Kasachstan steigert Pflanzenölproduktion um 29,1 Prozent und baut Exporte aus
Kasachstan produzierte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 673.200 Tonnen Pflanzenöl, 29,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Sonnenblumenöl dominierte die Erzeugung, während die Pflanzenölexporte im ersten Halbjahr um 46,2 Prozent auf 560.600 Tonnen stiegen.
Pflanzenölproduktion wächst um fast ein Drittel
Kasachstan produzierte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 673.200 Tonnen raffiniertes und unraffiniertes Pflanzenöl, 29,1 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtet DKNews.kz. Gegenüber den 166.600 Tonnen im gleichen Zeitraum 2016 hat sich die Produktion vervierfacht. Besonders in den vergangenen drei Jahren beschleunigte sich das Wachstum.
Von Januar bis Juli 2023 lag die Produktion bei 389.900 Tonnen, 2024 stieg sie auf 427.400 Tonnen und 2025 auf 521.300 Tonnen. Sonnenblumenöl blieb 2026 das wichtigste Erzeugnis. Die Produktion von unraffiniertem Sonnenblumenöl nahm um 29,4 Prozent auf 473.100 Tonnen zu, die raffinierte Menge um 13,5 Prozent auf 104.800 Tonnen. Beide Kategorien stellten zusammen 85,8 Prozent der gesamten Pflanzenölproduktion.
Mehr Rapsöl, weniger Soja- und Baumwollsaatöl
Außerhalb des Sonnenblumensegments verzeichnete raffiniertes Rapsöl das stärkste Wachstum. Die Produktion legte um 96,2 Prozent auf 60.200 Tonnen zu und verdoppelte sich damit nahezu. Die Sojaölproduktion sank dagegen um 9,2 Prozent auf 7.900 Tonnen, die Erzeugung von Baumwollsaatöl um 29,7 Prozent auf 3.300 Tonnen.
Die höhere Verarbeitung stützt sich auf eine breitere heimische Rohstoffbasis. Kasachstan erntete 2025 die Rekordmenge von 4,9 Millionen Tonnen Ölsaaten. Für die Ernte 2026 wurde die Anbaufläche um 30 Prozent auf 5,2 Millionen Hektar erweitert.
Die Sonnenblumenfläche erreichte den Rekordwert von 2,2 Millionen Hektar. Das waren 25 Prozent mehr als im Vorjahr und 2,3-mal so viel wie 2021. Die zusätzlichen Rohstoffe schaffen für Verarbeiter Spielraum, exportorientierte Press- und Raffineriemengen weiter zu erhöhen.
Exporte wachsen schneller als die Produktion
Im ersten Halbjahr 2026 exportierte Kasachstan 560.600 Tonnen Pflanzenöl, 46,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Absatz im Inland sank dagegen um 24,5 Prozent auf 121.100 Tonnen. Heimische Produzenten deckten 85,8 Prozent der kombinierten Inlands- und Exportnachfrage, nach 82,5 Prozent im Vorjahr. Die Importe stiegen lediglich um 1,8 Prozent auf 97.100 Tonnen, wodurch ihr Anteil von 17,5 Prozent auf 14,2 Prozent zurückging.
Bei Sonnenblumenöl war die Exportorientierung noch ausgeprägter. Die Produktion stieg im ersten Halbjahr um 28,2 Prozent auf 498.500 Tonnen, die Exporte nahmen um 41,2 Prozent auf 481.000 Tonnen zu. Die Einfuhren sanken um 2,8 Prozent auf 66.300 Tonnen und der Inlandsabsatz um 28 Prozent auf 83.900 Tonnen. Der Versorgungsanteil heimischer Produzenten erhöhte sich von 85,1 Prozent auf 88,3 Prozent.
Stärkere Position in China bei steigenden Inlandspreisen
Kasachstan war 2025 der sechstgrößte Sonnenblumenölexporteur weltweit und der zweitgrößte Lieferant Chinas, berichtet DKNews.kz. Kasachische Öle und Fette werden inzwischen in mehr als 20 Länder geliefert. Von Januar bis Juni 2026 erreichten die Sonnenblumenölexporte einen Wert von 533 Millionen $, womit das Produkt zu den wichtigsten verarbeiteten Exportgütern außerhalb des Rohstoffsektors zählte.
Die höhere Produktion führte nicht zu sinkenden Einzelhandelspreisen. Pflanzenöl war in Kasachstan im August 2026 um 7,7 Prozent teurer als ein Jahr zuvor und hatte sich seit Jahresbeginn um 4,9 Prozent verteuert. Sonnenblumenöl kostete durchschnittlich 904 Tenge je Liter, wobei die Preise von 821 Tenge in Turkistan bis 1.000 Tenge in Schesqasghan reichten. Der globale FAO-Pflanzenölpreisindex stieg unterdessen im August um 0,6 Prozent auf den höchsten Stand seit Juni 2022. Treiber waren Palm- und Sojaöl, während die internationalen Preise für Sonnenblumen- und Rapsöl sanken.
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