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Japans Kohleimporte steigen wegen hoher LNG-Preise um 12,9 %

Japans Kohleanlandungen stiegen um 12,9 %, weil hohe LNG-Preise die Stromversorger zum Brennstoffwechsel bewegten. Der Anstieg stand sinkenden Importen Chinas und Indiens sowie rückläufigen globalen Seetransporten im September 2026 gegenüber.

Japans Kohleimporte steigen wegen hoher LNG-Preise um 12,9 %

Japan wendet sich wieder der Kohle zu

Japans Kohleanlandungen stiegen um 12,9 %, weil äußerst hohe Preise für Flüssigerdgas die Stromwirtschaft wieder stärker zur Kohleverstromung bewegten. Das geht aus einem am 8. Oktober im American Journal of Transportation veröffentlichten Bericht des leitenden Signal-Marktanalysten Luke Nickels hervor. Die Entwicklung zeigt, wie die relativen Brennstoffkosten die Beschaffung der Versorger in einem der wichtigsten asiatischen Energieimportmärkte verändern.

Japan ist stark von eingeführten Energieträgern abhängig, darunter Lieferungen mit Bezug zum Arabischen Golf. Signal zufolge hat der Wechsel zur Kohle die Energieversorgung widerstandsfähiger gemacht. Kohle lässt sich bei einer breiteren Gruppe etablierter Seelieferanten beschaffen und direkt an Kraftwerken lagern. Das verschafft Versorgern eine Alternative, solange Gas teuer bleibt.

Der Zuwachs steht nicht für eine allgemeine Ausweitung der asiatischen Kohlenachfrage. Vielmehr entwickelten sich die größten Käufer der Region deutlich auseinander. Japan erhöhte seine Bezüge für die Stromerzeugung, während China und Indien aufgrund einer höheren heimischen Kohleförderung und einer stärkeren erneuerbaren Stromproduktion weniger importierten.

Mehr Kokskohle gleicht den Rückgang nicht aus

Nach Angaben von Signal sanken die weltweiten seewärtigen Kohleströme im September 2026 gegenüber dem Vorjahr um 6,7 % auf 115 Millionen Tonnen. In einer späteren Zusammenfassung desselben Berichts wird der Rückgang mit 6,8 % angegeben. Beide Werte zeigen dieselbe Richtung: Die Schwäche im Kraftwerkskohlehandel überwog den Anstieg bei metallurgischer Kohle.

Die Transporte metallurgischer Kohle nahmen um 13,5 % zu. Kraftwerkskohle stellte jedoch 72,8 % des gesamten Seevolumens und bestimmte damit die Marktentwicklung. Für Bergbauunternehmen, Reeder und Rohstoffhändler zeigen die Zahlen, dass die stärkere Nachfrage der Stahlindustrie den Rückgang der Kraftwerkskäufe in den zwei größten asiatischen Importmärkten nicht ausgleichen konnte.

Indiens Kohleanlandungen fielen um 14,6 %, die chinesischen um 8,0 %. Signal führte beide Rückgänge auf eine höhere inländische Förderung und eine verbesserte Erzeugung aus grünen Energiequellen zurück. Japans Plus von 12,9 % bildete somit einen deutlichen Gegentrend, der nicht durch ein geringeres heimisches Angebot, sondern durch den Kostennachteil von LNG entstand.

Oktober-Ladungen deuten auf neue Vorratskäufe

Die Kontraktion im September könnte vorübergehend sein. Signal Ocean verfolgte bereits starke Kohleverladungen mit geplanter Ankunft im Oktober, insbesondere in Indien. Das trockenere Ende der Monsunzeit ließ die Wasserkrafterzeugung stark sinken. Versorger müssen deshalb mehr Kohle verbrennen und dürften eine kräftigere Phase des Lageraufbaus einleiten.

Wegen des Ausbaus erneuerbarer Energien sollen Indiens Vorräte dennoch auf niedrigere Bestände als in früheren Jahren aufgefüllt werden. Das begrenzt das Erholungspotenzial für Exporteure. Wetterbedingte Nachfrage trifft damit auf einen längerfristig sinkenden Lagerbedarf der Stromversorger.

Auch China könnte die seewärtige Nachfrage stützen. Die heimischen Kohlepreise waren 11 Wochen in Folge gestiegen, wodurch günstigere Importware attraktiver wurde. Indonesische Anbieter konnten die Nachfrage nicht vollständig bedienen, sodass australische Ladungen am besten positioniert waren, die Lücke zu schließen. Auch die mongolischen Mengen nahmen 2026 deutlich zu, kommen jedoch über Land nach China und konkurrieren mit Seelieferanten, ohne die Frachtnachfrage zu erhöhen.

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