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Italiens Energiekosten könnten im Herbst auf 982 Euro je Haushalt steigen

Italienische Haushalte mit indexierten Verträgen im freien Markt könnten von September bis Dezember 2026 insgesamt 982 Euro für Strom und Gas zahlen, schätzt Facile.it. Davon entfallen voraussichtlich 709 Euro auf Gas, dessen Preis durch knappe LNG-Lieferungen, geopolitische Risiken und niedrige europäische Speicherstände steigt.

Italiens Energiekosten könnten im Herbst auf 982 Euro je Haushalt steigen

Gas treibt den erwarteten Anstieg um 38 %

Italienische Haushalte mit indexierten Strom- und Gasverträgen im freien Markt könnten zwischen September und Dezember 2026 insgesamt 982 Euro ausgeben. Das geht aus einer von Today.it aufgegriffenen Schätzung von Facile.it hervor. Gegenüber den gleichen vier Monaten 2025 wären das rund 270 Euro mehr. Die damaligen Kosten lassen sich damit auf etwa 712 Euro beziffern, was einem Gesamtanstieg von rund 38 % entspricht.

Der größte Kostendruck kommt vom Gas. Facile.it erwartet für vier Monate Gasausgaben von 709 Euro, 43 % mehr als im Vorjahr. Die Stromkosten könnten 273 Euro erreichen und damit um 27 % steigen. Die Berechnung gilt für indexierte Verträge, bei denen Veränderungen der Großhandelspreise vergleichsweise schnell an die Verbraucher weitergegeben werden.

Auch die Kennzahlen des regulierten Marktes zeigen den Anstieg. Laut Arera erhöhte sich der für den Schutzdienst vulnerabler Kunden verwendete Gas-Rohstoffpreis im Juli auf 56,69 Euro je Megawattstunde, nach 47,18 Euro im Juni und 46,89 Euro im Mai. Dadurch stiegen die gesamten monatlichen Gasausgaben eines typischen Kunden im Juli um 9,7 %. Für das dritte Quartal erhöhte die Behörde zudem die Stromrechnung eines typischen vulnerablen Kunden im Tarif Maggior Tutela um 4,6 %.

Störungen in Hormus verknappen das LNG-Angebot

Arera verstärkte am 6. August ihre Überwachungseinheit, nachdem die Strompreise deutlich gestiegen waren. Der nationale italienische Einheitspreis PUN erreichte rund 207 Euro je Megawattstunde. Als Hauptursachen nannte die Behörde den anhaltenden Gasmangel auf den internationalen Märkten, den höheren Strombedarf während der Hitze sowie wetterbedingte Produktionsbeschränkungen in mehreren europäischen Ländern.

Das größte externe Risiko bleibt die Störung des Verkehrs durch die Straße von Hormus. Vor dem Krieg wurden fast 20 % des weltweiten LNG-Angebots durch die Meerenge transportiert. Von Today.it zitierte Daten von Reuters zeigen, dass Katars LNG-Exporte in sechs Kriegsmonaten um 96 % einbrachen: Statt 509 Ladungen im Vorjahreszeitraum wurden nur 18 verschifft. Mehrere für Italien bestimmte Lieferungen wurden wegen höherer Gewalt abgesagt. Die LNG- und Ölströme durch Hormus lagen weiterhin bei etwa einem Viertel des Vorkriegsniveaus.

Zusätzliche Lieferungen aus den USA haben die Ausfälle in Italien und Europa teilweise ausgeglichen, den Markt aber nicht wieder ins Gleichgewicht gebracht. Der europäische Gasreferenzpreis TTF lag im zweiten Quartal durchschnittlich 32 % über dem Vorjahresniveau. Teures Gas erhöht zugleich die Stromkosten, weil Gaskraftwerke den italienischen Strompreis wesentlich mitbestimmen, wenn erneuerbare Energien die Nachfrage nicht decken.

Speicher sichern Mengen, aber nicht die Preise

Die europäischen Gasspeicher waren Ende August zu etwa 63 % gefüllt, für diese Jahreszeit ein ungewöhnlich niedriger Wert. Italien stand mit rund 80 % besser da, während Deutschland etwa 50 % erreichte und die Niederlande noch darunter lagen. Snam hat genügend Kapazität zugeteilt, um die italienischen Speicher auf mindestens 90 % zu bringen. Das umfasst rund 17,5 Milliarden Kubikmeter bereits vorhandenes oder vertraglich gesichertes Gas. Die Reserven senken das Versorgungsrisiko, schützen Verbraucher aber nicht vor steigenden Großhandelspreisen.

Der weitere Verlauf hängt stark von Hormus und den Wintertemperaturen ab. Uniper-Chef Michael Lewis schätzte am 11. August, dass europäisches Gas bei geschlossener Meerenge 50 bis 60 Euro je Megawattstunde kosten könnte. In einem Stresstest mit stark eingeschränktem Transit bis Ende 2026 veranschlagte die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission den Gaspreis auf rund 80 Euro je Megawattstunde. Das Basisszenario vom Mai lag bei 42,2 Euro; für Öl wurden rund 180 Dollar je Barrel angesetzt.

Im Stressszenario gingen die Folgen über die Haushaltsrechnungen hinaus. Die Kommission errechnete für Europa eine um 0,3 Prozentpunkte höhere Inflation im Jahr 2026 und einen Aufschlag von 1,1 Punkten im Jahr 2027, bei einem Wachstum unterhalb des Basisszenarios. Facile.it empfiehlt Verbrauchern, Angebote vor dem Herbst zu vergleichen und die Eignung eines Festpreisvertrags zu prüfen. Im Angebotsportal von Arera lassen sich die geschätzten Jahreskosten gegenüberstellen; ein Anbieterwechsel ist ohne zusätzliche Gebühren möglich.

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