Japans Pelletimporte aus Indonesien geraten wegen Entwaldung unter Druck
Japans Einfuhren indonesischer Holzpellets stiegen von 66.460 Tonnen im Jahr 2023 auf 402.310 Tonnen im Jahr 2025. Umweltorganisationen warnen, dass Lücken bei der Lieferkettenprüfung weiterhin Brennstoff aus gerodeten Naturwäldern zulassen könnten.
Lieferungen aus Indonesien steigen um mehr als 500%
Japans wachsender Einsatz importierter Biomasse gerät wegen des Verdachts unter Druck, dass die Nachfrage nach Holzpellets zum Verlust indonesischer Naturwälder beiträgt. Nach Angaben der Associated Press stiegen die japanischen Importe indonesischer Pellets um mehr als 500%: von 66.460 Tonnen im Jahr 2023 auf 402.310 Tonnen im Jahr 2025. Japan sei inzwischen der größte Abnehmer indonesischer Biomasseprodukte, erklärte Timer Manurung, Direktor der indonesischen Umweltorganisation Auriga Nusantara.
Die Entwicklung ist Teil eines breiten Wachstums des japanischen Pelletmarktes. Japan importierte 2025 die Rekordmenge von 8,64 Millionen Tonnen Holzpellets, 35% mehr als 2024, berichtete die Associated Press unter Berufung auf das Global Trade Algorithmic Intelligence Center. Das rohstoffarme Land importiert nahezu sein gesamtes Erdöl und fördert Biomassekraft als eine Möglichkeit, die Energieversorgung zu diversifizieren und Ziele für erneuerbare Energien zu erreichen.
Satellitenanalyse verbindet Produktion mit Waldverlust
Umweltorganisationen kommen anhand von Satellitenbildern zu dem Ergebnis, dass die Ausweitung der Pellet- und Hackschnitzelproduktion eine neue Entwaldungswelle in Indonesien antreibt. Betroffen sein könnten verbliebene Tropenwälder, Gebiete mit hoher Artenvielfalt und Flächen indigener Gemeinschaften. Manurung zufolge sichert die natürliche Vegetation in Konzessionsgebieten den Lebensunterhalt und die Kultur örtlicher Gruppen, darunter die isoliert lebenden Polahi. Die Untersuchung nennt außerdem Gefahren für die Lebensräume gefährdeter Arten wie Koboldmakis sowie endemischer Büffel und Schweine.
Die Associated Press hatte zuvor anhand von Satellitenbildern, Unternehmensunterlagen und indonesischen Exportdaten festgestellt, dass nahezu die gesamte Biomasse aus Wäldern, die seit 2021 für die Pelletherstellung gerodet wurden, nach Japan und Südkorea ging. In einer Konzession von Banyan Tumbuh Lestari wurden zwischen 2021 und 2024 mehr als 3.000 Hektar Wald beseitigt, wie eine von Mighty Earth bereitgestellte Satellitenanalyse ergab. Umweltverbände argumentieren, dass Naturwald als Energierohstoff die Emissionsbilanz der Biomasse untergräbt: Die Rodung entfernt kohlenstoffspeichernde Vegetation, bevor das Holz anschließend verbrannt wird.
Förderung und Sorgfaltsprüfung geraten unter Druck
Japan stellte Millionenbeträge für die Entwicklung der Biomassewirtschaft in Indonesien bereit, unter anderem für Forschung, Politikberatung und Bauprojekte, berichtete die Associated Press nach Prüfung öffentlicher Wirtschafts- und Regierungsvereinbarungen. Die Förderung neuer großer Biomasseprojekte wurde beendet. Bereits zertifizierte Anlagen können laut Katsuhiro Suzushima, Umweltforscher beim Global Environmental Forum, jedoch bis zu 20 Jahre nach Betriebsbeginn unterstützt werden.
Sayoko Iinuma, Forstexpertin und Forscherin derselben Organisation, warnte, dass Lücken in den japanischen Sorgfaltsregeln noch jahrelang Pellets mit Entwaldungsbezug in den Markt lassen könnten. Japans Forstbehörde lehnte gegenüber der Associated Press eine Stellungnahme zum Zusammenhang zwischen indonesischen Biomasseimporten und Entwaldung ab und beantwortete auch Fragen zu Schutzmechanismen nicht. Die zuständigen indonesischen Umwelt-, Forst- und Energiebehörden reagierten ebenfalls nicht. Südkorea, früher der größte Käufer indonesischer Pellets, kürzte die Biomasseförderung nach Kritik aus dem In- und Ausland deutlich. Japanischen Versorgern, Lieferanten und Investoren drohen damit strengere Herkunftsnachweise, eine genauere Überwachung einzelner Konzessionen und verschärfte Förderkriterien.