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Kasachstans Kohleexporte steigen um 5 Prozent und verlagern sich nach Europa und Asien

Kasachstan exportierte von Januar bis Mai 2026 12,6 Millionen Tonnen Kohle, 5 Prozent mehr als im Vorjahr, obwohl die Produktion um 1,8 Prozent sank. Die Lieferungen in die Niederlande, nach Malaysia, Polen und Usbekistan stiegen kräftig, während Russland und Indien weniger kauften.

Kasachstans Kohleexporte steigen um 5 Prozent und verlagern sich nach Europa und Asien

Exporte wachsen trotz geringerer Produktion

Kasachstan hat seine Kohleexporte in den ersten fünf Monaten 2026 trotz sinkender Inlandsproduktion erhöht, berichtete Lada.kz unter Berufung auf LS. Von Januar bis Mai exportierte das Land 12,6 Millionen Tonnen und damit 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Lieferanten erzielten daraus Einnahmen von 300 Millionen $.

Die Produktion von Steinkohle einschließlich Braunkohle und Kohlekonzentrat belief sich im selben Zeitraum auf 45 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Förderung um 1,8 Prozent. Die gegenläufige Entwicklung zeigt, dass der Export einen größeren Anteil des verfügbaren Angebots beanspruchte.

Aus dem gemeldeten Volumen und Erlös ergibt sich ein durchschnittlicher Exportwert von rund 23,8 $ je Tonne. Dabei handelt es sich um eine grobe Berechnung und nicht um einen notierten Marktpreis, da die Gesamtdaten verschiedene Kohlesorten, Ziele und Lieferbedingungen umfassen.

Europäische und asiatische Ziele gewinnen Volumen

Den stärksten relativen Zuwachs verzeichneten die Lieferungen in die Niederlande. Sie stiegen auf das 11,3-Fache und erreichten 477.900 Tonnen. Malaysia kaufte 724.800 Tonnen und damit das 6,3-Fache der Vorjahresmenge. Polen steigerte seine Einfuhren kasachischer Kohle auf das 1,7-Fache beziehungsweise 2,3 Millionen Tonnen, während die Lieferungen nach Usbekistan auf das 1,6-Fache und 916.600 Tonnen zunahmen.

Auch die Türkei erhöhte ihre Käufe um 12,8 Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen. Deutschland, Kroatien, Georgien und Aserbaidschan kamen von Januar bis Mai 2026 als Absatzmärkte hinzu. Laut Quelle hatte Kasachstan im entsprechenden Vorjahreszeitraum keine Kohle in diese Länder exportiert.

Andere Routen verloren deutlich an Volumen. Indien hatte von Januar bis Mai 2025 noch 685.400 Tonnen gekauft und zu den fünf größten Abnehmern gehört, erhielt in den ersten fünf Monaten 2026 jedoch nur 70 Tonnen. Die Lieferungen nach Kirgisistan sanken um 31,3 Prozent auf 170.600 Tonnen. Die Exporte nach Italien verringerten sich auf ein 2,1stel und 56.800 Tonnen, jene nach Lettland auf ein 4,7stel und 28.600 Tonnen.

Russland blieb der größte Abnehmer, allerdings beziehen sich dessen Zahlen auf sechs statt auf fünf Monate wie bei den anderen Zielen. Nach Angaben von Lada.kz lieferte Kasachstan innerhalb eines Halbjahres 6,3 Millionen Tonnen nach Russland, 12 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum. Die Quelle berichtete außerdem von geringeren Käufen Russlands, Chinas und Indiens, nannte für China aber kein Volumen.

Inlandspreise und Jahresziele steigen

Im Juni 2026 stiegen die Kohlepreise in Kasachstan. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes erreichte der Erzeugerpreis für Steinkohle 10.800 Tenge je Tonne, 4,3 Prozent mehr als im Vormonat. Braunkohle verteuerte sich um 3,2 Prozent auf 7.600 Tenge je Tonne.

Die Regierung erwartet für das Gesamtjahr eine deutliche Produktionssteigerung. Der stellvertretende Energieminister Yerlan Akbarov hatte erklärt, Kasachstan wolle 2026 insgesamt 128,9 Millionen Tonnen Kohle fördern und 29,5 Millionen Tonnen exportieren. Bis 2030 plant das Land zudem ein nationales Entwicklungsprojekt für die Kohleverstromung mit geschätzten Mindestkosten von 7,5 Billionen Tenge. Um die Jahresziele zu erreichen, müsste die Förderung nach dem Rückgang um 1,8 Prozent von Januar bis Mai deutlich anziehen. Zugleich müssen sich die Exporteure auf eine spürbar veränderte Abnehmerstruktur in Europa und Asien einstellen.

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