Irans Dattelbranche: Produktion und Export könnten sich bei Politikreform in fünf Jahren verdoppeln
Hadi Moghadam, Vizepräsident des Nationalen Dattelverbands des Iran, erklärte bei einer Sitzung in der Handelskammer von Khorramshahr, die Produktions- und Exportkapazität der Dattelbranche könne sich binnen fünf Jahren verdoppeln, wenn die Managementpolitik korrigiert und die Produktions- und Verarbeitungskette unterstützt werde. Er kritisierte frühere Exportverbote, Obergrenzen für Handelskarten, Devisenrückführungspflichten und eine ohne Rücksprache mit dem Verband erhöhte zollrechtliche Exportbasiswertung. Der Großteil der Dattelernte der Provinz Khuzestan geht in den Export.
Die Produktions- und Exportkapazität der iranischen Dattelbranche könnte sich in den kommenden fünf Jahren verdoppeln, wenn die Managementpolitik korrigiert wird und die Produktions- und Verarbeitungskette gezielte Unterstützung erhält. Das sagte Hadi Moghadam, Vizepräsident des Nationalen Dattelverbands des Iran, am Freitagmorgen bei einer Sitzung zu Dattel- und Fischereiexporten im Sitzungssaal der Handelskammer von Khorramshahr. Über seine Aussagen berichtete Tahlil Bazaar.
Wasserknappheit plus politische Reibungsverluste
Die Branche habe neben der Wasserknappheit auch mit Belastungen auf der Managementebene zu kämpfen, sagte Moghadam; um aus der jetzigen Lage herauszukommen, brauche es ernsthafte und planvolle Schritte statt punktueller Maßnahmen. Er nannte die Art der Freigabe des Wechselkurses, die Obergrenzen für Handelskarten, die Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Devisenrückführungspflichten sowie die Dattelexportverbote der vergangenen Jahre, für die den Marktteilnehmern keine klaren und nachvollziehbaren Gründe genannt worden seien.
Diese Entscheidungen hätten nicht nur den heimischen Markt destabilisiert, sondern der Branche einen Teil ihrer Exportmärkte gekostet und das Risiko für Erzeuger, Verarbeiter und Exporteure erhöht. Verlorene Marktanteile im Dattelgeschäft seien nur langsam zurückzugewinnen, weil Käufer auf andere Herkünfte umschwenken, sobald die Lieferungen aus einem Land unvorhersehbar werden.
Zollbasiswert ohne Rücksprache erhöht
Zum zollrechtlichen Exportbasiswert für Datteln – dem Referenzpreis, den der iranische Zoll in den Exportdokumenten und bei der Berechnung der Devisenrückführungspflicht eines Exporteurs ansetzt – sagte Moghadam, dieser Wert sei im vergangenen Jahr ohne fachliche Prüfung und ohne Anfrage beim Dattelverband erhöht worden. Das habe den Unternehmen der Branche Probleme bereitet.
Entscheidungen über die Beschränkung oder das Verbot von Dattelexporten müssten die Lage der gesamten Branchenkette berücksichtigen, ihre Wirkung auf die Auslandsmärkte bewerten und unter Beteiligung und Beratung der Fachverbände getroffen werden, forderte er.
Khuzestan hängt stark am Export
Moghadam, der auch dem Vertretergremium der Handelskammer von Khorramshahr angehört, sagte, der überwiegende Teil der in der Provinz Khuzestan erzeugten Datteln sei für den Export bestimmt. Die Exportpolitik müsse daher auf die besonderen Eigenschaften dieses Produkts und die Produktionskapazität der Provinz zugeschnitten werden.
Genau diese Abhängigkeit macht administrative Schocks auf regionaler Ebene teuer: Eine Provinz, die ihre Ernte überwiegend im Ausland verkauft, hat kaum eigene Aufnahmekapazität, wenn Exportkanäle geschlossen werden oder sich die Dokumentationsanforderungen mitten in der Saison verschärfen.
Wertschöpfungskette und kettenbasierte Kredite
An der Ausarbeitung einer Dattel-Wertschöpfungskette sei bereits unter der vorherigen Regierung gearbeitet worden, es habe dazu auch Sitzungen gegeben, sagte Moghadam; der Prozess sei dann jedoch gestoppt worden und müsse wieder auf die Agenda kommen. Als ersten Schritt bezeichnete er einen veränderten Blick auf die Dattelbranche und nannte konkrete Maßnahmen:
- Ausstattung der Verarbeitungsbetriebe
- Sachgerechte Bewirtschaftung der Dattelgärten
- Bankkredite, die entlang der Dattelkette aufgebaut sind, damit die Finanzierung Produktion, Verarbeitung und Export gemeinsam abdeckt
- Einbeziehung der Fachverbände in Exportentscheidungen
- Wiederaufnahme des gestoppten Programms zur Dattel-Wertschöpfungskette
Angaben zu den aktuellen Produktions- und Exportmengen der Branche, zu den Kosten der vorgeschlagenen Maßnahmen oder zu einer Exportzielgröße am Ende des Fünfjahreszeitraums machte Moghadam nicht. Eine Reaktion der Regierung auf die Vorschläge des Verbands wurde bei der Sitzung, die auch die Fischereiexporte der Region behandelte, nicht berichtet.