diesem Jahr eine Ernte von 1,4 Millionen Tonnen. Die Betriebe streben Erträge von bis zu 400 Dezitonnen je Hektar an. Die ersten 220 Tonnen wurden bereits nach Russland geliefert.
Ein Betrieb in Turkestan hat 15 Hektar für Melonenkulturen vorgesehen. Die am 25. März gepflanzte Sorte Zarabina benötigt 65 Tage bis zur vollständigen Reife und wird überwiegend nach Russland geliefert. Der Erzeuger sagte 24KZ, die Umstellung auf Tröpfchenbewässerung habe Wasser gespart und die Erträge erhöht. Verbesserte Anbau-, Bewässerungs- und Düngemethoden sollen die Produktion steigern, ohne sich ausschließlich auf zusätzliche Flächen zu stützen.
Die gesamte Anbaufläche für Wasser- und andere Melonen überstieg in Kasachstan in diesem Jahr 83.000 Hektar, teilte das nationale Statistikamt mit. Im Vorjahr wurde eine größere Fläche ausgewiesen, damals waren jedoch Daten einzelner Landwirte enthalten, die in diesem Jahr nicht erfasst werden. 2025 erntete Kasachstan 2,5 Millionen Tonnen. Die endgültige nationale Erntemenge der laufenden Saison steht erst im Winter fest.
Importe sinken bei wachsendem Inlandsangebot
Kasachstan importiert weiterhin Wassermelonen und Melonen, überwiegend aus Usbekistan. Das Nachbarland liefert mehr als 91% der eingeführten Wassermelonen und 75% der importierten Melonen. Die gesamten Auslandslieferungen gingen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres jedoch von 16.000 auf 14.000 Tonnen zurück.
Der Exportanteil bleibt gering, weil die Erzeuger zunächst den Binnenmarkt versorgen und anschließend Überschüsse ausführen. Kasachstans Landwirtschaftsministerium unterstützt Aussaat und Ernte mit zinsvergünstigten Krediten sowie Zuschüssen für Dünger und Landtechnik. Für Erzeuger und Händler wird entscheidend sein, größere saisonale Mengen zu bewältigen, den Zugang zu Russland zu sichern und wirtschaftlich tragfähige Routen ins Baltikum und zu weiteren Märkten aufzubauen.