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Japans Reisbauern geraten nach dem Wechsel vom Mangel zum Überschuss unter Preisdruck

Japans Reismarkt hat sich vor der neuen Ernte von einem Mangel- zu einem Überschussmarkt entwickelt. Alter Reis kostet mehr als neuer, während niedrigere Abschlagszahlungen der Agrargenossenschaften die Unsicherheit der Erzeuger erhöhen.

Japans Reisbauern geraten nach dem Wechsel vom Mangel zum Überschuss unter Preisdruck

Überschuss löst Knappheit ab

Japans Reisbauern gehen unter deutlich veränderten Marktbedingungen in die Ernte. Ein zuvor von Knappheit geprägter Markt sieht sich nun mit einem Überangebot konfrontiert, das für die Erzeuger die Gefahr sinkender Preise erhöht, berichtet Fuji News Network. Der Umschwung trifft die Betriebe besonders, weil sie erhebliche Mittel investieren müssen, bevor ihr endgültiger Verkaufspreis feststeht.

Zudem zeigt der Markt ein ungewöhnliches Preisverhältnis. Reis aus der alten Ernte ist derzeit teurer als neuer Reis — entgegen dem Muster, das gewöhnlich mit dem Eintreffen frischer Ware verbunden wird. Gleichzeitig kürzen die unter JA bekannten Japan Agricultural Cooperatives ihre vorläufigen Zahlungen an die Bauern. Diese Abschläge sind für die Liquidität der Betriebe wichtig, solange der endgültige Abrechnungspreis noch nicht feststeht.

Produktionskosten bestimmen die Preisuntergrenze

In Minamiuonuma, einem führenden Reisanbaugebiet der Präfektur Niigata, erwartet Landwirt Hiroshi Yamada eine Ernte etwa auf Vorjahresniveau. Er sieht eine beträchtliche Zahl von Rispen, auch wenn einige Bereiche etwas klein ausfallen und die Pflanzen insgesamt noch grün sind. Die Feldbedingungen könnten damit eine weitere nennenswerte Ernte ermöglichen, obwohl sich der Markt bereits in Richtung Überschuss bewegt.

Yamada zufolge verursachen Dünger, Kraftstoff und Pflanzenschutzmittel jedes Jahr hohe Kosten. Allein im Frühjahr erreichen die Ausgaben Beträge in Millionenhöhe, gemessen in Yen. Die jährlich schwankenden Handelspreise gefährden deshalb unmittelbar die Wirtschaftlichkeit. Unter 20.000 Yen je 60 Kilogramm könne er den Reisanbau nicht fortsetzen.

Im Jahr 2025 wurde Yamadas Reis mit JA zu 35.000-37.000 Yen je 60 Kilogramm gehandelt. Ein Erlös von 30.000 Yen je 60 Kilogramm wäre aus seiner Sicht für einen Landwirt am erfreulichsten. Er räumte jedoch ein, dass dieses Niveau eine sehr hohe Hürde darstellt und sich der Markt selten nach den Vorstellungen der Erzeuger richtet. Der Abstand zwischen seiner betrieblichen Untergrenze und dem Wunschpreis zeigt, wie schnell die Margen bei hohen Betriebsmittelkosten und sinkenden Erzeugerpreisen schrumpfen können.

Die bevorstehende Ernte erhöht den Zeitdruck

Der Zeitpunkt der Marktumkehr ist entscheidend. Die Bauern stehen nach Ausgaben für Dünger, Kraftstoff und Pflanzenschutz vor der Ernte, während geringere JA-Abschläge und drohende Preisrückgänge die Erlöse schwerer kalkulierbar machen. Ein großes und leicht verfügbares Angebot kann Käufern und Verbrauchern nutzen, verlagert den Preisdruck aber auf Erzeuger, die ihre Kosten bereits getragen haben.

Der Aufschlag für alten Reis erschwert die Geschäftsentscheidungen zusätzlich. Er zeigt, dass die Preisbildung nicht der einfachen Annahme folgt, wonach frisch geernteter Reis automatisch höher bewertet wird. Die Preisdifferenz zwischen alter und neuer Ware macht die Planung von Lagerbeständen und Beschaffung für Bauern, Genossenschaften und Käufer schwieriger.

Yamada bezeichnet die Anerkennung der Verbraucher als stärksten Antrieb: Sie bezahlen für den von ihm angebauten Reis und loben den Geschmack der neuen Ernte. Für den Betrieb ist jedoch zunächst entscheidend, ob die Erntepreise die laufenden Produktionskosten decken. Nach dem Wechsel von Knappheit zu Überschuss wird diese Frage darüber entscheiden, wie tragfähig der Reisanbau für einzelne Betriebe bleibt.

Vollständige Marktanalyse

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