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Irans wichtigste Haselnussregion plant moderne Ernte und Verarbeitung

Gilan erzeugt rund 85 % der iranischen Haselnüsse und will durch mechanisierte Ernte, kontrollierte Trocknung und lokale Verarbeitung mehr Wertschöpfung in der Region halten. Der Fahrplan umfasst zudem zertifiziertes Pflanzmaterial, Erzeugergenossenschaften und eine geografische Angabe für Eshkorat.

Irans wichtigste Haselnussregion plant moderne Ernte und Verarbeitung

Gilan will mehr Wertschöpfung vor Ort halten

Irans führende Haselnussregion erwägt eine umfassende Modernisierung ihrer Plantagen, Erntesysteme und Verarbeitungskapazitäten, damit ein größerer Teil der landwirtschaftlichen Wertschöpfung vor Ort bleibt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr entfallen rund 85 % der iranischen Haselnussproduktion auf Gilan. Das Gebiet Eshkorat gilt dabei als wichtigstes Produktionszentrum des Landes.

Die bestehende Lieferkette stützt sich weiterhin stark auf traditionellen Anbau, Handlese und den Verkauf roher oder loser Ware. Weil Trockner sowie Anlagen zum Schälen, Sortieren, Verpacken und Verarbeiten fehlen, verkaufen viele Erzeuger ihre Ernte rasch über Zwischenhändler. Ein erheblicher Teil des Endwerts entsteht deshalb außerhalb des Anbaugebiets und kommt weder den Plantagenbesitzern noch den ländlichen Gemeinden zugute.

Handlese bestimmt die Produktionskosten

Mahmoud Houshyar-Fard, Wissenschaftler am Agrarforschungszentrum Gilan und Mitglied des technischen Haselnussausschusses der Provinz, erklärte gegenüber Mehr, dass die Handlese mehr als 70 % der Produktionskosten ausmache. Der Rückgang der ländlichen Arbeitskräfte erhöht den Druck während der Erntezeit zusätzlich. Die Mechanisierung steht daher im Mittelpunkt der geplanten Modernisierung.

Auch die Nacherntebehandlung bereitet Probleme. Verzögertes Enthülsen und Trocknen kann die Feuchtigkeit erhöhen, Schimmel begünstigen und die Qualität der Kerne mindern. Das wirkt sich unmittelbar auf Preise und Exportfähigkeit aus. Der Fahrplan sieht deshalb moderne Erntemaschinen, belüftete Lager mit Feuchtigkeitskontrolle und einen schrittweisen Wechsel von der Sonnentrocknung zu industriellen oder halb industriellen Trocknern mit geregelter Temperatur und Feuchtigkeit vor.

Verarbeitung könnte das Sortiment erweitern

Die geplante lokale Verarbeitung geht über standardisierte Haselnusskerne hinaus. Neue Betriebe könnten Haselnussöl, Pulver, Mehl und Paste für die Süßwaren- und Schokoladenindustrie herstellen. Schalen und andere Rückstände ließen sich für organischen Dünger oder in verwandten Industrien nutzen. Haselnussöl kommt außerdem für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte infrage.

Auch die Produktionsgrundlage benötigt Investitionen. Von Mehr zitierte Fachleute empfehlen eine zertifizierte Mutterplantage, die unter amtlicher Aufsicht gesundes und sortenechtes Vermehrungsmaterial liefert. Weitere Prioritäten sind der Austausch alter, ertragsschwacher Sorten gegen kommerzielle Sorten für späten Frühjahrsfrost und sommerliche Trockenheit, die Verjüngung alter Bestände, bessere Bestäubung und Schnittpflege sowie Verbesserungen bei Bewässerung, Pflanzenernährung und integriertem Pflanzenschutz.

Genossenschaften und Marke sollen Erzeuger stärken

Tausende Kleinbetriebe vermarkten ihre Ernten derzeit einzeln. Das begrenzt ihre Verhandlungsmacht und den direkten Zugang zu großen Verarbeitern und Käufern. Spezialisierte Haselnussgenossenschaften könnten Ware bündeln, Verarbeitungsanlagen betreiben und Fertigprodukte vermarkten. So ließe sich die Abhängigkeit von Zwischenhändlern verringern und ein größerer Anteil des Endpreises an die Erzeuger zurückführen.

Der Fahrplan sieht außerdem eine eigenständige Marke für „Eshkorat-Haselnüsse“ und die Registrierung einer geografischen Angabe vor. Eine klare Produktabgrenzung, einheitliche Sortierung und kontrollierte Verarbeitung könnten den Zugang zum iranischen und internationalen Markt verbessern. Der wirtschaftliche Erfolg hängt letztlich davon ab, ob Plantagenmodernisierung, Erntetechnik, Lagerung, Verarbeitung und gemeinsame Vermarktung als zusammenhängende Lieferkette aufgebaut werden.

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