Kameruns Kakaoexporterlöse sinken wegen geringerer Mengen und Preise um 63%
Kameruns Erlöse aus dem Export roher Kakaobohnen sanken in der Saison 2025-26 um 63%, nachdem die Lieferungen um 34,7% und die FOB-Preise deutlich zurückgegangen waren. Eine niedrigere vermarktete Produktion und nahezu verdreifachte Endbestände erhöhten den Druck, während drei Exporteure 70,3% der Lieferungen kontrollierten.
Exportwert fällt um 673 Milliarden CFA-Franc
Kameruns Einnahmen aus dem Export roher Kakaobohnen sind in der Saison 2025-26 um 63% gesunken, nachdem sowohl die Liefermengen als auch die internationalen Preise stark zurückgegangen waren. Business in Cameroon berichtete unter Berufung auf Daten des Nationalen Kakao- und Kaffeerats ONCC, dass die Saison offiziell am 15. Juli 2026 endete.
Das Land exportierte 125.469 Tonnen rohe Kakaobohnen. Das waren 66.543 Tonnen beziehungsweise 34,7% weniger als die 192.012 Tonnen der Vorsaison. Der Wert der über den Hafen Douala ausgeführten Ware sank von 1,07 Billionen auf 400,9 Milliarden CFA-Franc, ein Rückgang um 673 Milliarden CFA-Franc. Die Einnahmen schrumpften damit wesentlich stärker als die physische Exportmenge.
Niedrigere Preise verstärkten die Wirkung der geringeren Mengen. Nach Angaben des ONCC lagen die FOB-Preise für Kakao in Douala 2025-26 zwischen 1.520 und 3.110 CFA-Franc je Kilogramm, nach 3.808 bis 7.536 CFA-Franc in der Saison 2024-25. Business in Cameroon bezifferte den Rückgang der Preisspanne zwischen beiden Saisons auf etwa 58% bis 60%.
Produktion sinkt, während die Bestände steigen
Die vermarktete Kakaoproduktion ging um 19,9% von 309.518 auf 247.914 Tonnen zurück. Dadurch standen weniger Bohnen für Einkauf und Export zur Verfügung. Der ONCC nannte keinen konkreten Grund für den starken Rückgang der Exportlieferungen. Gleichzeitig sank die im Inland verarbeitete Bohnenmenge um mehr als 15%.
Die Endbestände haben sich unterdessen von 13.946 auf 40.446 Tonnen nahezu verdreifacht. Der Anstieg der übertragenen Vorräte um 26.500 Tonnen zeigt, dass die niedrigeren Exporte nicht allein durch den Produktionsrückgang zu erklären sind. Für Lieferanten, Verarbeiter und Händler bedeutet die Kombination aus geringerem vermarkteten Angebot und höheren Beständen, dass am Saisonende mehr Bohnen unverkauft oder unverschifft blieben.
Drei Exporteure kontrollieren 70,3% der Lieferungen
Telcar Cocoa eroberte mit 40.631 Tonnen beziehungsweise 32,4% der landesweiten Menge den ersten Platz unter Kameruns Kakaoexporteuren zurück. Das von Kate Fotso geführte Unternehmen hatte 2024-25 nach dem Ende seiner Partnerschaft mit dem US-Rohstoffhändler Cargill 30.497 Tonnen exportiert und einen Marktanteil von 15,7% erreicht. Ofi Cam belegte 2025-26 mit 24.394 Tonnen oder 19,4% den zweiten Platz. Der bisherige Marktführer SBET fiel mit 23.223 Tonnen und 18,5% auf Rang drei zurück. Gemeinsam wickelten die Unternehmen 70,3% der Kakaobohnenexporte ab.
Europa blieb mit einem Anteil von 84,6% das mit Abstand wichtigste Zielgebiet, angeführt von den Niederlanden. Auf Asien entfielen 14%, auf Amerika und Afrika jeweils etwa 1%. Diese Konzentration bindet Kameruns Exportergebnis eng an die europäische Nachfrage und die Entscheidungen einer kleinen Gruppe von Exporteuren.
Vorsprung von Kakao vor Rohöl gerät unter Druck
Der Einbruch könnte die Zusammensetzung der kamerunischen Exporterlöse verändern. Nach dem vorherigen Anstieg der Weltmarktpreise überholte Kakao 2025 das Rohöl als größtes Exportprodukt des Landes. Daten des Nationalen Statistikinstituts zufolge erzeugten Kakaobohnen in diesem Jahr 26,3% der Exporterlöse, gegenüber 22,9% bei Rohöl. Nach dem Rückgang der saisonalen Kakaoerlöse um 63% dürfte es schwierig werden, diese Spitzenposition 2026 zu halten.