Jember exportiert 90 Prozent seiner Zigarrenproduktion in fast 45 Länder
Sechs Zigarrenfabriken im indonesischen Bezirk Jember setzen rund 90 Prozent ihrer Produktion im Ausland ab und erreichen fast 45 Länder, berichtet Disway Mojokerto. Jember-Zigarren werden zudem über Duty-free-Läden in etwa 10 Ländern vertrieben, während die Bezirksverwaltung die Tabakverarbeitung und den sozialen Schutz der Anbauer vorantreibt.
Sechs Fabriken, eine exportgetriebene Struktur
Rund 90 Prozent der im indonesischen Bezirk Jember in der Provinz Ostjava hergestellten Zigarren gehen in ausländische Märkte, die Produkte erreichen fast 45 Länder, berichtet Disway Mojokerto. Im Bezirk sind sechs Zigarrenfabriken tätig. Nach Angaben der örtlichen Verwaltung hat ihre Gesamtproduktion Jember zum größten Lieferanten des indonesischen Zigarrenexports gemacht. Die Region ist bislang eher als Anbaugebiet für Blatttabak bekannt; die Exportzahlen zeigen den Versuch, in der Verarbeitungskette weiter nach vorn zu rücken, statt Rohware auszuführen.
Bezirksvorsteher Gus Fawait nannte die Zahlen am Samstag, dem 19. September 2026, bei einem Besuch des örtlichen Herstellers PT Bin Cigar. „Jember festigt seine Position als größter Lieferant für den Zigarrenexport in Indonesien. Unsere Produkte sind bereits in fast 45 Länder vorgedrungen“, sagte er laut Disway Mojokerto. Der Besuch war Teil eines Bezirksprogramms zur Förderung der Weiterverarbeitung lokalen Tabaks.
Der Bezirksvorsteher nannte die Absatzregionen der Jember-Zigarren – eine Mischung aus etablierten und schneller wachsenden Märkten:
- die Vereinigten Staaten
- der Nahe Osten
- Europa
- China
- die ASEAN-Staaten
Duty-free als zweiter Kanal
Neben regulären Exportverträgen werden Jember-Zigarren über Duty-free-Läden in etwa 10 Ländern vermarktet, berichtet Disway Mojokerto. Für eine Produktionsregion funktioniert dieser Kanal anders als die Belieferung im Rahmen von Großverträgen: Das Produkt erreicht reisende Käufer, die nach Marke und Aufmachung entscheiden, und liegt außerhalb der Einzelhandels- und Verbrauchsteuerregime, die den Tabakverkauf in den meisten Zielmärkten bestimmen.
Welche Länder die Duty-free-Listungen betreffen, nennt der Bericht nicht; ebenso fehlen Mengen- und Wertangaben für beide Kanäle. Offen bleibt auch, wie sich die fast 45 Exportziele auf die sechs Hersteller verteilen und welcher Anteil der Lieferungen auf die einzelnen genannten Regionen entfällt.
Weiterverarbeitung und Rohstoffbasis
Die Bezirksverwaltung führt das Zigarrengeschäft als Beispiel für „Hilirisasi“ an, den indonesischen Begriff für Weiterverarbeitung. Erklärtes Ziel ist, dass lokaler Tabak den Bezirk nicht mehr als Rohstoff verlässt, sondern zu Fertigprodukten mit höherer Wertschöpfung verarbeitet wird. In dieser Lesart belegen die Exportzahlen, dass die Verarbeitungskapazität im Bezirk Spielraum nach oben hat, wobei die Zigarrenfabriken als Ankerabnehmer für lokales Blatt dienen.
Die Verwaltung verwies zudem auf die Lage der Tabakbauern in der Lieferkette. Preisschwankungen, die von der Dynamik des Weltmarkts getrieben werden, zählen dem Bericht zufolge zu ihren größten Herausforderungen. Der Bezirk hat ihnen soziale Schutzmaßnahmen gewährt, darunter eine Krankenversicherung und die Arbeitnehmersozialversicherung über BPJS Ketenagakerjaan, und plant die Bereitstellung landwirtschaftlicher Betriebsmittel. Diese Maßnahmen mindern das Haushaltsrisiko, nicht die Preisvolatilität selbst; von Abnahmegarantien oder einem Preismechanismus ist keine Rede.
Mehr als Tabak
Gus Fawait erklärte, die Wirtschaft des Bezirks stütze sich nicht allein auf Tabak und Zigarren. Als weitere Waren mit bestehenden Märkten und Exportpotenzial nannte er Kaffee, Edamame und Kakao sowie Handwerksprodukte von Klein- und Kleinstunternehmen. Die Aufzählung verweist auf eine breitere Agrarexportbasis in Ostjava, Produktions- oder Lieferzahlen für diese Waren nennt der Bericht allerdings nicht.