Indonesien verhandelt Marktzugang für Pflanzenprodukte mit 13 Ländern
Die indonesische Quarantänebehörde Barantin verhandelt mit 13 Ländern über den pflanzengesundheitlichen Exportzugang, darunter Mango und Wasabi nach Australien, Mango und Melone nach Japan sowie frische Durian und Zuckermais nach China. Bei Produkten mit bereits bestehenden Protokollen wachsen die Mengen steil, während der vereinbarte Ananas-Zugang nach Neuseeland und in die USA bislang keine einzige Lieferung hervorgebracht hat.
Die indonesische Pflanzenquarantänebehörde verhandelt mit 13 Ländern über den Exportmarktzugang für pflanzliche Erzeugnisse. Das berichtet UKM Indonesia unter Berufung auf eine Präsentation des Direktorats für Risikomanagement der Pflanzenquarantäne der Badan Karantina Indonesia (Barantin) beim Exporttreffen From Local to Global, das im September 2026 gemeinsam mit Smesco Indonesia stattfand.
Die Gespräche umfassen Mango und Wasabi nach Australien, Mango und Melone nach Japan, frische Durian und Zuckermais nach China sowie verschiedene Zierpflanzen nach Argentinien, Chile und Uruguay.
Worüber verhandelt wird
Barantin ist die Behörde, die den grenzüberschreitenden Verkehr von Pflanzen und Tieren kontrolliert. Das ist eine andere Funktion als die der Zollverwaltung Bea Cukai, die für Abgaben und Zollpapiere zuständig ist. Die Marktzugangsverhandlung steht vor jeder legalen Lieferung: Jedes Einfuhrland legt seine Quarantänebedingungen produktweise fest, um Schädlinge und Pflanzenkrankheiten fernzuhalten.
- Australien: Mango und Wasabi
- Japan: Mango und Melone
- China: frische Durian und Zuckermais
- Argentinien, Chile und Uruguay: Zierpflanzen
Die Liste ist von jenen Produkten zu unterscheiden, deren Protokolle bereits vereinbart sind und angewendet werden. Tiefgekühlte Durian geht unter einem förmlichen Protokoll nach China, ebenso Mangostan und Porang. Die Karte der 13 Länder umfasst Produkte, die noch verhandelt werden oder deren Zugang wieder geöffnet wird, also Wege, die Exporteure derzeit nicht nutzen können.
Vier Stufen bis zur ersten Lieferung
Barantin benennt vier Schritte, die abgeschlossen sein müssen, bevor ein Produkt legal in einen Zielmarkt geliefert werden darf:
- Antrag auf Marktzugang beim Partnerland, in der Regel ausgehend von Landwirten, Exporteuren, Regionalregierungen oder Ministerien;
- Aufbereitung der technischen Produktinformationen für die Schadorganismus-Risikoanalyse des Ziellandes;
- technische Verhandlungen mit der National Plant Protection Organization (NPPO) des Partnerlandes, der dortigen Quarantänebehörde;
- technische Begleitung von Landwirten, Erzeugergruppen und Exporteuren, damit die Anforderungen bei Öffnung des Zugangs erfüllt sind.
Der Zeitplan lässt sich nicht im Voraus festlegen, das Verfahren kann Jahre dauern. Die Verhandlungen über Mangostan nach Australien stockten, weil indonesische Plantagen die Anforderungen an die Methylbromid-Begasung nicht erfüllten; Lieferungen wurden erst nach der Überarbeitung des Protokolls im Januar 2026 möglich.
Vereinbarter Zugang ist noch kein Handel
Der umgekehrte Fall ist für die Bewertung dieser Märkte ebenso aufschlussreich. Der Zugang für Ananas nach Neuseeland und in die Vereinigten Staaten wurde 2024 und 2025 vereinbart, die realisierten Mengen liegen jedoch weiterhin bei null. UKM Indonesia führt das auf geringes Interesse der Exporteure und Engpässe bei der Rohwarenversorgung zurück. Protokolle schaffen das Recht zu liefern, aber weder Ware noch Käufer noch Margen.
Mengen und makroökonomischer Rahmen
Wo Zugang und Nachfrage bereits zusammenfallen, fällt die Mengenreaktion steil aus. Die Mangostan-Exporte stiegen von rund 44 Millionen Kilogramm im Jahr 2023 auf mehr als 915 Millionen Kilogramm im Jahr 2025, Salak legte im gleichen Zeitraum von 2,3 Millionen auf 557,6 Millionen Kilogramm zu. Der Bericht verbindet die Entwicklung bei Mangostan mit deren Positionierung als hochpreisiges Superfood auf dem Weltmarkt.
Auf Makroebene erreichte der Wert der indonesischen Agrarexporte im ersten Halbjahr 2026 2,58 Milliarden US-Dollar, angeführt von Kaffee mit 786,2 Millionen US-Dollar. Diese Zahl bezieht sich auf einen anderen Zeitraum und eine andere Quelle als der BPS-Bericht vom Juni 2026, der einen Rückgang des Agrarsektors um 11,36 Prozent gegenüber dem Vorjahr wegen schwächerer Kaffee- und Gewürzergebnisse auswies. Laut Bericht ist das nicht als Schwäche des Gartenbaus zu lesen.
Erzeugern, deren Produkte nicht auf der Liste der 13 Länder stehen, wird empfohlen, die nächstgelegene technische Einheit von Barantin oder karantinaindonesia.go.id zu kontaktieren, da der Zugang für manche Produkte bereits aktiv sein kann.