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Iran öffnet Importregistrierung für Soja-, Raps-, Sonnenblumen- und Palmöl

Iran nimmt Importregistrierungen für mehrere rohe Pflanzenöle und Palmöl ohne Obergrenzen oder Nachweis bisheriger Handelsaktivitäten an. Die Maßnahme soll den Zugang zu einem Markt erleichtern, dessen Speiseölbedarf zu rund 95 % durch Importe gedeckt wird.

Iran öffnet Importregistrierung für Soja-, Raps-, Sonnenblumen- und Palmöl

Registrierung ohne Obergrenzen und Handelsnachweis

Iran nimmt Importregistrierungen für rohes Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl sowie Palmöl an, berichtet Mehr News. Das Verfahren begann am Mittwoch, dem 4. Schahriwar 1405, nach einer Mitteilung der Abteilung für Handelsentwicklung im Ministerium für Landwirtschaftsdschihad.

Importeure können ihre Anträge über Irans umfassendes Handelssystem einreichen und verfolgen. Die Registrierung ist ohne Mengenobergrenze und ohne Nachweis einer bisherigen Handelstätigkeit möglich.

Grundlage ist ein Beschluss der iranischen Marktregulierungsbehörde zur Vereinfachung der Importregistrierung für Agrargüter. Damit erhalten zusätzliche Unternehmen Zugang zum Verfahren, während zwei mögliche administrative Hürden für Öleinkäufe entfallen.

Die Mitteilung nennt weder Importmengen und Bestellfristen noch ausländische Lieferanten, Zölle oder Devisenregelungen. Unmittelbar wird somit zunächst der administrative Weg für Bestellungen geöffnet; die Ankunft einer bestimmten Menge ist damit nicht garantiert.

Speiseölversorgung bleibt importabhängig

Nach Angaben von Mehr News decken Importe rund 95 % des iranischen Speiseölbedarfs. Damit gehört Speiseöl zu den am stärksten vom Ausland abhängigen Bereichen der landwirtschaftlichen Lieferkette. Für flüssige und halbfeste Öle benötigt das Land importiertes Rohöl, Palmöl und Ölsaaten.

Zu den wesentlichen importierten Rohstoffen gehören Sojabohnen, Sonnenblumenkerne und Rapssaat sowie rohe Pflanzenöle. Iranische Verarbeiter raffinieren oder mischen diese Produkte für private Verbraucher und die Lebensmittelindustrie.

Selbst unter besten Bedingungen produziert Iran laut Mehr News jährlich nur rund 250.000 bis 300.000 Tonnen Raps. Diese Menge reicht für den Bedarf der Speiseölhersteller nicht aus, sodass die Betriebe von Verfügbarkeit und Lieferzeit importierter Rohstoffe abhängig bleiben.

Ein Mitglied des Rates für Preisgestaltung und Förderpolitik bei landwirtschaftlichen Grundprodukten erwartet bei günstigen Niederschlägen eine Rapsproduktion von 400.000 Tonnen im Anbaujahr 1405-1406. Auch dann blieben importierte Öle und Ölsaaten nach den von Mehr News genannten Zahlen ein zentraler Bestandteil der Versorgung.

Mehr Importeure können um Lieferungen konkurrieren

Der Wegfall von Obergrenzen und Anforderungen an die Handelshistorie könnte den Kreis der antragsberechtigten Unternehmen vergrößern. Für iranische Raffinerien und Lebensmittelhersteller entstehen dadurch zusätzliche Beschaffungsmöglichkeiten, sofern Finanzierung und weitere Genehmigungen gesichert sind.

Etablierte Importeure könnten mehr Konkurrenz durch Unternehmen erhalten, die bislang am fehlenden Handelsnachweis scheiterten. Ausländische Anbieter von Soja-, Raps-, Sonnenblumen- und Palmöl treffen zugleich auf einen größeren Kreis potenzieller iranischer Käufer.

Die niedrigeren Registrierungshürden können die Verfügbarkeit verbessern. Die tatsächliche Versorgung hängt jedoch weiterhin von Verträgen, Zahlungen, Transport und Zollabfertigung ab. Da der Bericht keine Angaben zu Lagerbeständen oder Inlandspreisen enthält, lässt sich die Wirkung auf Groß- und Einzelhandel noch nicht beziffern.

Für die Verarbeiter bleibt die hohe Importabhängigkeit Irans ausschlaggebend. Die Registrierung kann kurzfristig den Rohstoffzugang erleichtern, während die erwartete höhere Rapsernte nur bei günstigen Niederschlägen zusätzliches Inlandsangebot schaffen würde.

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