Kambodschanischer Duftreis unterbietet thailändischen Hom Mali um 400 US-Dollar je Tonne
Kambodschanischer Duftreis wird für rund 800 US-Dollar je Tonne angeboten, thailändischer Hom Mali für 1.200 bis 1.250 US-Dollar. Thailands Reisexporte fielen im ersten Halbjahr 2026 um 19 % auf 3,28 Millionen Tonnen, der Erlös sank um 20,51 % auf 1,911 Milliarden US-Dollar.
Kambodschanischer Duftreis wird Exportkäufern für rund 800 US-Dollar je Tonne angeboten und liegt damit etwa 400 US-Dollar unter thailändischem Hom Mali. Amerikanische Importeure verlagern ihre Aufträge entsprechend. Früher betrug der Abstand zwischen beiden Ursprüngen etwa 50 US-Dollar je Tonne. Thailands Reisexporte sanken im ersten Halbjahr 2026 um 19 %, wie Zahlen der thailändischen Reisexporteursvereinigung zeigen.
400 US-Dollar Abstand im Premiumsegment
Thailändischer Hom Mali wird derzeit mit 1.200 bis 1.250 US-Dollar je Tonne notiert, kambodschanischer Duftreis mit etwa 800 US-Dollar. Chookiat Ophaswongse, Ehrenpräsident der thailändischen Reisexporteursvereinigung, erklärte, der Wettbewerb im Duftreismarkt und besonders in den Vereinigten Staaten müsse genau beobachtet werden. Die Ausfuhren von thailändischem Hom Mali seien in den vergangenen sieben bis acht Monaten um rund 20 % gefallen, vor allem weil die thailändische Ware deutlich teurer sei als vergleichbarer Reis konkurrierender Herkünfte.
Die Höhe des Abschlags hat einige Importeure zum Wechsel auf kambodschanische Ware bewegt. In mehreren Märkten werde kambodschanischer Reis anschließend umgepackt und unter dem Namen thailändischer Duftreis verkauft, so Chookiat. Die Verschiebung setzt Thailands Marktanteil in den Vereinigten Staaten, China und Teilen Europas unter Druck.
Grenzschließungen lenken kambodschanisches Getreide um
Als einen Treiber nennt Chookiat die Schließung der Grenzübergänge zwischen Thailand und Kambodscha. Zuvor wurden jährlich rund 500.000 Tonnen kambodschanischer Rohreis nach Thailand gebracht, dort geschält und wieder ausgeführt. Mit den geschlossenen Übergängen ist dieses Geschäft unterbrochen, und kambodschanische Unternehmen haben ihre Direktexporte in Übersee-Märkte ausgeweitet, was den Preisdruck auf thailändischen Duftreis weiter erhöht.
Mengen und Erlöse geben nach
Thailand exportierte in den ersten sechs Monaten 2026 laut der Reisexporteursvereinigung 3,28 Millionen Tonnen Reis nach 4,04 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum. Der Exporterlös belief sich auf 1,911 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang um 20,51 %, umgerechnet rund 60,387 Milliarden Baht. Nach Zielmärkten fiel die Entwicklung sehr unterschiedlich aus:
- Vereinigte Staaten: wertmäßig größter Markt mit 12,489 Milliarden Baht, Menge minus 13 %
- Südafrika: zweiter Platz mit 6,247 Milliarden Baht, minus 10 %
- Malaysia: plus 201 % auf 3,908 Milliarden Baht
- Philippinen: plus 85 % auf 3,780 Milliarden Baht
- China: minus 48 % auf 2,945 Milliarden Baht
Weißer Reis unter demselben Druck
Thailändischer weißer Reis mit 5 % Bruchkorn wird mit rund 440 bis 450 US-Dollar je Tonne notiert. Vergleichbare vietnamesische Ware wird für etwa 420 US-Dollar angeboten, pakistanische für etwa 395 und indische für etwa 350. Chookiat verwies darauf, dass thailändischer Reis trotz des höheren Preises Vorteile bei Qualität und Lieferzuverlässigkeit behalte. Manche Importeure hätten weiterhin Bedenken wegen der Qualität indischen Reises und der Termintreue, während Käufer auf den Philippinen und in Malaysia thailändische Qualität schätzten und ältere indische Partien in der Regel mieden.
Chookiat erwartet, dass die Nachfrage aus den Philippinen, Malaysia und afrikanischen Märkten, insbesondere Südafrika, die thailändischen Lieferungen in den letzten Monaten des Jahres stützt und sowohl den schärferen Preiswettbewerb als auch den starken Rückgang im Irak-Geschäft teilweise ausgleicht. Ohne weitere geopolitische Rückschläge oder Turbulenzen am Weltmarkt könnten Thailands Reisexporte 2026 dem Ziel von 7 Millionen Tonnen noch nahekommen. Thailand dürfte nach Indien und Vietnam drittgrößter Reisexporteur der Welt bleiben.