Japans Altpapier-Exportpreis erreicht mit 23,6 Yen je Kilogramm 27-Monats-Hoch
Der Kanto-Verband der Altpapierhändler hat seine Exportausschreibung für die September-Verladung bei 23,6 Yen je Kilogramm abgeschlossen, 0,50 Yen oder 2,2 Prozent über dem August-Niveau. Laut Nikkei ist das der höchste Stand seit zwei Jahren und drei Monaten, gestützt von robusten Exporten nach Asien. Der Großteil des japanischen Wellpappe-Altpapiers geht nach Taiwan und Vietnam.
Die Exportausschreibungspreise für japanisches Altpapier sind in der September-Verladerunde erneut gestiegen und haben den höchsten Stand seit zwei Jahren und drei Monaten erreicht. Die Nachfrage asiatischer Wellpappenrohpapier-Hersteller blieb robust, berichtet Nikkei.
September-Ausschreibung schließt bei 23,6 Yen je Kilogramm
Der Kanto-Verband für die Direktbelieferung mit Papierrohstoffen (Kanto Seishi Genryo Chokuno Shoko Kumiai), ein Zusammenschluss von Altpapierhändlern mit Sitz im Tokioter Bezirk Taito, setzte seinen Exportausschreibungspreis für Ladungen der September-Verladung auf 23,6 Yen je Kilogramm fest. Der Wert, der dem Einkaufspreis des Verbands entspricht, lag 0,50 Yen über der August-Ausschreibung, ein Plus von 2,2 Prozent, und war laut Nikkei der höchste seit zwei Jahren und drei Monaten. Daraus ergibt sich für die August-Verladung ein Niveau von 23,1 Yen je Kilogramm.
An der Ausschreibung nehmen Handelshäuser teil, die Altpapier aus Wellpappe (OCC) exportieren, jene Sorte, die den Großteil der japanischen Altpapierlieferungen ausmacht. Da die Auktion monatlich stattfindet und zu einem einheitlichen Preis abgerechnet wird, dient das Ergebnis als Referenz für Sammler, Sortierbetriebe und Papierfabriken weit über die Region Kanto hinaus.
Ein Monatsschritt von 2,2 Prozent ist in einem Markt erheblich, dessen Preise im niedrigen zweistelligen Yen-Bereich je Kilogramm liegen und in dem Sammler, Pressbetriebe und Exporteure mit Margen von Bruchteilen eines Yen arbeiten. Bei 23,6 Yen je Kilogramm entspricht das September-Niveau 23.600 Yen je Tonne.
Asiatische Nachfrage bleibt der Anker
Nikkei führt den Anstieg auf die anhaltende Stärke der Exporte nach Asien zurück. Der Großteil des japanischen OCC geht an asiatische Abnehmer, darunter Taiwan und Vietnam, wo Wellpappenrohpapier-Fabriken überwiegend Altpapier einsetzen.
Für diese Käufer konkurriert japanische Ware mit der Sammlung im eigenen Markt und mit Lieferungen aus anderen Exportregionen. Der Bericht behandelt allein die Ausschreibung des Kanto-Verbands und nennt keine Preise anderer Herkünfte; das September-Ergebnis ist daher eher ein Indikator für japanische Abschlussniveaus als ein regionaler Benchmark.
Eine Aufschlüsselung der September-Mengen nach Zielmärkten sowie vergleichbare Preise in anderen Währungen enthält der Bericht nicht. Die in Yen notierte Ausschreibung bleibt damit der klarste verfügbare Anhaltspunkt dafür, zu welchen Preisen japanische Ware abgesetzt wird.
Was das 27-Monats-Hoch für die Lieferkette bedeutet
Ein Ausschreibungspreis auf 27-Monats-Hoch verändert die Rechnung an mehreren Stellen der Kette:
- Exportierende Handelshäuser haben den Einkaufspreis des Verbands binnen eines Monats um 0,50 Yen je Kilogramm nach oben getrieben und damit ihre Beschaffungskosten für Ladungen nach Asien erhöht.
- Japanische Sammler und Aufbereiter erhalten einen stabileren Preisboden, da Mengen ins Ausland abfließen, wenn inländische Gebote hinter der Ausschreibung zurückbleiben.
- Inländische Papierfabriken stehen in schärferem Wettbewerb um dieselbe Ware, weil der Exportkanal einen immer sichtbareren Alternativpreis setzt.
- Wellpappenrohpapier-Hersteller in Taiwan und Vietnam tragen Faserkosten, die gegenüber dem Vormonat gestiegen sind.
Ob das Niveau hält, hängt von der Auslastung der asiatischen Wellpappenrohpapier-Fabriken ab und davon, wie weit japanische Inlandskäufer dem Exportmarkt folgen. Der nächste Test ist die Ausschreibung für die Oktober-Verladung: Sie wird zeigen, ob der September-Anstieg auf anhaltender asiatischer Nachfrage beruht oder auf einem einzelnen Monat mit knappem Angebot. Bis dahin sind 23,6 Yen je Kilogramm der höchste Preis, den der Kanto-Verband seit Mitte 2024 gezahlt hat.