Indonesische Gruppen wenden sich gegen geplante Tabak- und Kretek-Vorschriften
Fünfzehn indonesische Organisationen haben sechs Forderungen gegen geplante Beschränkungen für Tabakprodukte, E-Zigaretten und Kretek-Zigaretten vorgelegt. Nach ihrer Einschätzung könnten die Maßnahmen kleine und mittlere Hersteller, den Einzelhandel und die Lieferketten von 2,5 Millionen Tabakbauern treffen.
Fünfzehn Gruppen bündeln ihren Widerstand
Fünfzehn Organisationen aus indonesischen Tabak- und Nelkenanbaugebieten haben die Regierung aufgefordert, mehrere Maßnahmen für Tabakprodukte, E-Zigaretten und Kretek-Zigaretten zurückzunehmen oder zu stoppen. An der Kampagne beteiligen sich Komunitas Kretek und das Nationale Komitee zur Bewahrung von Kretek, kurz KNPK, sowie Vertreter aus Temanggung, Magelang, Kebumen, Semarang, Kudus, Jember, Garut, Bandung, Situbondo, Wonosobo, Rembang, Pamekasan, Yogyakarta, Sumenep und Nganjuk.
NTV News zufolge legten die Organisationen ihre Position während der Veranstaltungen zum Nationalen Kretek-Tag vom 30. September bis 3. Oktober 2026 dar. Khoirul Atfifudin, Sprecher von Komunitas Kretek, erklärte, die Bündelung solle Beteiligte aus Landwirtschaft, Herstellung und Handel zusammenbringen. Die Organisationen vertreten die Auffassung, dass die diskutierten Maßnahmen die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der Produktionsregionen nicht ausreichend berücksichtigen. Ihre Aussagen geben die Position industrienaher Gemeinschaften wieder und sind keine Bewertung der Maßnahmen durch die Regierung.
Sechs Forderungen betreffen Verpackung, Verbrauchsteuer und Produktregeln
Nach Angaben von ANTARA und NTV News richteten die Organisationen sechs Forderungen an die indonesische Regierung:
- Aufhebung der Regierungsverordnung Nr. 28 von 2024 zur Umsetzung des Gesundheitsgesetzes Nr. 17 von 2023.
- Beendigung der Beratungen über einen Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums zu Tabakprodukten und E-Zigaretten, einschließlich einer geplanten Pflicht zu neutralen Einheitspackungen.
- Stopp weiterer Erhöhungen der Zigarettenverbrauchsteuer, die Unternehmen und Verbraucher nach Ansicht der Gruppen zusätzlich belasten.
- Ablehnung von Grenzwerten für Teer und Nikotin, weil diese nach Auffassung der Gegner die charakteristischen Eigenschaften indonesischer Kretek verändern könnten.
- Ablehnung eines einheitlichen Verbrauchsteuersatzes für Zigaretten, der laut den Organisationen kleine und mittlere Hersteller benachteiligen würde.
- Stopp weiterer restriktiver Vorschriften, die aus Sicht der Gruppen den Fortbestand des Kretek-Ökosystems gefährden.
Landwirtschaft und Einzelhandel sind mitbetroffen
Der Konflikt reicht über die Zigarettenfabriken hinaus. KNPK-Sprecher Alfianaja Maulana erklärte, neutrale Einheitspackungen, Grenzwerte für Nikotin und Teer sowie ein mögliches Verbot von Zusatzstoffen könnten Tabak- und Nelkenbauern, Beschäftigte in der manuellen Zigarettenfertigung, Händler auf traditionellen Märkten und kleine Verkaufsstellen treffen. Die Organisationen legten keine bezifferte Schätzung möglicher Arbeitsplatzverluste vor, verweisen jedoch auf Millionen Menschen, deren Einkommen von der Tabakwarenindustrie abhänge.
Die Gruppen betonen die Rolle der Kretek-Industrie als Großabnehmer heimischer Agrarrohstoffe. Nach ihren Angaben verarbeitet sie bis zu 95 % der indonesischen Nelkenproduktion. Die jährliche Erzeugung liegt demnach bei mehr als 130.000 bis 140.000 Tonnen; wichtige Anbaugebiete sind Südsulawesi, Maluku, Ostjava, Nordsulawesi und Zentraljava. Außerdem seien rund 2,5 Millionen Tabakbauern von dem Sektor abhängig, während die nationale Tabakproduktion mehr als 230.000 Tonnen pro Jahr erreiche.
Für Hersteller könnten die Vorhaben gleichzeitig Verpackungskosten, Rezepturen und die Verbrauchsteuerstruktur verändern. Ein einheitlicher Steuersatz wäre besonders für kleinere Produzenten relevant, falls dadurch bestehende Abstufungen nach Unternehmensgröße oder Produktkategorie wegfielen. Für Landwirte hängt die wirtschaftliche Wirkung davon ab, ob strengere Produktregeln die Fabriken zu geringeren Käufen von lokalem Tabak und Nelken veranlassen. Einzelhändler wären einem eigenen Risiko ausgesetzt, wenn die Einschränkungen Sortiment, Aufmachung oder Preise in traditionellen Märkten und Nachbarschaftsläden verändern. Die Berichte enthalten weder eine Reaktion der Regierung noch einen Zeitplan für Entscheidungen über den Entwurf des Gesundheitsministeriums.