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Indonesien zieht 25 Marken angereicherten Reis nach Labortests zurück

Indonesien nimmt 25 Marken angereicherten Reis vom Markt, nachdem Tests in vier Laboren gezeigt hatten, dass der Nährstoffgehalt nicht den Angaben auf der Verpackung entspricht. Handelsminister Budi Santoso sieht die Versorgung im Einzelhandel nicht gefährdet und verweist auf rund 4,6 Millionen Tonnen Staatsreserve bei Perum Bulog. Die Polizei prüft, ob strafbare Handlungen vorliegen.

Indonesien zieht 25 Marken angereicherten Reis nach Labortests zurück

Indonesien nimmt 25 Marken angereicherten Reis vom Markt, nachdem staatliche Labortests ergeben hatten, dass der Nährstoffgehalt hinter den Angaben auf der Verpackung zurückbleibt. Handelsminister Budi Santoso erklärte, der Rückruf werde die Verfügbarkeit im Einzelhandel nicht beeinträchtigen, und verwies auf zusätzliche Mengen, die beim staatlichen Logistikunternehmen Perum Bulog bereits reserviert sind.

Am Donnerstag, 17. September 2026, sagte Budi in Äußerungen gegenüber der Nachrichtenagentur Antara, die Liputan6.com wiedergibt, die Versorgung sei gesichert. „Kein Problem, die Bestände sind sicher, sicher“, sagte er und ergänzte, die Regierung habe über das Programm zur Stabilisierung von Lebensmittelversorgung und -preisen (indonesisches Kürzel SPHP) zusätzlichen Reis bereitgestellt. „Bulog hat bereits zugesagt, eine Million Tonnen SPHP-Reis zu liefern, damals bei der Sitzung im Koordinierungsministerium für Ernährung. Ich denke also, es gibt kein Problem.“

25 von 27 Marken fielen durch die Laborprüfung

Landwirtschaftsminister Andi Amran Sulaiman, der auch die Nationale Ernährungsbehörde (Bapanas) leitet, erklärte, die Regierung habe 27 als angereicherter Reis vermarktete Marken getestet; bei 25 habe der Nährstoffgehalt nicht den Etikettenangaben entsprochen. Die Proben wurden in vier Laboren analysiert. Die Verkehrszulassungen der 25 Marken werden entzogen, die Produkte werden nach den geltenden Vorschriften aus dem Handel genommen.

Nach Angaben von Bapanas haben alle 25 Marken die Produktion eingestellt; bereits im Handel befindliche Ware wird zurückgerufen. Bis zur ersten Septemberwoche 2026 hatten 12 Marken ihre Bestände vollständig zurückgezogen, die übrigen befinden sich noch im Verfahren. Die Behörde registrierte zudem, dass 11 Unternehmen, die die 25 Zulassungen halten, Verwarnungsschreiben der regionalen Lebensmittelsicherheitsbehörde OKKPD in Abstimmung mit Bapanas erhalten haben.

Bulog-Reserven federn den Rückruf ab

Das Handelsministerium will die entfallende Menge durch Reis mittlerer Qualität aus dem SPHP-Programm ersetzen, verteilt über zwei Kanäle: den modernen Einzelhandel und die traditionellen Märkte. Man werde sich weiter mit Bapanas und dem Landwirtschaftsministerium abstimmen, damit die Regale während des Rückrufs gefüllt bleiben, sagte Budi.

  • Die staatliche Reisreserve (CBP) bei Perum Bulog lag laut Bapanas am 16. September 2026 bei rund 4,6 Millionen Tonnen.
  • Von März bis Mitte September 2026 wurden über SPHP etwa 794.000 Tonnen abgegeben.
  • Eine zusätzliche Million Tonnen SPHP-Reis wurde am 7. September 2026 in einer Koordinierungssitzung im Koordinierungsministerium für Ernährung beschlossen.

Die Zusatzmenge soll die Versorgung mit Reis mittlerer Qualität stärken und die Preise stabil halten. Auf dieser Grundlage argumentiert die Regierung, der Rückruf des angereicherten Reises lasse sich ohne Versorgungslücken für die Verbraucher abwickeln.

Strafrechtliche Prüfung und Aufsichtslücken

Es bleibt nicht bei Verwaltungssanktionen. Die Strafverfolgungsbehörden prüfen, ob der Fall strafbares Verhalten umfasst. Das Landwirtschaftsministerium arbeitet mit der Direktion für Sonderdelikte der nationalen Kriminalpolizei Bareskrim Polri und mit der polizeilichen Ernährungseinsatzgruppe Satgas Pangan zusammen. Ein Strafverfahren folgt, wenn weitere Prüfungen und wissenschaftliche Tests eine Straftat belegen. Budi erklärte, sein Ministerium respektiere das laufende Verfahren.

Der Fall lenkt den Blick auf Schwächen der indonesischen Lebensmittelaufsicht. Kontan berichtet, Beobachter sähen im Rückruf einen Beleg für Aufsichtslücken und forderten von der Regierung eine strengere Kontrolle über die gesamte Kette – von Verarbeitung und Verpackung am Anfang bis zur Distribution im Handel.

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