Kamerun steigt bei Kautschuk, Kakaomasse und Bananen trotz Exportrückgang
Kamerun verbesserte 2025 seine Weltrangplätze bei Naturkautschuk, Kakaomasse und Bananen, obwohl die gesamten Exporterlöse um 5,2 % und die Mengen um 10,7 % sanken. Kakaomasse verzeichnete den klarsten Zuwachs, während abweichende Datensätze die Bewertung von Kautschuk und Bananen erschweren.
Bessere Rohstoffränge bei schwächerem Gesamtexport
Kamerun rückte 2025 in den weltweiten Exportranglisten für Naturkautschuk, Kakaomasse und Bananen jeweils um einen Platz vor, wie aus dem Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der kamerunischen Wirtschaft hervorgeht. Das Land belegte Rang sieben bei Naturkautschuk, Rang sechs bei Kakaomasse und Rang 12 bei Bananen. 2024 waren es die Plätze acht, sieben und 13 gewesen. Bei Kakaobutter blieb Kamerun auf Rang neun.
Die besseren Platzierungen fielen in ein Jahr mit schwächeren Gesamtexporten. Das nationale Statistikinstitut INS bezifferte die Exporterlöse 2025 auf 3,084 Billionen CFA-Franc. Das waren 168,1 Milliarden CFA-Franc beziehungsweise 5,2 % weniger als 2024. Das gesamte Exportvolumen sank um 10,7 %.
Der Rückgang erfasste nicht alle Warengruppen. Ohne Rohöl stieg der Exportwert um 5,7 %, ohne Kohlenwasserstoffe um 9,8 %. Mehrere Branchen außerhalb des Ölsektors expandierten somit, waren aber nicht groß genug, um den Rückgang des gesamten Außenhandels auszugleichen.
Kakaomasse liefert das deutlichste Wachstum
Unter den drei höher eingestuften Produkten zeigte Kakaomasse die stärkste reale Entwicklung. Der Wettbewerbsausschuss bewertete die Exporte 2025 mit 442,5 Millionen €, entsprechend rund 290,3 Milliarden CFA-Franc. 2024 waren es 320,2 Millionen € beziehungsweise etwa 210 Milliarden CFA-Franc. Damit stieg Kamerun weltweit vom siebten auf den sechsten Platz.
Die INS-Daten nennen einen anderen Exportwert, bestätigen jedoch den Anstieg von Menge und Erlös. Die Ausfuhren von Kakaomasse wuchsen um 19,1 %, von 61.527 auf 73.261 Tonnen. Ihr Wert erhöhte sich um 24,4 %, von 210,05 Milliarden auf 261,34 Milliarden CFA-Franc. Der durchschnittliche Exportwert stieg um etwa 4,5 %, von rund 3.414 auf 3.567 CFA-Franc je Kilogramm. Haupttreiber des Erlöszuwachses war damit die höhere Menge.
Bei Kakaobutter verlief die Entwicklung anders. Kamerun blieb auf Rang neun, während der Wettbewerbsbericht die Exporte 2025 mit 470,1 Millionen € bewertete. Laut INS sank die Menge um 13,4 %, von 24.819 auf 21.494 Tonnen. Der Exportwert stieg dennoch um 16,5 %, von 99,24 Milliarden auf 115,57 Milliarden CFA-Franc. Höhere Stückwerte glichen damit das geringere Volumen aus.
Kautschuk- und Bananendaten bleiben widersprüchlich
Der Wettbewerbsausschuss bezifferte die Naturkautschukexporte auf 23 Millionen € beziehungsweise 15,1 Milliarden CFA-Franc, nach 20,7 Millionen € oder rund 13,6 Milliarden CFA-Franc im Vorjahr. Die INS-Zolldaten zeigen dagegen einen Rückgang der Rohkautschukexporte um 6,1 %, von 46,29 Milliarden auf 43,46 Milliarden CFA-Franc. Die Menge sank um 12,8 %, von 58.067 auf 50.631 Tonnen. Unterschiede bei Produktabdeckung und Datenquellen verhindern einen direkten Abgleich.
Auch bei Bananen weichen die Angaben voneinander ab. Der Wettbewerbsbericht bewertete die Exporte mit 251,4 Millionen € beziehungsweise rund 164,9 Milliarden CFA-Franc, leicht unter den 252,6 Millionen € von 2024. Das INS erfasste 218.518 Tonnen Bananen einschließlich Kochbananen, 10,2 % weniger als im Vorjahr. Der Zollwert sprang dagegen um 84,7 %, von 36,67 Milliarden auf 67,72 Milliarden CFA-Franc. Assobacam, das die Dessertbananen der Branchenproduzenten erfasst, meldete einen Mengenanstieg um 7 % auf 225.345 Tonnen.
Kamerun verbesserte sich unter den weltweiten Exportländern von Rang 116 auf Rang 114. Sein geschätzter Anteil am Weltexport stieg von 0,002 % auf 0,003 %. Innerhalb Afrikas fiel das Land jedoch um zwei Plätze auf Rang 21 und stellte etwa 1 % der kontinentalen Exporte. Bei verarbeiteten Waren blieb es auf Rang 103 für grundlegende Industrieerzeugnisse und Rang 131 für verarbeitete Lebensmittel. Die Fortschritte von 2025 konzentrierten sich somit auf wenige Rohstoffsegmente und erfassten nicht die gesamte Exportwirtschaft.