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Interpipe startet rumänisches Stahlrohrwerk neu und sucht bis zu 20 Millionen €

Der ukrainische Hersteller Interpipe hat die Produktion im früheren Werk von ArcelorMittal Tubular Products in Roman wieder aufgenommen. Für die Modernisierung seiner ersten Fertigungsplattform in der EU strebt der Konzern einen Kredit von bis zu 20 Millionen € an und prüft den Betrieb von zwei Produktionslinien.

Interpipe startet rumänisches Stahlrohrwerk neu und sucht bis zu 20 Millionen €

Produktion nach Übernahme wieder aufgenommen

Der ukrainische Hersteller von Stahlrohren und Eisenbahnprodukten Interpipe hat die Produktion im ehemaligen Werk von ArcelorMittal Tubular Products in Roman, Rumänien, wieder aufgenommen. Damit beginnt die Integration des ersten Produktionsstandorts des Konzerns in der Europäischen Union. Laut Ziare.com wurde die Übernahme am 31. März 2026 abgeschlossen und im April 2026 offiziell bekannt gegeben.

Im Zuge der Transaktion wurde ArcelorMittal Tubular Products Roman in Interpipe Roman S.A. umgewandelt. Nach Angaben von Interpipe waren sämtliche Vollzugsbedingungen erfüllt, darunter wettbewerbsrechtliche Genehmigungen und Freigaben für ausländische Investitionen durch ukrainische und rumänische Behörden. Vorstandschef Luca Zanotti bezeichnete das Werk in Roman als erste Produktionsplattform der Gruppe sowohl in der EU als auch außerhalb der Ukraine.

Der Neustart verschafft dem in Dnipro ansässigen Unternehmen eine Fertigungsbasis näher an seinen europäischen Kunden. Interpipe exportiert Stahlrohre und Eisenbahnprodukte in mehr als 70 Länder und beschäftigt rund 9.500 Mitarbeiter. Zur Zahl der Beschäftigten, die in den ukrainischen Streitkräften oder anderen Sicherheitsstrukturen dienen, enthält die Quelle unterschiedliche Angaben: Eine Passage nennt 1.500, eine andere rund 1.150.

Kredit für die Modernisierung geplant

Interpipe will bei der Schwarzmeer-Handels- und Entwicklungsbank einen Kredit von bis zu 20 Millionen € aufnehmen, berichtete Ziare.com unter Berufung auf Profit.ro. Evgeniy Dmitrenko, Generaldirektor von Interpipe Roman S.A., traf sich bereits mit dem Bürgermeister von Roman, Laurențiu Dan Leoreanu, im Zusammenhang mit dem abgeschlossenen Kauf und der Umwandlung des Werks in die neue Betreibergesellschaft.

Der Produzent hat mit der Modernisierung und technischen Erneuerung der Anlage begonnen. Ein geprüfter Vorschlag sieht vor, den Betrieb auf zwei Produktionslinien auszuweiten und damit das Potenzial des Standorts besser auszuschöpfen. Die Quelle nennt weder die derzeitige oder angestrebte Jahreskapazität noch die Laufzeit des Kredits oder den Eigenmittelanteil von Interpipe.

Die geplante Finanzierung soll somit einen industriellen Hochlauf unterstützen, dessen endgültiger Umfang an die Nachfrage gebunden bleibt. Bis zu 20 Millionen € könnten für Anlagenarbeiten und Betriebskapital eingesetzt werden. Das Produktionsvolumen wird jedoch von den Aufträgen und nicht allein vom technischen Potenzial des Werks abhängen.

Vormaterialversorgung folgt der Nachfrage

Interpipe konzentriert sich derzeit darauf, die Lieferungen von Halbfabrikaten an das rumänische Werk zu erhöhen. Das Tempo beim Walzen und bei der Endbearbeitung soll sich nach der Marktnachfrage richten. Dadurch kann das Unternehmen die Produktion flexibel wiederaufbauen und zugleich den Auftragsbestand des Standorts entwickeln.

Dieses Modell verbindet die ukrainische Industriebasis von Interpipe mit der nachgelagerten Verarbeitung in Rumänien. Rohrabnehmer erhalten durch den Neustart eine zusätzliche Fertigungsoption innerhalb der EU von einem Lieferanten, der in mehr als 70 Ländern verkauft. Interpipe wiederum kann näher an den Kunden walzen und endbearbeiten und gleichzeitig die Auslastung nachfragegerecht steuern.

Marktteilnehmer werden nun beobachten, ob die Schwarzmeer-Handels- und Entwicklungsbank den Kredit genehmigt, wann eine zweite Linie in Betrieb gehen könnte und wie schnell die Lieferungen von Halbfabrikaten sowie die Bestellungen fertiger Rohre steigen. Bis diese Angaben vorliegen, sichert der Neustart Interpipe eine physische Präsenz in der EU-Produktion. Der Kredit von bis zu 20 Millionen € markiert vorerst die bekannte Obergrenze der extern finanzierten Expansion.

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