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Indonesiens wachsender Vape-Markt erhöht den Druck auf die Nikotinregulierung

Der Konsum elektronischer Zigaretten nimmt in Indonesien trotz Verbrauchsteuer zu, wobei Yogyakarta, Bali und Jakarta besonders hohe Quoten aufweisen. Aromatisierte Produkte und an Jugendliche gerichtete Werbung erhöhen den Druck auf Steuer-, Zugangs- und Gesundheitsregeln.

Indonesiens wachsender Vape-Markt erhöht den Druck auf die Nikotinregulierung

Nikotin wechselt die Form, der Vape-Konsum wächst

Indonesiens Nikotinmarkt verändert sich schnell, weil elektronische Zigaretten leichter erhältlich, unauffälliger und in immer mehr Geschmacksrichtungen verfügbar sind. Jakartamu.com berichtet, dass kleine Geräte, aromatisierte Liquids und rasch verfliegender Dampf junge Verbraucher anziehen, während der Staat zugleich die fiskalische Belastung herkömmlicher Zigaretten erhöht.

Die Entwicklung ist Teil einer deutlich größeren internationalen Industrie. Der weltweite Vape-Markt wird für 2025 auf 45,7 Milliarden US-Dollar und für 2026 auf rund 59,2 Milliarden US-Dollar geschätzt, wie aus den von Jakartamu.com angeführten Zahlen hervorgeht. China ist das wichtigste Produktionszentrum und der größte Exporteur. Nach chinesischen Zolldaten beliefen sich die Ausfuhren elektronischer Zigaretten 2024 auf etwa 10,96 Milliarden US-Dollar. Die Vereinigten Staaten waren der größte Absatzmarkt für diese chinesischen Produkte.

Auch Indonesien entwickelt sich zu einem wichtigen Wachstumsmarkt. Laut der indonesischen Gesundheitsstudie SKI 2023 nutzten 3,2% der Bevölkerung elektronische Zigaretten. Regional lagen die Werte deutlich höher: 9,6% in der Sonderregion Yogyakarta, 8,5% auf Bali und 6,3% in Jakarta. Die Unterschiede deuten auf eine besonders starke Verbreitung in urbanen Zentren sowie in Tourismus- und Studentenmärkten hin.

Die Verbrauchsteuer hat die Nachfrage nicht beseitigt

Elektronische Zigaretten unterliegen einer Verbrauchsteuer, doch die Abgabe hat ihre Attraktivität nicht aufgehoben. Für Liquids offener Systeme wurde der Steuersatz 2025 auf Rp636 je Milliliter festgelegt, bei einem Mindestverkaufspreis von Rp1.368 je Milliliter. Vaping ist damit in das indonesische Tabaksteuersystem eingebunden. Der weiter zunehmende Konsum zeigt jedoch, dass Preisinstrumente allein die Nachfrage nicht eindämmen.

Die vom Gesundheitsministerium genannten Daten weisen je nach Erhebung unterschiedliche Niveaus aus, zeigen aber in beiden Fällen nach oben. Der Anteil der Nutzer elektronischer Zigaretten stieg von 0,06% in der Gesundheitsstudie Riskesdas 2018 auf 0,13% in der SKI 2023. Die Global Adult Tobacco Survey ermittelte einen wesentlich stärkeren Anstieg von 0,3% auf 3%. Die Abweichung macht deutlich, dass der wachsende Markt einheitlichere Messungen für Marktbeobachtung und Gesundheitspolitik benötigt.

Besonders kritisch ist der Zugang Jugendlicher. Die Global Youth Tobacco Survey 2019 ergab, dass 19,2% der indonesischen Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren Tabakprodukte konsumierten. Der Wert umfasst Tabakprodukte insgesamt und nicht nur E-Zigaretten, verdeutlicht aber das Ausmaß der Nikotinexposition unter Jugendlichen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden elektronische Zigaretten über soziale Medien, Influencer, Aromen und ansprechendes Produktdesign bei jungen Menschen beworben.

Gesundheitsbefunde verstärken den Regulierungsdruck

Auch Indonesiens nationale Forschungs- und Innovationsbehörde BRIN hat Ergebnisse zu gesundheitlichen Auswirkungen vorgelegt. BRIN-Leiter Arif Satria erklärte am 29. September 2026, die Behörde habe Auswirkungen auf Insulin, Bauchspeicheldrüse und Lunge festgestellt. Rund 92% der untersuchten Lungenproben seien betroffen gewesen; diabetesbezogene Auswirkungen hätten in der untersuchten Stichprobe 100% erreicht. Die Quelle nennt den Umfang der Stichprobe nicht, weshalb daraus keine Häufigkeit für die Gesamtbevölkerung abgeleitet werden kann.

Die WHO erklärt, elektronische Zigaretten seien nicht sicher. Ihre Aerosole können Nikotin und giftige Stoffe enthalten, die Risiken für Lunge, Herz und die Gehirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen mit sich bringen. Eine in NEJM Evidence veröffentlichte und von Jakartamu.com zusammengefasste Studie kam zudem zu dem Ergebnis, dass Menschen, die gleichzeitig rauchen und vapen, bei mehreren Gesundheitsfolgen höhere Risiken tragen als reine Zigarettenraucher.

Die Aufsicht muss den gesamten Nikotinmarkt erfassen

Die regulatorische Frage geht inzwischen über die Ähnlichkeit zwischen elektronischen und herkömmlichen Zigaretten hinaus. Indonesien muss festlegen, wie Verbrauchsteuern, Mindestpreise, Werbebeschränkungen, Alterskontrollen und Produktaufsicht in einem Markt funktionieren sollen, der Nikotin über verschiedene Formate vertreibt.

Für Hersteller, Händler und Einzelhändler könnten strengere Vorschriften Aromen, digitale Werbung, Verpackungen und den Zugang jüngerer Käufer betreffen. Die Politik muss Einnahmen aus der Verbrauchsteuer gegen Gesundheitskosten abwägen, die möglicherweise erst lange nach dem Verkauf entstehen. Dass der Markt trotz Besteuerung weiter wächst, zeigt, dass Durchsetzung und Jugendschutz ebenso entscheidend werden wie der nominale Steuersatz.

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