Italiens Industrieproduktion sinkt im Juni, während der Fahrzeugbau wächst
Italiens Industrieproduktion sank im Juni um 1% gegenüber Mai und um 0,6% zum Vorjahr und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Die Automobilproduktion stieg dagegen im ersten Halbjahr um 22,7% und im Juni um 10,5% gegenüber dem Vorjahr.
Juni-Produktion verfehlt die Erwartungen
Italiens Industrieproduktion ist im Juni gesunken, während die Automobilfertigung eine kräftige Erholung verzeichnete. Kalenderbereinigte Daten des Statistikamtes Istat zeigten einen Rückgang der gesamten Industrieproduktion um 1% gegenüber Mai und um 0,6% gegenüber Juni 2025, berichtete Il Messaggero.
Das Monatsergebnis fiel schwächer aus als von Analysten erwartet. Ihre Prognosen hatten auf einen Anstieg um 0,3% hingedeutet. Der Rückgang im Juni folgte auf ein weiteres negatives Monatsergebnis im Mai und zeigt, dass die Erholung des italienischen verarbeitenden Gewerbes uneinheitlich bleibt.
Über einen längeren Zeitraum entwickelte sich die Produktion günstiger. Im zweiten Quartal stieg sie gegenüber dem Vorquartal um 0,4%. Im ersten Halbjahr lag der Ausstoß um 0,5% über dem entsprechenden Zeitraum von 2025. Istat bezeichnete diesen Zuwachs als moderat.
Automobilsektor setzt sich vom Gesamttrend ab
Der Fahrzeugbau leistete einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum im ersten Halbjahr. Seine Produktion nahm um 10% zu und erreichte damit das beste erste Halbjahr seit drei Jahren. Laut Il Messaggero war zuletzt im ersten Halbjahr 2023 ein besseres Ergebnis erzielt worden.
Der Zuwachs beendete eine 2024 begonnene Schwächephase, seit der jedes Halbjahr mit einem Produktionsrückgang im Fahrzeugbau abgeschlossen hatte. Die Herstellung von Kraftwagen erholte sich noch schneller: Sie stieg im ersten Halbjahr um 22,7% und im Juni um 10,5% gegenüber dem Vorjahresmonat.
Der Fahrzeugbau gehörte im Juni mit einem Wachstum von 3,2% gegenüber dem Vorjahr zu den wenigen expandierenden Bereichen des verarbeitenden Gewerbes. Auch Computer, Elektronik und optische Erzeugnisse, Pharmazeutika sowie Nahrungsmittel legten zu. Die Energieversorgung war der einzige große Sektor, dessen Produktion sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich wuchs.
Konsumgüterindustrien bleiben unter Druck
Die Schwäche konzentrierte sich auf mehrere verbrauchernahe Branchen. Textilien, Bekleidung, Leder und Accessoires verzeichneten mit einem Produktionsrückgang von 7,1% das größte sektorale Minus. Unter den industriellen Hauptgruppen schrumpften die Konsumgüter besonders deutlich; die Produktion langlebiger Konsumgüter lag 10,7% unter dem Niveau von 2025.
Il Messaggero brachte den Rückgang bei langlebigen Gütern mit der schwachen Nachfrage der privaten Haushalte und steigenden Kosten infolge der Hormus-Krise in Verbindung, darunter höhere Ausgaben für Diesel und Energie. Der Handwerks- und Mittelstandsverband CNA erklärte, die Daten bestätigten, dass Italiens verarbeitendes Gewerbe noch keinen stabilen Wachstumspfad erreicht habe. Der monatliche Rückgang um 1%, der fast alle industriellen Hauptgruppen erfasste, habe die moderat positiven Signale der Vormonate unterbrochen. Der Verband forderte für das nächste Haushaltsgesetz einfache Maßnahmen und Verfahren zur Förderung von Investitionen kleiner Unternehmen.