Irans Mobiltelefonmarkt droht nach fünf Monaten Importstillstand die Schließung
Die Mobiltelefonpreise im Iran stiegen im Jahr 1405 um 30 bis 80 Prozent, während die Regierung fünf Monate lang keine Linie zu Importen oder heimischer Produktion vorlegte. Ein Branchenvertreter warnte vor Risiken für 20.000 direkte und 120.000 indirekte Arbeitsplätze.
Genehmigungen für Importaufträge bleiben ausgesetzt
Irans Mobiltelefonmarkt nähert sich nach fünf Monaten ohne Regierungsentscheidung über Geräteimporte oder die heimische Produktion einer Schließung. Das berichtet das iranische Technologiemedium Peivast. Im iranischen Jahr 1405 verteuerten sich Mobiltelefone um 30 bis 80 Prozent, während Importeure keine neuen Bestellungen registrieren konnten.
Mehdi Asadi, Mitglied des Repräsentantengremiums und der Importkommission der iranischen Handelskammer, erklärte, die Preiserhöhungen seien nicht auf eine stärkere Nachfrage zurückzuführen. Als Hauptgrund nannte er die ausgesetzte Auftragsregistrierung: Importeure hätten im Jahr 1405 keine Telefone einführen dürfen. Auch zur lokalen Fertigung habe die Regierung den privaten Unternehmen keinen Plan vorgelegt.
Die wenigen Geräte, die noch in den Iran gelangen, stammen laut Asadi aus Bestellungen, die vor dem 9. Esfand registriert wurden. Diese Lieferungen laufen aus, sodass selbst große Unternehmen kaum noch Ware haben. Er bezeichnete den Markt bereits als halb geschlossen.
Ein kleinerer Markt trägt höhere Kosten
Im Jahr 1400 benötigte Irans Handymarkt 4 Milliarden $ an Devisen, bis 1403 sank der Betrag auf 1,8 Milliarden $. Asadi führte die Schrumpfung auf die wirtschaftliche Lage des Landes zurück. Verbraucher könnten ihre Geräte nicht mehr so häufig ersetzen wie früher. Käufer, die ihr Telefon mindestens alle zwei Jahre wechselten, verschieben nun den Neukauf.
Die Importeure betonen, dass sie keine subventionierten Devisen verlangen. Bis vor etwa eineinhalb Jahren erhielt die Branche günstigere Devisen über Irans zweiten Devisenmarkt. Anschließend baten die Unternehmen den Präsidenten darum, Importe mit Erlösen aus eigenen Exporten finanzieren zu dürfen. Diese Regelung blieb bis Ende 1404 die Devisenquelle für Mobiltelefonimporte.
Einige Unternehmen haben Asadi zufolge bereits exportiert und Geräte im Ausland gekauft. Sie können diese jedoch nicht in den Iran bringen, weil sich keine neuen Importaufträge registrieren lassen. Die politische Verzögerung blockiert damit Lagerbestände, die privat finanziert wurden und nicht von günstigen staatlichen Devisen abhängen.
Logistik und Komponenten erhöhen den Druck
Auch außerhalb des Registrierungssystems steigen die Kosten. Der Vorsitzende des iranischen Mobilfunkverbands erklärte, Waren könnten nicht mehr aus den Vereinigten Arabischen Emiraten versandt werden. Sie müssten zunächst in andere Länder mit besseren Beziehungen zum Iran gebracht und von dort eingeführt werden. Diese Umleitung hat die Logistikkosten um 30 Prozent erhöht.
Hinzu kommen weltweit höhere Produktionskosten. Steigende Preise für Chipsätze und Speicher hätten sich nach Angaben des Branchenvertreters mit 20 Prozent auf Mobiltelefone ausgewirkt. Zusammen mit dem eingeschränkten Angebot und der teureren Logistik trifft dies einen Markt, in dem die Kaufkraft der Haushalte bereits schwach ist.
Beschäftigungsrisiken nehmen zu
Asadi warnte, dass Unternehmen bei anhaltender Unsicherheit Personal abbauen und schließen würden. Nach seiner Schätzung sind 20.000 direkte und 120.000 indirekte Arbeitsplätze gefährdet. Betroffen wären neben Importeuren auch Händler, Einzelhändler, Logistikdienstleister und weitere Unternehmen im Verkauf und Service von Mobiltelefonen.
Die Branche verlangt vor allem die Freigabe der Auftragsregistrierung und die Nutzung eigener Exporterlöse für Importe. Ohne eine Entscheidung können Unternehmen weder Einkäufe planen noch Lager auffüllen oder beurteilen, ob die heimische Fertigung Teil der Regierungspolitik wird. Peivast zufolge betrachten Branchenvertreter inzwischen eine Schließung und nicht nur eine geringere Aktivität als realistisches Szenario.