Kasachstans Markt für die neue Ernte entsteht: Weichweizen soll zurückgehalten werden
Kasachstans Käufer von Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten warteten Anfang August auf klarere Erntesignale. Analysten empfehlen, Weichweizen vorerst zurückzuhalten, Sonnenblumenkerne und Hülsenfrüchte zu verkaufen und andere Kulturen schrittweise zu vermarkten.
Käufer warten auf klarere Erntesignale
Kasachstans Landwirtschaftsministerium veröffentlichte zum 10. August 2026 einen Marktbericht und eine Prognose für Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchte, während sich der Markt für die neue Ernte erst zu bilden begann. Wie Zol.ru unter Berufung auf APK Novosti berichtet, bezeichneten Analysten des Forschungsbüros Getreide und Ölsaaten. Kasachstan die Lage als niedrigen Ausgangspunkt. Importeure und inländische Verarbeiter hielten sich demnach mit Käufen zurück.
Mit dem Fortschritt der Ernte und dem physischen Eingang größerer Mengen in den Silos dürften die Preisindikationen belastbarer werden. Anfang August blieben die Preise deshalb überwiegend stabil, abgesehen von kleineren lokalen Korrekturen. Die Empfehlungen unterscheiden sich je nach Kultur: Weichweizen vorerst nicht verkaufen, Gerste und Hartweizen schrittweise vermarkten, Sonnenblumenkerne und Hülsenfrüchte zeitnah abgeben und bestimmte Ölsaaten nur bei finanziellem oder betrieblichem Bedarf verkaufen.
Verkaufsstopp für Weichweizen empfohlen
Das Büro gab für das gesamte Weichweizensortiment eine Stopp-Empfehlung aus. Weizen der Klasse 3 mit einem Klebergehalt von 28+ kostete durchschnittlich 117 Tenge je Kilogramm, 2 Tenge mehr als in der Vorwoche. Das prognostizierte Potenzial liegt bei 145 Tenge. Weizen der Klasse 3 mit einem Klebergehalt bis 25 stieg ebenfalls um 2 Tenge auf 106 Tenge, während die Qualität bis 23 unverändert bei 101 Tenge lag.
Weizen der Klassen 4 und 5 wurde zu 90 Tenge je Kilogramm gehandelt; Klasse 4 verlor innerhalb einer Woche 5 Tenge. Nach Einschätzung der Analysten liegen die aktuellen Weichweizenpreise nahe einem lokalen Tief, weshalb Erzeuger den Höhepunkt des Erntedrucks abwarten sollten. Für Hartweizen und Gerste gilt die weniger restriktive Empfehlung, nach Bedarf zu verkaufen. Hartweizen notierte bei 93–106 Tenge je Kilogramm. Je nach Proteingehalt von 14+ oder 15+ reicht die obere Prognose von 120 bis 140 Tenge.
Schwächere Preisaussichten für Sonnenblumenkerne und Hülsenfrüchte
Der Markt für Ölsaaten und Hülsenfrüchte kam früher in Bewegung, erste Angebote der neuen Ernte lagen bereits vor. Im Gebiet Kostanai begannen die Verkäufe neuer Sonnenblumenkerne bei 220.000–225.000 Tenge je Tonne einschließlich Mehrwertsteuer. Der aktuelle Referenzpreis lag bei 221 Tenge je Kilogramm, die erwartete Spanne bei 180–240 Tenge. Gelbe Erbsen kosteten 85 Tenge, rote Linsen 112 Tenge und grüne Linsen 110 Tenge je Kilogramm. Erbsen und Linsen verloren binnen einer Woche 15 Tenge. Da kurzfristig kein kräftiger Preisanstieg erwartet wird, empfehlen die Analysten den Verkauf.
Andere Ölsaaten sollen schrittweise vermarktet werden. Leinsaat wurde mit 203 Tenge je Kilogramm bewertet, Raps mit 225 Tenge, Saflor mit 178 Tenge, Sojabohnen mit 193 Tenge und weiße Senfsaat mit 215 Tenge. Die prognostizierten Obergrenzen liegen bei 230 Tenge für Leinsaat, 250 Tenge für Sojabohnen und 260 Tenge für Senf. Die veröffentlichten Preise sind gewichtete Durchschnittswerte am Silo oder im Eisenbahnwaggon einschließlich Mehrwertsteuer. Region, Klasse, Feuchtigkeit, Besatz und Lieferbedingungen können erhebliche Abweichungen verursachen. Lagerkapazität, Qualität und Logistik bleiben daher mit wachsender Ernte entscheidend für die Vermarktung.