Iran startet Gebrauchtwagenimporte: Rund 700 Fahrzeuge unterwegs oder beim Zoll
Iran hat Bestellungen für etwa 1.000 Gebrauchtwagen im Gesamtwert von fast 10 Millionen $ registriert; rund 700 Fahrzeuge sind unterwegs oder bereits beim Zoll. Für 1405 sind 20.000 Importe vorgesehen, doch Devisen, Zulassung, Zoll und Kundendienst bleiben mögliche Engpässe.
Vom Regelwerk zur praktischen Einfuhr
Nach mehreren Jahren mit Gesetzgebung, politischen Zusagen und Verzögerungen setzt Iran sein Programm für Gebrauchtwagenimporte praktisch um. Rund 1.000 Fahrzeuge wurden zur Einfuhr angemeldet; etwa 700 befinden sich auf dem Weg nach Iran oder sind bereits bei den Zollstellen des Landes eingetroffen, berichtete das iranische Automobilmedium Pedal.
Mohammad Ali Hajizadeh, Generaldirektor des Büros für Automobilindustrie im Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel, bezifferte den Gesamtwert der registrierten Fahrzeuge auf fast 10 Millionen $. Gemessen am iranischen Automarkt ist die Menge gering. Sie zeigt jedoch, dass aus regulatorischen Vorgaben erstmals konkrete Warenbewegungen werden.
Fahrzeuge auf dem Transportweg oder beim Zoll stehen Käufern noch nicht zur Verfügung. Sie müssen Bewertung, Normenprüfung, Zollabfertigung, Registrierung und Zulassung durchlaufen. Verzögerungen in einem dieser Schritte können die Lücke zwischen angemeldeten Bestellungen und tatsächlich ausgelieferten Autos vergrößern.
Alter, Wert und Service begrenzen das Angebot
Zugelassene Gebrauchtwagen müssen zwischen 3 und 5 Jahre alt sein und dürfen bei der Einfuhr höchstens 13.000 € wert sein. Das Programm richtet sich damit an preisgünstigere Fahrzeuge und nicht an Luxusmodelle. Die Obergrenze betrifft den Importwert und nicht den späteren Verkaufspreis in Iran.
Fracht, Versicherung, Zölle, Steuern, Abfertigungsgebühren, Zulassungskosten und die Marge des Importeurs erhöhen den Endpreis. Ein Fahrzeug mit einem Importwert zwischen 10.000 und 13.000 € wird daher nicht zu einem Preis angeboten, der lediglich durch die Umrechnung des Eurobetrags in die Landeswährung entsteht.
Das Ministerium schreibt keine bestimmten Marken vor, verlangt aber einen verfügbaren Kundendienst in Iran. Dadurch kann sich die praktisch nutzbare Modellauswahl verkleinern: Selbst Fahrzeuge, die Alter, Preis und technische Vorgaben erfüllen, könnten ohne Ersatzteile und Servicenetz von einer breiten Vermarktung ausgeschlossen bleiben.
Die Größenordnung entscheidet über die Marktwirkung
Das Ministerium strebt für 1405 den Import von 20.000 Gebrauchtwagen an. Gegenüber den bislang rund 1.000 registrierten Bestellungen wäre dafür eine deutliche Beschleunigung nötig. Devisenbereitstellung, Transport, Normenzulassung, Zollabwicklung, Registrierung und Servicekapazitäten entscheiden darüber, ob ein stetiger Lieferkanal entsteht.
Laut Pedal reichen die ersten 700 Autos nicht aus, um in einem Markt mit Hunderttausenden Fahrzeugen einen allgemeinen Preisrückgang auszulösen. Die Lieferungen könnten aber Erwartungen beeinflussen und Preisnachlässe in direkt konkurrierenden Segmenten fördern. Nähert sich das Volumen dem offiziellen Ziel, könnten 3 bis 5 Jahre alte ausländische Autos bei Qualität, Sicherheit, Ausstattung und Antrieb mit iranischen Fahrzeugen und lokal montierten chinesischen Modellen konkurrieren.
Das größte Risiko sind unregelmäßige Einfuhren von lediglich einigen Hundert oder einigen Tausend Fahrzeugen im Abstand mehrerer Monate. Dann würden Gebrauchtwagenimporte zwar die Auswahl für eine begrenzte Käufergruppe erweitern, das Gesamtangebot aber kaum verändern. Entscheidend werden die tatsächlich abgefertigte Stückzahl, die Liefergeschwindigkeit und der Endpreis für Verbraucher sein.