Kasachstan plant Mais- und Sojacluster für 18,2 Milliarden Tenge
Zwei Partner wollen im Gebiet Almaty zunächst 4.400 Hektar erschließen und anschließend einen Mais- und Sojacluster für 18,2 Milliarden Tenge errichten. Das Vorhaben ist Teil eines größeren Investitionsprogramms für Bewässerung, Saatgutverarbeitung, Getreidelagerung, Geflügelhaltung und Agrarinfrastruktur.
Neuer Cluster in einem wichtigen Maisanbaugebiet
Kasachstan bereitet im Bezirk Uygur des Gebiets Almaty einen Agrarcluster für den Anbau von Mais und Sojabohnen im Wert von 18,2 Milliarden Tenge vor. Das berichtet Zol.ru unter Berufung auf die Regionalverwaltung und APK Novosti. Das Vorhaben ist als nächste Stufe eines Gemeinschaftsprojekts von AA Agro Konaev und QS Logistics Systems LTD geplant.
Die beiden Unternehmen wollen zunächst 4.400 Hektar Land erschließen und moderne Bewässerungstechnik einführen. Angaben zum Bauzeitplan, zur erwarteten Produktion, zu Verarbeitungskapazitäten und zur Finanzierung des anschließenden Clusters liegen nicht vor. Von diesen Faktoren hängt ab, wie viel zusätzliches Mais- und Sojaangebot das Projekt auf den kasachischen Markt bringen kann.
Der Bezirk Uygur gilt als eines der führenden Maisanbauzentren Kasachstans. Seine gesamte Anbaufläche überstieg 2026 rund 27.000 Hektar und nahm damit um 14 % zu. Körnermais belegte 9.000 Hektar, was 16,3 % der gesamten Maisfläche im Gebiet Almaty entspricht. Der geplante Cluster trifft somit auf eine etablierte Produktionsbasis, doch die Aufteilung der Fläche zwischen Mais und Sojabohnen ist noch offen.
Bewässerungsinvestitionen erweitern die Produktionsbasis
Dem Cluster geht ein eigenständiges Maisprojekt von Assem Kaljat voraus. Das Unternehmen hat 2.487 Hektar landwirtschaftlich nutzbar gemacht und 1,3 Milliarden Tenge investiert. Gegenwärtig werden rund 2.500 Hektar per Tröpfchenbewässerung versorgt; dafür wurden 50 Brunnen gebohrt und 303 Kilometer Hauptwasserleitungen verlegt.
Diese Anlagen verdeutlichen, welche Wasserinfrastruktur für eine Ausweitung des Pflanzenbaus im Bezirk erforderlich ist. Bewässerung kann die Produktion stabilisieren und die Flächennutzung verbessern, während Sojabohnen die örtliche Fruchtpalette erweitern würden. Für die Erschließung der 4.400 Hektar und den Cluster im Wert von 18,2 Milliarden Tenge fehlen jedoch Zielwerte zu Erträgen und Wasserverbrauch sowie Termine für die Inbetriebnahme.
Nach Angaben der Regionalverwaltung trafen sich große und kleine Betriebe auf den Flächen von Assem Kaljat, um Erfahrungen mit modernen Maisanbaumethoden auszutauschen. Die Landwirte befassten sich mit der Leistung der Bewässerungssysteme, der Saatgutauswahl, dem Anbaumanagement und Möglichkeiten zur Ertragssteigerung. Die Verwaltung sieht darin einen Weg, das Wissen größerer Betriebe an kleine und mittlere Agrarunternehmen weiterzugeben.
Dreizehn Projekte bilden ein breiteres Investitionsprogramm
Der Mais- und Sojacluster gehört zu 13 Investitionsprojekten, die im Bezirk Uygur zwischen 2025 und 2029 umgesetzt werden sollen. Ihr Gesamtwert beträgt 87 Milliarden Tenge. Das Programm umfasst Maisanbau, Produktion und Verarbeitung von Hybridsaatgut, Getreidelagerung, Geflügelhaltung und weitere Agrarinfrastruktur.
Diese Kombination könnte die Primärproduktion mit Betriebsmitteln, Lagerung und nachgelagerter Nachfrage verbinden. Kapazitäten für Hybridsaatgut könnten den Zugang zu lokal verarbeitetem Pflanzgut verbessern, während zusätzliche Getreidelager den Erzeugern mehr Spielraum beim Verkaufszeitpunkt geben würden. Geflügelprojekte könnten zudem eine lokale Nachfrage nach Futtergetreide und Sojaprodukten schaffen, doch vertragliche Verbindungen zwischen den Investitionen wurden nicht genannt.
Für Erzeuger und Getreidemarktteilnehmer wird die Umsetzung wichtiger sein als die angekündigte Investitionssumme. Der Bezirk verfügt bereits über eine bedeutende Maisfläche und neue Bewässerungsanlagen. Die wirtschaftliche Wirkung des Clusters hängt jedoch davon ab, wie schnell die 4.400 Hektar in Produktion gehen, wie sie auf beide Kulturen verteilt werden und ob gleichzeitig Lager- oder Verarbeitungskapazitäten entstehen. Exportziele, Handelsmengen und Preisprognosen wurden nicht veröffentlicht.