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Irans Arzneimittelengpass verschärft sich durch steigende Preise und Lieferstörungen

Im Iran werden Krebsmedikamente, Psychopharmaka, Herz-Kreislauf-Präparate und weitere Arzneimittel knapp, während Patienten von starken Preissteigerungen berichten. Ein Sprecher des parlamentarischen Gesundheitsausschusses bezifferte die Engpässe auf rund 1.000 Arzneimittel; etwa 43 hätten ein kritisches Niveau erreicht.

Irans Arzneimittelengpass verschärft sich durch steigende Preise und Lieferstörungen

Engpässe erfassen zahlreiche Therapiegebiete

Der Arzneimittelmangel im Iran betrifft inzwischen neben Spezialtherapien auch gängige Antibiotika, Erkältungsmittel, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel, berichtet Voice of America. Patienten suchen über Tage oder Wochen mehrere Apotheken auf und erhalten häufig nur geringe Mengen oder erfahren, dass die Präparate selbst bei Großhändlern nicht verfügbar sind.

Betroffen sind Arzneimittel gegen Hämophilie, Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Mukopolysaccharidose, spinale Muskelatrophie und Krebs. Auch Psychopharmaka sind schwerer erhältlich. Bijan Kiani, Facharzt für neurologische und psychiatrische Erkrankungen, erklärte Ettelaat Online am 16. Mordad, eine Unterbrechung der Behandlung bei multipler Sklerose, Epilepsie, schwerer Depression, Schizophrenie, Krebs oder Hämophilie könne Rückfälle, Klinikaufenthalte, zunehmende Behinderungen und den Tod verursachen.

Ein Patient sagte Voice of America, eine Packung mit 28 Tabletten des Antidepressivums Asentra zu 100 Milligramm koste inzwischen 800.000 Toman und sei für ihn nicht mehr bezahlbar. Alprazolam gegen schwere Angstzustände sei seit etwa einem Monat nicht erhältlich. Ein anderer Patient mit einer Nierenerkrankung berichtete, er müsse wiederholt eine rund um die Uhr geöffnete Apotheke besuchen, um möglicherweise einige Tabletten Nitrofurantoin zu bekommen.

Lieferstörungen und Währungspolitik treiben die Kosten

Behörden nennen den Krieg, die Schließung der Straße von Hormus und die Abschaffung des bevorzugten Wechselkurses als Ursachen der Versorgungsprobleme. Salman Eshaghi, Sprecher der parlamentarischen Kommission für Gesundheit und Behandlung, erklärte am 17. Mordad, bei rund 1.000 Arzneimitteln gebe es Engpässe; etwa 43 Produkte hätten ein kritisches Niveau erreicht. Apothekenmitarbeiter und Patienten sagten Voice of America, das tatsächliche Ausmaß sei vermutlich größer.

Auch Diagnostikprodukte fehlen. Ein Apotheker im Nordosten Teherans erklärte, das CT-Kontrastmittel Visipaque 100 sei weder in Apotheken noch bei Großhändlern verfügbar. Für eine dringende Untersuchung könnten Patienten zwei Ampullen Visipaque 50 benötigen, die jeweils fast 4 Millionen Toman kosten. Ohne Versicherung kann eine kontrastverstärkte CT-Untersuchung rund 11 Millionen Toman kosten, bevor weitere Behandlungsausgaben anfallen.

Die iranische Version der Ampulle werde gewöhnlich nicht verschrieben, weil sie bei manchen Patienten allergische Reaktionen auslöse, sagte der Apotheker. Besonders stark trifft die Belastung unversicherte Beschäftigte und einkommensschwache Haushalte, die zugleich höhere Preise für alltägliche Medikamente zahlen müssen.

Fälschungen erhöhen das Risiko

Ein Apothekenverantwortlicher im Zentrum Teherans sagte Voice of America, Knappheit und starke Preissteigerungen bei Krebs- und Spezialmedikamenten hätten den Markt für Fälschungen belebt. Einige Patienten hätten außerhalb des regulierten Systems teure Arzneimittel gekauft und später festgestellt, dass echt wirkende Packungen ausgetauschte Inhaltsstoffe enthielten.

Im Ausland hergestellte Krebsmedikamente seien für viele Patienten unbezahlbar geworden, erklärte der Apothekenverantwortliche. Der Leiter der iranischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde hat sich wiederholt für die Engpässe entschuldigt; eine detaillierte Lösung wurde jedoch nicht berichtet. Eshaghi kritisierte die geplante Abschaffung des bevorzugten Wechselkurses und warnte, ihre Umsetzung im nächsten Jahr werde die Gefahr für Patienten erhöhen. Für Hersteller, Händler und Importeure bedeutet die Krise wachsenden Druck auf die Versorgung mit ausländischen Arzneimitteln, Wirkstoffen und Diagnostikprodukten sowie auf die Finanzierung. Patienten sind gleichzeitig Behandlungsunterbrechungen und unsicheren Bezugsquellen ausgesetzt.

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