Kasachstan erweitert Maisfläche in Schambyl um 7.400 Hektar für Fufeng-Werk
Das Gebiet Schambyl erweitert seine Körnermaisfläche um 7.400 Hektar, um das geplante Verarbeitungswerk der Fufeng Group zu versorgen. Die erwarteten 179.200 Tonnen liegen deutlich unter der anfänglichen Jahreskapazität von 500.000 Tonnen.
Maisfläche wächst auf 25.600 Hektar
Das kasachische Gebiet Schambyl hat seine Anbaufläche für Körnermais um 7.400 Hektar auf 25.600 Hektar vergrößert, um eine lokale Rohstoffbasis für neue Verarbeitungskapazitäten aufzubauen. Nach Angaben der regionalen Landwirtschaftsbehörde sollen auf diesen Flächen rund 179.200 Tonnen Mais geerntet werden, berichtet Agrarny Sektor.
Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion steht in direktem Zusammenhang mit einem industriellen Investitionsprojekt im Süden des Landes. Der Mais soll einen Komplex des chinesischen Unternehmens Fufeng Group zur tiefen Verarbeitung versorgen. Die regionalen Behörden erwarten, dass das Werk den Landwirten einen stabilen Absatzkanal bietet und den weiteren Ausbau von Anbau und Verarbeitung fördert.
Anfangsbedarf übersteigt die erwartete Ernte
Das Fufeng-Projekt wird mit 800 Milliarden Tenge bewertet. Die erste Ausbaustufe soll 2026 anlaufen und jährlich bis zu 500.000 Tonnen Mais verarbeiten können, meldet Agrarny Sektor. Dieser Durchsatz ist fast dreimal so hoch wie die erwartete Ernte auf den derzeitigen 25.600 Hektar.
Die Differenz ist die zentrale Rohstofffrage des Projekts. Selbst wenn die Ernteprognose von 179.200 Tonnen erreicht und die gesamte Menge an das Werk geliefert würde, wären nur rund 36 % der anfänglichen Jahreskapazität gedeckt. Tatsächlich dürfte ein Teil des Maises weiterhin an bestehende Abnehmer gehen, wodurch die Beschaffungslücke größer ausfallen könnte.
Aus den veröffentlichten Zahlen ergibt sich ein durchschnittlicher Ertrag von 7 Tonnen je Hektar. Bei diesem Ertrag wären rund 71.400 Hektar nötig, um 500.000 Tonnen zu liefern, sofern die gesamte Ernte an den Komplex ginge. Das ist eine Modellrechnung auf Grundlage der gemeldeten Fläche, Ernte und Kapazität, kein offiziell angekündigtes Flächenziel.
Landwirte erhalten einen großen inländischen Käufer
Für die Erzeuger kann die Investition die Abhängigkeit von zersplitterten Absatzwegen verringern, da sie Nachfrage bei einem großen industriellen Verbraucher bündelt. Ein Bedarf von bis zu 500.000 Tonnen jährlich kann zusätzliche Aussaaten fördern. Entscheidend bleibt jedoch, ob die Ankaufspreise Saatgut, Dünger, Bewässerung, Ernte und Transport decken.
Auch der Standort spielt eine wichtige Rolle. Mais ist voluminös, und mit zunehmender Transportentfernung verschlechtert sich die Wirtschaftlichkeit der Belieferung eines Verarbeitungswerks. Kann die lokale Produktion nicht schnell genug steigen, dürfte Fufeng daher zusätzlich Mais aus anderen Anbaugebieten beschaffen müssen.
Das Projekt verbindet chinesische Industrieinvestitionen mit Kasachstans Ziel, mehr Agrarrohstoffe im Inland zu verarbeiten. Die Quellen nennen weder die geplanten Endprodukte noch den Stand der Inbetriebnahme oder Details zu Lieferverträgen. Diese Angaben sowie die weitere Entwicklung von Fläche und Ertrag werden darüber entscheiden, ob das Werk seine angegebene Kapazität der ersten Stufe erreicht und wie stark es den regionalen Maismarkt verändert.