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Iran: Reis verteuert sich um 60 Prozent, Fleisch um 150 Prozent

Die Reispreise im Iran sind gegenüber der Zeit vor dem 40-tägigen Krieg um 60 Prozent und die Fleischpreise um 150 Prozent gestiegen, berichtet Euronews Persian. Sanktionen, Seebeschränkungen und Störungen der regionalen Schifffahrt verknappen das Angebot; die Inflation könnte bis Jahresende fast 70 Prozent erreichen.

Iran: Reis verteuert sich um 60 Prozent, Fleisch um 150 Prozent

Lebensmittel verteuern sich, die Kaufkraft sinkt

Die Reispreise in iranischen Geschäften sind gegenüber dem Niveau vor dem 40-tägigen Krieg um 60 Prozent und die Fleischpreise um 150 Prozent gestiegen, berichtet Euronews Persian. Verbraucher suchen im Großen Basar von Teheran nach Grundbedarf zu niedrigeren Preisen als in Lebensmittelgeschäften im übrigen Land. Viele Haushalte können sich grundlegende Einkäufe dennoch kaum noch leisten.

Der Preisanstieg reicht über Lebensmittel hinaus. Medikamente, Reinigungsmittel und andere Alltagswaren sind deutlich teurer geworden; subventioniertes Benzin bildet bislang eine auffällige Ausnahme. Ein Einwohner Teherans, der nur seinen Vornamen Masoud nannte, sagte Euronews Persian, besonders schwierig sei die Lage für Menschen mit festem Gehalt.

Der Preisschock trifft auf wachsenden Einkommensdruck. Der Wert der Einkommen der weiterhin Beschäftigten hat sich laut dem Bericht gegenüber dem Vorjahr halbiert, weshalb manche länger arbeiten. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 9,1 Prozent. Regierungsnahe Medien vermuten jedoch, dass der tatsächliche Wert ein Mehrfaches beträgt. Nach Angaben eines Vertreters des Arbeitsministeriums waren bis Ende Mai, nur drei Monate nach Kriegsbeginn, mehr als 1 Million Arbeitsplätze weggefallen.

Sanktionen und Seebeschränkungen verengen die Lieferwege

Fast sechs Monate nach dem Angriff der USA und Israels steht die iranische Wirtschaft unter dem Druck des Krieges, langjähriger Sanktionen und einer von den USA verhängten Seeblockade, berichtet Euronews Persian. Die Beschränkungen haben Ölexporte erheblich erschwert und damit Einnahmen verringert, die zur Bezahlung von Importen und zur Stützung der Binnenwirtschaft benötigt werden.

Iran hat über Jahre Wege entwickelt, trotz westlicher Sanktionen zu wirtschaften. Das Land steigerte die heimische Produktion, nutzte informelle grenzüberschreitende Netzwerke, kaufte sanktionierte Waren über Drittländer und transportierte Öl mit einer Schattenflotte. Diese Kanäle geraten nun zusätzlich unter Druck. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die Iran bei der Beschaffung von Waren aus anderen Ländern und der Umgehung einiger Beschränkungen unterstützt hatten, kündigten die Aussetzung des gesamten Handels mit Teheran an.

Washington droht zudem Ländern und Unternehmen, die weiter mit Iran handeln, mit Sekundärsanktionen. Eine strengere Durchsetzung könnte Zahlungs-, Versicherungs- und Logistikkosten erhöhen und die Zahl der Vermittler verringern, die iranische Ladungen abwickeln. Für Einkäufer von Lebensmitteln und Medikamenten bedeuten weniger verfügbare Routen potenziell längere Lieferzeiten und teurere Ersatzbeschaffungen.

Störungen in Hormus belasten Energie- und Warenströme

Seit Kriegsbeginn hat Iran benachbarte Ölförderländer und US-Stützpunkte in der Region angegriffen und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört, berichtet Euronews Persian. Teheran strebt ausreichende Kontrolle über die Wasserstraße an, um Gebühren von Schiffen zu erheben, die Energie und andere Güter transportieren. Die Störungen haben zum Anstieg der globalen Energiepreise beigetragen und den Konflikt von der Durchsetzung von Sanktionen auf die Kontrolle einer zentralen Schifffahrtsroute ausgeweitet.

Der Internationale Währungsfonds prognostiziert, dass die iranische Inflation bis Jahresende fast 70 Prozent erreichen könnte. Die bereits vor dem Krieg durch ein Jahrzehnt der Sanktionen geschwächte Wirtschaft könnte um mehr als 5 Prozent schrumpfen. Ein Berater des iranischen Präsidenten erklärte im Staatsfernsehen, der tägliche Benzinverbrauch übersteige inzwischen die heimische Produktion. Bei einer weiteren Angebotsverknappung könnte die Regierung daher gezwungen sein, die subventionierten Preise anzuheben.

Die Regierung von Präsident Masoud Pezeshkian unterstützt nach eigenen Angaben ein ausgehandeltes Kriegsende und verweist auf die Lebensgrundlagen der Bevölkerung und die Wirtschaftslage. Die Gespräche sind jedoch festgefahren. Die Islamischen Revolutionsgarden verlangen Zugeständnisse, darunter die Anerkennung iranischer Kontrolle über die Straße von Hormus und finanzielle Entschädigung für Kriegsschäden. Solange sich Schifffahrtszugang und Sanktionsbedingungen nicht ändern, müssen Lebensmittelverarbeiter, Importeure und Händler mit begrenzter Beschaffung, schwankenden Wiederbeschaffungskosten und sinkender Nachfrage rechnen.

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