Käufer registrieren 686.000 Tonnen argentinischen Mais der Saison 2026/27
Exporteure haben bereits 686.000 Tonnen argentinischen Mais der Saison 2026/27 registriert, da Käufer frühzeitig alternative Futtergetreidequellen sichern. Argentinien verfügt über wettbewerbsfähige Preise, ein großes Exportangebot und deutlich überdurchschnittliche Lagerbestände.
Verkäufe lange vor Beginn der neuen Saison
Exporteure haben bereits Verschiffungen von 686.000 Tonnen argentinischem Mais der Ernte 2026/27 registriert, berichtet Bichos de Campo. Die Meldungen erfolgen lange vor dem Start des Vermarktungsjahres im März 2027. Sie zeigen, dass internationale Käufer angesichts unsicherer Produktions- und Logistikaussichten frühzeitig Futtergetreide sichern.
In der Gesamtmenge enthalten sind 376.000 Tonnen, die im argentinischen System der eidesstattlichen Exportverkaufserklärungen DJVE für eine Verschiffung im Juli 2027 angemeldet wurden. Bichos de Campo bezeichnet diesen frühen Zeitpunkt als beispiellos. So langfristige Verpflichtungen erhöhen das Preis-, Beschaffungs- und Erfüllungsrisiko der Händler, liefern den Landwirten aber zugleich ein frühes Nachfragesignal für ihre Maisanbauplanung.
Störungen am Schwarzen Meer lenken Nachfrage um
Produktionsausfälle und ein von der Publikation als logistischer Blackout bezeichneter Stillstand am Schwarzen Meer stützen die internationalen Maispreise und treiben Käufer zur Suche nach alternativen Bezugsquellen. Die Folgen reichen über Mais hinaus, weil Importeure ihre Futterrationen je nach Preis, Qualität und Verfügbarkeit umstellen können. Sinkt die Zuverlässigkeit der Schwarzmeerversorgung, kann sich die Nachfrage zu Exporteuren mit großen Mengen und belastbaren Lieferplänen verlagern.
Argentinien ist gut aufgestellt, einen Teil dieser Nachfrage aufzunehmen. Die Getreidebörse Rosario schätzt das exportfähige Maisangebot des Landes für 2025/26 auf 43,5 Millionen Tonnen. Davon sind bereits 34,3 Millionen Tonnen registriert. Damit bleibt ein erhebliches Volumen verfügbar, während Händler schon Ware für die folgende Saison beschaffen.
Hohe Bestände stärken Argentiniens Angebot
Die Saison 2025/26 dürfte mit Beständen von 10,7 Millionen Tonnen enden, wie aus den von Bichos de Campo angeführten Zahlen hervorgeht. Das wäre mehr als das Dreifache des Fünfjahresdurchschnitts von 3,5 Millionen Tonnen. Der Bestand bietet inländischen Verbrauchern und Exporteuren einen großen Puffer, erhöht jedoch zugleich den Finanzierungs- und Lagerbedarf.
Argentinischer Mais bleibt auf dem Export-Spotmarkt wettbewerbsfähig. Die Referenzpreise frei an Bord in Rosario weisen auf Grundlage der veröffentlichten Daten des Landwirtschaftssekretariats gegenüber brasilianischem Mais in Paranaguá eine Differenz von rund 20 $ je Tonne auf. Die Quelle bezeichnet die Preise in Rosario als fest und wettbewerbsfähig, nennt aber nicht die Richtung des Preisvorteils. Für Käufer, die zwischen den beiden wichtigsten südamerikanischen Lieferländern wählen, bleibt der Vergleich relevant.
Exporteure zahlen für künftige Verfügbarkeit
Die ausgehandelten Preise zeigen, dass Exporteure derzeit keinen dringenden Bedarf an kurzfristig lieferbarem Mais haben. Ihr stärkeres Interesse gilt der physischen Beschaffung für Verschiffungen 2026/27. Die Gebote für diese Positionen liegen über der aus offiziellen FOB-Preisen abgeleiteten theoretischen Zahlungsfähigkeit. Exporteure sind demnach bereit, für die Absicherung der bereits aufkommenden Nachfrage einen Aufschlag zu zahlen.
Auch das Vortragen alter Ware in die neue Ernteperiode ist attraktiv. Bichos de Campo errechnet eine annualisierte Rendite von mehr als 13 %, verglichen mit 7,0 % bis 7,5 % Jahreszins für garantierte börsengehandelte Schuldscheine im MAV mit gleicher Laufzeit. Besitzer mit ausreichender Lager- und Finanzierungskapazität könnten Verkäufe deshalb aufschieben, statt Mais sofort anzubieten.
Für Erzeuger verbessern die frühen Registrierungen die Sicht auf die künftige Nachfrage, beseitigen aber weder Ertrags- noch Preisrisiken vor Aussaat und Ernte. Exporteure müssen ihre langfristigen Verpflichtungen mit physischer Ware und Logistik unterlegen. Internationale Käufer gewinnen eine zusätzliche Bezugsquelle, während Argentinien sein großes Angebot und seine Bestände in Marktanteile umwandeln kann, sofern die vereinbarten Mengen termingerecht geliefert werden.