K-Food-Exporteure testen nach Pariser Messe neue Produkte und traditionelle Spirituosen
Eine K-Food-Veranstaltung in Paris zog 70.000 Besucher an und diente koreanischen Anbietern als Test für weitere Produkte in Europa. Zu den möglichen Exportkategorien gehören Omija-Schaumwein und koreanische Destillate.
Pariser Besucherzahl misst Europas Interesse
Koreanische Lebensmittelexporteure testen die nächste Produktgruppe für ein mögliches Wachstum in Europa, nachdem eine K-Food-Veranstaltung in Paris 70.000 Besucher angezogen hat. Die Zahl belegt eine breite Neugier der Verbraucher. Entscheidend ist jedoch, ob die Anbieter den Messeandrang in Wiederholungskäufe, Vertriebsvereinbarungen und dauerhafte Regalplätze umwandeln können.
KFDN berichtete, die Veranstaltung solle den Auftakt für eine breitere Expansion in Europa bilden. Präsentiert wurden auch traditionelle koreanische Alkoholgetränke. Damit wird das K-Food-Angebot über Gerichte, Snacks und Zutaten hinaus auf ein Segment ausgeweitet, in dem Herkunft, Konsumanlass und Markengeschichte die Kaufentscheidung stark prägen. Für Produzenten bot die Schau direkten Zugang zu einem großen Publikum in einem der sichtbarsten europäischen Märkte für Lebensmittel und Getränke.
Traditioneller Alkohol erweitert das Exportangebot
Zu den vorgestellten Getränken gehörte ein Omija-Schaumwein. Laut KFDN war er zuvor beim Mittagessen während des Südkorea-Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im April als Getränk für den Toast ausgewählt worden. Auch koreanische Destillate wurden präsentiert, um ihre Bekanntheit zu erhöhen.
Die beiden Formate sprechen unterschiedliche Chancen an. Omija-Schaumwein lässt sich mit einem in Europa vertrauten Konsumanlass verbinden und behält zugleich eine eindeutig koreanische Zutat. Destillate treffen dagegen auf einen Markt mit etablierten Kategorien und Marken. Verkostungen, verständliche Produktinformationen und klare Servierempfehlungen sind deshalb besonders wichtig. Das bereitgestellte Material enthält keine Angaben zu Umsatz, Produktionsmenge, Preis oder Vertriebsabdeckung. Die 70.000 Besucher sind daher ein Indikator für Interesse, nicht für bestätigte Nachfrage.
Der Vertrieb entscheidet über die nächste Phase
Europa ist kein einheitlicher Verbrauchermarkt. Alkoholrecht, Steuern, Kennzeichnung, Vertriebswege und Trinkgewohnheiten unterscheiden sich von Land zu Land. Exporteure müssen herausfinden, welche Produkte den Sprung von Kulturveranstaltungen und Fachgeschäften in Restaurants, Bars und größere Handelsnetze schaffen. Importeure werden zudem eine verlässliche Versorgung, regelkonforme Verpackungen und ausreichende Margen verlangen, um in noch wenig vertrauten Kategorien Werbung zu finanzieren.
Die Pariser Schau liefert den Anbietern Verbraucherreaktionen und eine Plattform für Gespräche mit möglichen Handelspartnern. Ihr Wert hängt von den nächsten Schritten ab: lokale Listungen, Folgeaufträge und kontinuierliche Vermarktung. Traditioneller koreanischer Alkohol kann vom bestehenden Interesse an koreanischer Küche profitieren, braucht aber einen eigenen Marktzugang. Ein aus Neugier auf einer Großveranstaltung gekauftes Getränk wird nicht automatisch zum regulären Artikel in Gastronomie oder Einzelhandel.
Die 70.000 Besucher schaffen dennoch eine umfangreiche Grundlage, um Reaktionen auf unbekannte Aromen und Formate zu bewerten. In der nächsten Phase dürfte die Auswahl einzelner Produkte wichtiger sein als eine gleichförmige Offensive über alle Kategorien hinweg. Unternehmen, die Präsentation und Konsumhinweise anpassen, ohne die koreanische Identität zu verlieren, können am besten prüfen, ob die Aufmerksamkeit für K-Food dauerhafte Getränkeumsätze trägt.