Japans Altpapierexporte sinken um 9,5 Prozent, während Karton- und Magazinqualitäten teurer werden
Japan exportierte im August 2026 insgesamt 154.532 Tonnen Altpapier, 9,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Während japanische Karton- und Magazinqualitäten teurer wurden, verringerte der Preisrückgang bei US-OCC den Abstand zu japanischer Ware in Vietnam fast vollständig.
August beendet ein Jahr mit Exportwachstum
Japan exportierte im August 2026 insgesamt 154.532 Tonnen Altpapier. Das waren 9,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie die japanische Fachpublikation Koshi Journal berichtet. Damit endete eine Serie jährlicher Zuwächse, die im August 2025 begonnen und bis Juli 2026 angehalten hatte.
Für Sammler, Altpapierhändler und Papierfabriken ist relevant, dass der Rückgang bei weiterhin steigenden japanischen Exportpreisen eintrat. Koshi Journal verweist auf einen Unterschied zu den USA und Europa. Dort gehen höhere Exportpreise tendenziell mit wachsenden Exportmengen einher. In Japan deuten steigende Exportpreise traditionell auf ein engeres Verhältnis von Angebot und Nachfrage hin, das die für den Versand verfügbare Menge begrenzen kann.
Karton- und Magazinqualitäten führen den Preisanstieg an
Besonders deutlich stiegen die Preise für Altkarton und Altpapier aus Magazinen. Das verfügbare Quellenmaterial nennt weder genaue Preise noch eine vollständige Aufschlüsselung der Augustexporte nach Sorte, bestätigt aber den anhaltenden Aufwärtstrend der japanischen Exportpreise. Der Rückgang des Gesamtvolumens um 9,5 Prozent lässt sich daher nicht allein als Einbruch der Auslandsnachfrage deuten. Ein begrenztes Aufkommen und festere Bedingungen im Binnenmarkt könnten das Exportangebot ebenfalls reduziert haben.
Für japanische Exporteure verändert eine kleinere Menge bei höheren Preisen das Verhältnis zwischen Tonnage und Marge. Inländische Papier- und Kartonfabriken könnten stärker um das erfasste Material konkurrieren. Ausländische Käufer müssen japanische Sorten zugleich mit Ware aus den USA und anderen Lieferländern vergleichen. Die Auswirkungen unterscheiden sich nach Sorte, da Altpapier aus Zeitungen, Kartonagen und Magazinen für unterschiedliche Faserrezepturen eingesetzt wird und keinen einheitlichen Markt bildet.
US-OCC verliert in Vietnam seinen Preisvorteil
Am deutlichsten verändert sich die Wettbewerbslage bei Altkarton. Laut Koshi Journal sind die Exportpreise für A-OCC, also amerikanische gebrauchte Wellpappverpackungen, gefallen. Gleichzeitig wurde japanisches J-OCC teurer. Dadurch ist der Preisabstand zwischen japanischem und amerikanischem OCC für Vietnam fast verschwunden. Eine genaue Differenz wurde nicht genannt.
Von der Publikation zitierte Handelsunternehmen bringen den Rückgang der A-OCC-Preise mit Chinas geplanter Verschärfung der Qualitätskontrollen für importierten Altpapierstoff ab Oktober 2026 in Verbindung. Die Quelle beziffert die erwarteten Folgen nicht und nennt keine Einzelheiten zu den Prüfregeln. Ein erschwerter Zugang zum chinesischen Markt könnte jedoch Angebote in anderen asiatischen Ländern beeinflussen, wenn Lieferanten Material umlenken oder Käufer Qualitäts- und Regelkonformitätsrisiken neu bewerten.
Regionale Käufer müssen mehr als den Preis abwägen
Vietnamesische Käufer erleben somit zwei gegenläufige Entwicklungen: Japanisches OCC wird teurer, während US-OCC günstiger wird. Bei einem nahezu verschwundenen Preisabstand gewinnen Qualität, Faserausbeute, Frachtkosten, Liefertreue und Vertragsbedingungen an Gewicht. Der Wettbewerb japanischer und amerikanischer Exporteure um vietnamesische Aufträge könnte sich verschärfen, obwohl Japans gesamtes Exportangebot offenbar knapper wird.
Der August war erst der erste Monat mit einem Rückgang nach zwölf Monaten jährlichen Wachstums und belegt daher noch keinen längerfristigen Abwärtstrend. Die nächsten Daten werden zeigen, ob es sich um eine vorübergehende Bewegung handelte oder ob höhere japanische Preise die Exportmenge weiter begrenzen. Marktteilnehmer werden zudem beobachten, wie sich Chinas Kontrollen ab Oktober auf US-Material, regionale Handelswege und die Position von J-OCC in Vietnam auswirken.