← Zurück zu den Nachrichten

Indonesien will Kakaoexporte in die EU mit IEU-CEPA beschleunigen

Indonesien will das Handelsabkommen IEU-CEPA nutzen, um seine Kakaoexporte in die Europäische Union auszuweiten. Das Abkommen soll im September 2026 unterzeichnet werden; die EU-Zölle auf indonesische Kakaoerzeugnisse sollen bis 2031 schrittweise auf null sinken.

Indonesien will Kakaoexporte in die EU mit IEU-CEPA beschleunigen

Handelsabkommen soll den Weg nach Europa erweitern

Indonesien will das Wachstum seiner Kakaoexporte in die Europäische Union mit dem umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen Indonesien und der EU, kurz IEU-CEPA, beschleunigen. Handelsminister Budi Santoso sagte, die Regierung hoffe auf eine Unterzeichnung im September 2026. Damit soll ein breiterer Zugang zu einem der weltweit größten Verbrauchermärkte entstehen.

Auf einer internationalen Kakaokonferenz am 23. Juli 2026 in Jetis, Yogyakarta, bezeichnete Budi Produktivitätssteigerungen im Anbau und in der Verarbeitung als unmittelbare Priorität. Indonesien produziert Kakaobohnen und verfügt zugleich über eine etablierte Verarbeitungsindustrie. Als nächste Herausforderung sieht die Regierung die Erweiterung der Exportmärkte.

Nach Angaben von detik.com hat Indonesien bereits 25 Handelsabkommen umgesetzt. IEU-CEPA gilt als zusätzliche Chance für die heimische Kakaoindustrie, insbesondere weil Einfuhrzölle indonesische Produkte gegenüber konkurrierenden Lieferanten in Europa bislang benachteiligen.

Zölle sollen bis 2031 auf null fallen

Jeffrey Haribowo, Vorsitzender des indonesischen Kakaoverbands Askindo, erklärte, IEU-CEPA werde die Wettbewerbsfähigkeit indonesischer Kakaoerzeugnisse auf dem europäischen Markt verbessern. Nach dem erwarteten Zeitplan sollen die Zölle schrittweise sinken und 2031 null erreichen.

Laut Jeffrey verliert indonesischer Kakao in Europa an Wettbewerbsfähigkeit, weil weiterhin Einfuhrzölle anfallen, während Erzeugnisse aus einigen anderen Anbauländern günstiger behandelt werden. Ein Nullzoll würde Indonesien bei der tariflichen Behandlung mit konkurrierenden Ursprungsländern gleichstellen und den Verarbeitern mehr Spielraum im Wettbewerb um europäische Käufer geben.

Für die Verarbeitungsindustrie ist das Abkommen besonders relevant. Jeffrey zufolge werden bereits rund 90 % der indonesischen verarbeiteten Kakaoerzeugnisse im Ausland verkauft. Ein besserer Zugang zu Europa würde damit keine Exportstruktur von Grund auf schaffen, sondern eine stark von der Auslandsnachfrage abhängige Branche weiterentwickeln.

Die Produktion soll im Land bleiben

Budi sagte, die Regierung wolle die gesamte Wertschöpfungskette von den Plantagen bis zu den Verarbeitungsbetrieben in Indonesien entwickeln, während die Auslandsmärkte die fertigen Erzeugnisse abnehmen. Dadurch sollen mehr Produktionsschritte im Land bleiben und sowohl die Landwirtschaft als auch die Industrie gestärkt werden.

Die Strategie verbindet Handelspolitik und Produktivität. Ein präferenzieller Marktzugang verbessert die Zollbedingungen, doch höhere Verkäufe setzen auch ein ausreichendes Bohnenangebot, gleichbleibende Qualität und wettbewerbsfähige Verarbeitungsbetriebe voraus. Der Minister nannte außerdem die Vereinigten Staaten als großen Markt, auch wenn sich die aktuelle Initiative auf die EU konzentriert.

EUDR-Konformität bleibt Voraussetzung für den Zugang

Indonesien bereitet sich zudem auf die EU-Entwaldungsverordnung EUDR vor, damit die Anforderungen den Kakaoversand nicht beeinträchtigen. Budi zufolge entwickelt die Regierung bereits ein System zur Rückverfolgbarkeit der Lieferkette, obwohl die detaillierten technischen Vorgaben noch nicht vorliegen.

Der Austausch mit der EU läuft über die indonesischen Vertreter in Brüssel weiter. Für Exporteure und Verarbeiter wird die Rückverfolgbarkeit ebenso wichtig sein wie der Zollvorteil. Niedrigere Zölle verbessern zwar die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, doch der Zugang zu europäischen Kunden hängt weiterhin vom Nachweis EU-konformer Lieferketten ab.

Die konkrete Chance für Indonesiens Kakaoindustrie wird daher vom Zusammenspiel zwischen IEU-CEPA und der Vorbereitung auf die EUDR bestimmt. Das Abkommen könnte den Zollnachteil bis 2031 schrittweise beseitigen, während ein wirksames Rückverfolgbarkeitssystem den tatsächlichen Marktzugang sichern würde. Für dauerhaft höhere Verkäufe in Europa benötigen Produzenten und Verarbeiter beides.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.