Italiens Tafeltraubenexporte erreichen Rekordwert von 973 Millionen €
Italiens Tafeltraubenexporte erzielten in der Kampagne 2025 einen Rekordwert von 973 Millionen €, wie ANSA unter Berufung auf Ismea berichtet. Apulien stellte 60 % der exportierten Ware, während kernlose Sorten die Marktposition der Region stärken.
Ausfuhrwert nähert sich der Marke von 1 Milliarde €
Italiens Tafeltraubenexporte erreichten in der Kampagne 2025 einen Rekordwert von 973 Millionen € und näherten sich damit der Schwelle von 1 Milliarde €. Tafeltrauben gelten inzwischen direkt nach Äpfeln als eines der wichtigsten Güter des italienischen Obstbaus. Die Daten des Instituts für Dienstleistungen für den Agrar- und Lebensmittelmarkt Ismea wurden bei der vierten Ausgabe von Regina di Puglia vorgestellt und von ANSA veröffentlicht.
Apulien erzeugte 60 % der im Ausland verkauften Ware und bestätigte damit seine Rolle als Zentrum der italienischen Tafeltraubenbranche. In der Region sind Anbau, Verpackung und Vermarktung eng mit der Nachfrage europäischer Einzelhändler und Importeure verbunden. Dadurch wirken sich Veränderungen bei Ernte und Sorten unmittelbar auf das nationale Exportangebot aus.
Die Veranstaltung Regina di Puglia wurde von der Gemeinde Noicattaro in der Provinz Bari initiiert und vom Netzwerk Le Terre dell’Uva unterstützt. Dazu gehören auch Rutigliano, Mola di Bari, Casamassima, Castellaneta, Adelfia und Polignano a Mare. Ziel ist es, die Erzeugung bekannter zu machen und ihre kommerzielle Reichweite auszubauen.
Apulien und Sizilien verlängern die Liefersaison
Ismea führt das Exportergebnis auf die kontinuierliche Produktion in den beiden wichtigsten italienischen Anbaugebieten zurück. Sizilien liefert zwischen Mai und Juni die ersten Ernten und deckt 39 % des Marktes ab. Apulien kommt auf 55 % und hält die Ware bis zum Winteranfang verfügbar. Italienische Anbieter erhalten dadurch ein langes Vermarktungsfenster.
Auch bei der Anbaufläche liegt Apulien an erster Stelle. Die Erzeugung konzentriert sich auf die Provinzen Bari, Tarent und Barletta-Andria-Trani. Der Übergang von der frühen sizilianischen Ernte zur späteren apulischen Ware ermöglicht es Verpackern und Vermarktern, Käufer über einen großen Teil des Jahres zu beliefern, statt von einer kurzen Ernteperiode abhängig zu sein.
Die jüngste Ausgabe von Regina di Puglia zog Käufer aus acht europäischen Ländern und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Importeure aus den Niederlanden und Schweden nahmen erstmals teil. Daneben waren führende Unternehmen des organisierten Lebensmitteleinzelhandels vertreten, sodass Erzeuger und Händler direkten Zugang zu bestehenden und möglichen Absatzkanälen erhielten.
Kernlose Sorten treiben die Entwicklung
Kernlose Trauben führen das Wachstum der Branche an. Diese Sorten verbreiten sich in Apulien zunehmend und werden von Verbrauchern stärker nachgefragt. Ismea-Analyst Mario Schiano Lo Moriello erklärte unter Verweis auf Ismea-Niq-Daten, dass diese Vorliebe besonders bei italienischen Familien mit Kindern unter 16 Jahren, der Generation Alpha, sowie in Norditalien ausgeprägt sei.
Genaue Produktionszahlen liegen bislang nicht vor. Nach Schätzung eines apulischen Verbandes haben kernlose Trauben die traditionellen Sorten in der Region jedoch sowohl bei der Fläche als auch bei der Erntemenge überholt. Diese Entwicklung beeinflusst die Pflanzentscheidungen der Betriebe und die Arbeit der Verpacker, die nachfragegerechte Formate für den Einzelhandel bereitstellen.
Die geschützte geografische Angabe Uva di Puglia bietet eine weitere Möglichkeit zur Marktentwicklung. Sie ist eine von drei national anerkannten geografischen Angaben für Trauben, weist bislang aber nur geringe Mengen auf. Nach Ansicht von Schiano Lo Moriello verdient die Bezeichnung einen Platz unter den zehn führenden italienischen Obst- und Gemüseprodukten mit Herkunftsbezeichnung. Dafür muss Apulien seine Produktions- und Exportstärke in eine höhere Bekanntheit der zertifizierten Ware übertragen.