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Tomatenmark im Iran verteuert sich in 40 Tagen um 57 Prozent

Der Preis für Tomatenmark im Iran stieg zwischen dem 25. Mordad und dem 4. Mehr von 210.000 auf 329.000 Toman, ein Plus von rund 57 Prozent. Verarbeiter melden weniger Rohware, während das Landwirtschaftsministerium von 6,58 Millionen Tonnen Produktion und einer ausreichenden Versorgung spricht.

Tomatenmark im Iran verteuert sich in 40 Tagen um 57 Prozent

Preisanstieg in drei Etappen

Tomatenmark hat sich im Iran innerhalb von 40 Tagen um rund 57 Prozent verteuert. Damit rücken die Verfügbarkeit von Rohware, die Preisbildung der Fabriken und die Margen der Verarbeiter in den Mittelpunkt. Hamshahri Online und Eghtesad Afarin berichten, dass der Preis vom 25. Mordad bis zum 19. Schahriwar von 210.000 auf 280.000 Toman und anschließend bis zum 4. Mehr auf 329.000 Toman stieg.

Der erste Aufschlag betrug 70.000 Toman und damit ein Drittel des Ausgangspreises. Danach kamen weitere 49.000 Toman hinzu. Über den gesamten Zeitraum erhöhte sich der Preis um 119.000 Toman; Käufer zahlten nach 40 Tagen somit rund 57 Prozent mehr.

Die Berichte nennen weder Packungsgröße und Marke noch die Handelsstufe. Auch bleibt offen, ob die Angaben repräsentative Einzelhandelspreise sind. Das erschwert Vergleiche zwischen Herstellern und Vertriebswegen. Umfang und Tempo des Anstiegs werfen dennoch die Frage auf, ob höhere Preise für Rohware die Entwicklung vollständig erklären können.

Branche und Ministerium bewerten Versorgung unterschiedlich

Der iranische Verband der Konservenindustrie erklärte in den vergangenen Wochen, Tomaten seien knapper und teurer geworden, zugleich seien die Lieferungen an Fabriken gesunken. Der Verband forderte das Ministerium für Landwirtschaftlichen Dschihad auf, die stabile Versorgung der Verarbeiter mit Rohware sicherzustellen.

Das Ministerium kam zu einer anderen Einschätzung. Die iranische Tomatenproduktion habe 6,58 Millionen Tonnen erreicht, und für die Verarbeitungsindustrie bestehe kein Versorgungsproblem. Die Quellen liefern jedoch weder eine regionale Aufschlüsselung der Ernte noch Zahlen zur Fabrikannahme oder zum Bedarf der Verarbeiter. Daher lässt sich die nationale Produktionsmenge nicht mit den gemeldeten Lieferrückgängen abgleichen.

Die gesamte Agrarproduktion zeigt nicht zwangsläufig, wie viel geeignete Ware zum erforderlichen Zeitpunkt und Preis in den Tomatenmarkfabriken ankommt. Tomaten können als Frischware verkauft oder industriell verarbeitet werden, doch die Berichte beziffern keinen der beiden Kanäle. Auch zu Energie, Verpackung, Arbeit, Transport und Finanzierung fehlen Kostenangaben. Diese Faktoren lassen sich deshalb nicht als bestätigte Preistreiber benennen.

Exportverbot lenkt Blick auf Inlandspreise

Obwohl das Ministerium die Versorgung als ausreichend bezeichnet hatte, untersagte es anschließend den Export frischer Tomaten bis zum Jahresende. Den Berichten zufolge soll die Maßnahme den Binnenmarkt regulieren, einen Preissprung verhindern und Rohware für die Verarbeitungsindustrie sichern.

Das Verbot zeigt, dass die Verfügbarkeit von Tomaten politisch relevant geworden ist, obwohl das Ministerium einen Engpass für Verarbeiter verneinte. Eine Exportbeschränkung könnte mehr Ware im Iran halten. Die Quellen nennen jedoch weder Exportmengen und Zielländer noch Erzeugerpreise, sodass die Folgen für Fabriken, Landwirte und ausländische Käufer nicht berechnet werden können.

Beide Publikationen vertreten die Auffassung, dass sich das Plus von 57 Prozent nicht allein mit Problemen bei der Tomatenversorgung begründen lässt. Sie fordern eine genauere Prüfung der Preisbildung und der Herstellermargen, mehr Transparenz vom Branchenverband sowie eine aufsichtsrechtliche Untersuchung, ob Warnungen vor einem Mangel für überhöhte Preise genutzt wurden. Belegt sind die Preisbewegung, die widersprüchlichen Versorgungsaussagen und das Exportverbot. Welcher Anteil auf Rohware, Verarbeitung oder Vertrieb entfällt, bleibt dagegen offen. Hersteller und Käufer benötigen Angaben zu Fabrikannahme, Kosten, Packungsgrößen sowie Groß- und Einzelhandelspreisen, um festzustellen, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette die zusätzlichen 119.000 Toman entstanden sind.

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