Innolux und AUO bauen LCD-Kapazitäten ab und verändern den Panelmarkt bis 2028
Innolux und AUO schließen, verkaufen oder konvertieren ältere LCD-Anlagen und verlagern Investitionen auf OLED, Micro LED und modernes Chip-Packaging. TrendForce erwartet, dass ihr gemeinsamer Marktanteil bei Monitorpanels bis 2028 unter 10 % fällt.
Taiwanische Hersteller ziehen sich aus reifen LCD-Kapazitäten zurück
Innolux und AUO beschleunigen den Umbau ihrer Produktionsanlagen für Displays. Dadurch könnten sich die Angebotsbedingungen für Fernseh-, Monitor- und Notebookpanels bis 2028 verändern. Das rumänische Technikportal go4it.ro berichtet unter Berufung auf TrendForce, dass die taiwanischen Unternehmen ältere Linien schließen, verkaufen oder umnutzen und ihre Ressourcen zugleich auf OLED, Micro LED und modernes Halbleiter-Packaging konzentrieren.
TrendForce erwartet, dass der gemeinsame Anteil beider Unternehmen am Markt für LCD-Monitorpanels bis 2028 unter 10 % sinkt. Bei LCD-Panels für Notebooks soll ihr Anteil etwa 20 % erreichen, während die Position bei LCD-Fernsehpanels mit rund 22 % stabiler bleiben dürfte. Das Fernsehsegment bietet weiterhin attraktive Gewinnmargen, wodurch ein stärkerer Rückzug weniger interessant ist.
Werksschließungen begleiten den Wechsel zu OLED und Packaging
Innolux will den Betrieb von Fab 3 zwischen Ende 2027 und 2028 einstellen. Das Werk fertigt hauptsächlich LCD-Panels für Notebooks. Diese Kategorie gerät unter Druck, weil die Kapazitäten für OLED der Generation 8.6 wachsen und mehr Computerhersteller OLED-Bildschirme einsetzen. TrendForce erwartet eine schnellere OLED-Verbreitung bei Notebooks, einen zunehmenden Überschuss herkömmlicher LCD-Panels und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Stilllegung stark spezialisierter Linien.
Fab 3 könnte stattdessen zu einem Zentrum für modernes Chip-Packaging und Anwendungen mit höherer Wertschöpfung werden. Innolux entwickelt bereits Fan-Out Panel-Level Packaging, Co-Packaged Optics und Through-Glass Via. Die mögliche Umwandlung zeigt, wie Infrastruktur und Fachwissen aus der Panelproduktion für die Integration von Halbleitern und optischen Komponenten weitergenutzt werden können.
AUO verlagert seine Investitionen ebenfalls auf Micro LED, Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz und modernes Co-Packaged-Optics-Packaging. Das Unternehmen kündigte zuletzt den Verkauf seines Werks Hwa Ya in Taoyuan an Quanta Computer sowie des Standorts C5E in Kaohsiung an ASE Technology an. Die Linien L3D und L5D im Werk Hwa Ya sollen im ersten Halbjahr 2027 schließen; die Produktion wird auf andere Anlagen übertragen.
Chinesische Anbieter gewinnen bei knapperem LCD-Angebot an Gewicht
Der Markt beobachtet, ob AUO weitere ältere Linien wie L5C oder L6A verkauft. TrendForce zufolge könnten solche Veräußerungen den finanziellen Druck auf AUO verringern und Angebot und Nachfrage bei Notebookpanels ausgleichen. Eine Schließung von L6A könnte das weltweite Angebot an LCD-Monitorpanels um fast 5 Millionen Einheiten senken. Gleichzeitig dürften die drei größten chinesischen Hersteller 2026 rund 74 % des globalen Angebots kontrollieren. Abnehmer wären damit stärker von einer kleineren Lieferantengruppe abhängig.
Bei Fernsehpanels entwickelt sich das Angebot anders. Begrenzte Investitionen in große neue Fabriken und die Ausrichtung auf größere Bildschirme dürften die verfügbaren Kapazitäten von 2026 bis 2030 relativ knapp halten. Sollte AUO auch das Werk L7A aufgeben, könnte die weltweite Produktionsfläche für LCD-Fernsehpanels um rund 2,1 % sinken. LG Display reduziert seine LCD-Produktion ebenfalls zugunsten von OLED. Der Rückzug aus reifen Kapazitäten weitet sich somit aus, obwohl LCD für Fernseher und Monitore im Massenmarkt zentral bleibt.