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Kameruns Kakaoverarbeitung sinkt bei knapperem Bohnenangebot um 13%

Kamerun verarbeitete in der Saison 2025-26 insgesamt 95.946 Tonnen Kakaobohnen, 13,08% weniger als im Vorjahr. Da vermarktete Produktion und Bohnenexporte stärker sanken, stieg der Verarbeitungsanteil auf 38,7%.

Kameruns Kakaoverarbeitung sinkt bei knapperem Bohnenangebot um 13%

Verarbeitung fällt unter 100.000 Tonnen

Kameruns Verarbeiter bearbeiteten in der Saison 2025-26 insgesamt 95.946 Tonnen Kakaobohnen, ein Rückgang um 13,08%, wie die nationale Kakao- und Kaffeebehörde ONCC mitteilte. Das waren 14.442 Tonnen weniger als die 110.388 Tonnen von 2024-25. Damals hatte das Land erstmals mehr als 100.000 Tonnen verarbeitet.

Der Rückgang fiel in eine Saison mit einem deutlich kleineren Marktangebot. Die vermarktete Kakaoproduktion sank um 20% von 309.518 auf 247.914 Tonnen, während die Ausfuhr unverarbeiteter Bohnen um 34,7% auf 125.469 Tonnen zurückging. Die Endbestände stiegen dagegen von 13.947 auf 40.447 Tonnen. Konkrete Gründe für die geringere Verarbeitung nannte das ONCC nicht.

Verarbeiter gewinnen Anteil an einem kleineren Markt

Trotz des niedrigeren Volumens entfielen auf industrielle und handwerkliche Verarbeiter zusammen 38,7% der vermarkteten Produktion, nach 35,7% in der Vorsaison. Der höhere Anteil bedeutet keine absolute Ausweitung der heimischen Verarbeitung. Er entstand, weil die vermarktete Produktion stärker schrumpfte als das Verarbeitungsvolumen.

Das ONCC beziffert Kameruns installierte industrielle Verarbeitungskapazität auf 140.000 Tonnen. Eine genaue Auslastungsquote lässt sich nicht berechnen, weil die insgesamt verarbeiteten 95.946 Tonnen sowohl industrielle als auch handwerkliche Betriebe umfassen. Die Lücke zwischen installierter Industriekapazität und Rohstoffzufuhr unterstreicht jedoch die Bedeutung der Bohnenverfügbarkeit, während Unternehmen neue Linien errichten oder planen.

Industrielle Lieferungen bleiben stark konzentriert

Drei Unternehmen erhielten 91,2% der an Industrieanlagen gelieferten Bohnen. Auf SIC Cacaos, die kamerunische Tochtergesellschaft von Barry Callebaut, entfielen 41,8%, auf Neo Industry 29,3% und auf Atlantic Cocoa 20,1%. SIC Cacaos investierte 2015 insgesamt 4,8 Milliarden CFA-Franc in Anlagen, um die Jahreskapazität von etwa 32.000 auf 50.000 Tonnen zu erhöhen. Das Werk von Neo Industry in Fondjomoko verfügt laut Unternehmensangaben über 32.000 Tonnen Kapazität.

Atlantic Cocoa startete am 27. Juni 2025 ein Erweiterungsprojekt, das die Jahreskapazität des Werks in Kribi von 48.000 auf 64.000 Tonnen anheben soll. Öffentlich verfügbare Angaben bestätigen weder die Fertigstellung noch die Verfügbarkeit der zusätzlichen Kapazität in der Saison. Africa Processing eröffnete am 28. November 2025 ein zweites Werk in Ngolambélé, veröffentlichte aber weder Kapazität noch Investitionssumme. Der Bau des auf 32.000 Tonnen ausgelegten Werks von Samen Industry in Baré-Bakem begann am 27. Februar 2026; im Berichtszeitraum befand es sich noch im Bau.

Der Rückgang belastet die Perspektive höherwertiger Exporte

Die rückläufige Verarbeitung folgt auf Fortschritte Kameruns bei Exporten verarbeiteter Kakaoerzeugnisse. Business in Cameroon zitierte einen Bericht des Wettbewerbsausschusses im Wirtschaftsministerium, wonach das Land 2024 weltweit Rang sieben bei Kakaomasse und Rang neun bei Kakaobutter belegte. Die Einstufung betrifft jedoch das Kalenderjahr und zeigt nicht Kameruns Position nach dem Rückgang von 2025-26.

Für die Verarbeiter entscheidet nun das Verhältnis zwischen vorhandener Kapazität und den Bohnenmengen, die heimische Werke tatsächlich erreichen. Vermarktete Produktion, Verarbeitung und Rohbohnenexporte gingen zurück, während die Bestände zunahmen. Ohne aktuellere Handelsdaten und Betriebsangaben zu den Erweiterungsprojekten bleibt offen, ob sich der höhere Verarbeitungsanteil halten und in größere Exporte von Kakaomasse, Kakaobutter und anderen höherwertigen Produkten umsetzen lässt.

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