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Indonesiens Zuckerrohrbauern fordern höheren Preis und Begrenzung der 150.000-Tonnen-Einfuhr

Indonesiens Zuckerrohrbauern wollen den Richtpreis für Bauernzucker zur Mahlsaison 2026 von Rp14.500 auf Rp16.875 je Kilogramm anheben. Zudem verlangen sie eine Prüfung der Einfuhrgenehmigungen für 150.000 Tonnen Rohzucker, die während der Verarbeitung Preise und Absatz heimischer Ware belasten könnten.

Indonesiens Zuckerrohrbauern fordern höheren Preis und Begrenzung der 150.000-Tonnen-Einfuhr

Erzeuger drängen auf einen neuen Richtpreis

Indonesiens kleinbäuerliche Zuckerrohrerzeuger fordern von der Regierung einen höheren Referenzankaufspreis für Bauernzucker und eine Überprüfung der zeitlichen Steuerung sowie der Verwaltung von Importen. Der indonesische Verband der Zuckerrohrbauern APTRI legte seine Forderungen am 21. September 2026 bei einer öffentlichen Anhörung der Arbeitsgruppe zur Kontrolle der Zuckerimporte in der Parlamentskommission VI vor.

Laut Pantau hält die Nationale Lebensmittelbehörde den Referenzankaufspreis seit 2024 bei Rp14.500 je Kilogramm. APTRI schlägt für die Mahlsaison 2026 einen Preis von Rp16.875 je Kilogramm vor. In den Unterlagen des Verbands wird auf Grundlage einer Produktionskostenstudie zugleich ein Mindestpreis von Rp15.500 je Kilogramm genannt. Das veranlasste das Mitglied der Kommission VI, Nasim Khan, eine transparente Formel zur Klärung der beiden Werte zu fordern.

Die Erzeuger argumentieren, der geltende Richtwert decke ihre Ausgaben nicht mehr ab. APTRI verweist auf höhere Kosten für nicht subventionierten Dünger, Arbeit, Landpacht, Verarbeitung und Transport. Auch die Düngerpolitik bereitet Probleme: Die staatliche Förderung gilt für höchstens 2 Hektar je Landwirt, und die subventionierte Menge reicht nicht für den gesamten agronomischen Bedarf. Zusätzlicher Dünger muss deshalb zu Marktpreisen gekauft werden.

Importe treffen auf die Mahlsaison

Der Konflikt hat sich nach der Erteilung von Genehmigungen für 150.000 Tonnen Rohzucker verschärft, die für den Verbrauchermarkt bestimmt sind. APTRI lehnt Einfuhren während der Verarbeitung der heimischen Zuckerrohrernte ab, weil in dieser Phase der Bauernzucker abgenommen werden muss. Der Verband verlangt eine Prüfung der nationalen Zuckerbilanz, der Ankunftstermine, Endabnehmer und Zielregionen sowie der Auswirkungen auf Preise und Käufe heimischen Zuckers.

Entscheidend ist nicht allein das jährliche Importvolumen, sondern auch, wann und wo die Ware in den Markt gelangt. Wird Importzucker während der Mahlsaison in Regionen verteilt, die von heimischen Fabriken versorgt werden, könnte die Nachfrage der Käufer nach Bauernzucker sinken. Damit gerieten die tatsächlich erzielten Erzeugerpreise trotz des offiziellen Richtwerts unter Druck. Raffinerien und Händler benötigen zugleich klare Regeln zu zulässigen Abnehmern und Vertriebswegen.

APTRI äußerte außerdem Sorge über eine mögliche Umleitung von Raffinadezucker in den Verbrauchermarkt. Solche Verkäufe würden die Trennung zwischen Industrie- und Haushaltszucker aufweichen und heimischen Zucker zusätzlichem Wettbewerb aussetzen. Der Verband verlangt eine bessere Rückverfolgbarkeit des Vertriebs, Bestandskontrollen und Sanktionen bei festgestellten Verstößen.

Ernteverluste und Fabrikleistung erhöhen den Druck

Die Versorgungslage ist bereits schwierig. Pantau berichtete unter Berufung auf APTRI, dass Dürre und Flächenbrände die Zuckerrohrproduktion um etwa 20% bis 25% verringerten. Auch die Zuckerausbeute unterscheidet sich: Staatliche Fabriken erreichen rund 7%, private Werke dagegen mehr als 8%. Eine niedrigere Ausbeute bedeutet weniger Zucker aus derselben Rohrmenge und belastet damit die Einnahmen der Bauern sowie die Produktionskosten je Kilogramm.

Auch die Erlöse aus Melasse schwankten stark. Der Preis sank von etwa Rp2.500 je Kilogramm im Jahr 2024 auf Rp1.000 bis Rp1.400 im Jahr 2025 und erholte sich bis Mitte 2026 auf mehr als Rp2.000. Für die Bauern stützen Ernteverluste, höhere Betriebsmittelkosten und unsichere Nebenprodukterlöse die Forderung nach einem neuen Zuckerpreis. Für Fabriken, Raffinerien und Händler wird die politische Entscheidung bestimmen, wie heimischer Rohrzucker und importierter Rohzucker austariert werden, ohne die Abnahme in der Mahlsaison oder die Verbraucherversorgung zu gefährden.

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