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Italo bestellt 26 Siemens-Hochgeschwindigkeitszüge für Deutschland-Start

Italo hat mit Siemens Mobility einen 3-Milliarden-Euro-Vertrag über 26 Hochgeschwindigkeitszüge und 30 Jahre Instandhaltung geschlossen. Nach einer Regulierungsentscheidung will der italienische Betreiber 2028 auf zwei deutschen Fernverkehrskorridoren starten.

Italo bestellt 26 Siemens-Hochgeschwindigkeitszüge für Deutschland-Start

Flottenvertrag stützt Betriebsstart 2028

Der italienische Bahnbetreiber Italo hat mit Siemens Mobility einen Vertrag über 3 Milliarden Euro zur Lieferung von 26 Hochgeschwindigkeitszügen unterzeichnet. Damit macht das Unternehmen einen wesentlichen Schritt zum Eintritt in den deutschen Schienenpersonenfernverkehr. Laut Tagesschau umfasst die Vereinbarung außerdem eine Option auf 14 weitere Züge und einen Instandhaltungsvertrag mit 30 Jahren Laufzeit.

Die Bestellung folgt auf eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Italo den regulatorischen Weg in das stark ausgelastete deutsche Schienennetz ebnet. Der Betreiber will 2028 in Deutschland starten und trifft dort auf einen Markt, in dem die bundeseigene Deutsche Bahn derzeit rund 95% des Fernverkehrs kontrolliert. Als einzigen weiteren größeren Wettbewerber nennt Tagesschau den Münchner Reiseanbieter Flix.

Bau und Instandhaltung in Deutschland

Italo setzt auf Züge des Typs Siemens Velaro Multi System. Die Plattform ist baulich und optisch eng mit den Flotten ICE 3 und ICE 3 Neo der Deutschen Bahn verwandt. Gebaut werden die Fahrzeuge im Siemens-Werk Krefeld, die Wartung übernimmt im Rahmen des langfristigen Servicevertrags der Standort Dortmund.

Beschaffung und Instandhaltung bilden den größten Teil der für Deutschland vorgesehenen Investitionen. Italo beziffert die Gesamtkosten des Markteintritts auf rund 3,6 Milliarden Euro. Neben den Zügen und ihrer Wartung umfasst das Budget die Einstellung und Ausbildung von rund 2.500 Beschäftigten sowie Investitionen in Bahnhöfe und IT-Infrastruktur.

Italo-Chef Gianbattista La Rocca kündigte für Fahrgäste in Deutschland mehr Auswahl, häufigere Verbindungen, faire Preise und einen hochwertigen Service an. Der Umfang der Bestellung deutet auf eine dauerhafte Marktpräsenz und nicht auf einen begrenzten Testbetrieb auf einzelnen Strecken hin.

Zwei Korridore mit täglich 50 Verbindungen

Ab 2028 will Italo auf den Korridoren München–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg fahren. Das geplante Netz soll nach Unternehmensangaben 18 Städte auf 1.300 Kilometern verbinden und insgesamt 50 tägliche Verbindungen bieten.

Die Intervention der Bundesnetzagentur betrifft den Zugang zur knappen Infrastruktur. Sie verpflichtete die Bahninfrastrukturtochter DB InfraGO, auf stark genutzten und bereits ausgelasteten Streckenabschnitten künftig nicht mehr als 60% bis 75% der Kapazität an ein einzelnes Unternehmen zu vergeben. Das schafft Spielraum für Italo, beseitigt aber nicht die physischen Engpässe des deutschen Netzes.

Kapazitätsbedenken bleiben bestehen

Gewerkschaften, Fahrgastverbände und die Deutsche Bahn haben vor Folgen des zusätzlichen Wettbewerbers gewarnt. Ein weiterer Betreiber im bereits überlasteten System könnte ihrer Ansicht nach dazu führen, dass Fern- und Regionalverbindungen außerhalb der Hauptkorridore reduziert werden. Italos Markteintritt ist damit zugleich ein großer Industrieauftrag für Siemens und ein Test dafür, ob mehr Wettbewerb auf knapper Infrastruktur möglich ist.

Für Siemens Mobility sichert der Vertrag Fertigungsarbeit in Krefeld und drei Jahrzehnte Instandhaltung in Dortmund. Italo muss bis zum Start 2028 Zugauslieferung, Zulassung, Personalausbildung und Infrastrukturzugang zusammenführen. Die Option auf 14 weitere Züge ermöglicht eine Expansion, falls der Deutschland-Betrieb genügend Nachfrage erzielt und entsprechende Netzkapazität verfügbar ist.

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