Indonesien unterstützt Kokosverarbeitungswerk für 47 Millionen $ in Morowali
PT Freenow Food Industry hat in Morowali ein integriertes Kokosverarbeitungswerk mit geplanten Investitionen von 776 Milliarden Rp oder 47 Millionen $ in Betrieb genommen. In der ersten Phase sollen jährlich rund 184.000 Tonnen Kokosnüsse verarbeitet werden; bei voller Auslastung entspricht der Rohstoffbedarf 500 Millionen Kokosnüssen pro Jahr.
Regierung unterstützt Investition in die Kokosverarbeitung
Die indonesische Regierung hat den Betriebsstart der integrierten Kokosverarbeitungsanlage von PT Freenow Food Industry in Morowali in der Provinz Zentralsulawesi begrüßt. Laut ANTARA sind für das Projekt Investitionen von rund 776 Milliarden Rp vorgesehen, was 47 Millionen $ entspricht. Zudem sollen fast 2.900 Arbeitsplätze entstehen.
Das Werk wurde am 7. September 2026 offiziell eingeweiht. Investitions- und Weiterverarbeitungsminister Rosan Roeslani ordnete den Betrieb in die Regierungsstrategie zum Ausbau der heimischen Verarbeitung im Plantagensektor ein. Damit soll ein größerer Teil der Wertschöpfung indonesischer Agrarrohstoffe im Land bleiben und zugleich Beschäftigung, Einkommen der Kokosbauern und die Verarbeitungsindustrie gestärkt werden.
Freenow will das Vorhaben in drei Stufen zu einem integrierten Betrieb von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endprodukt ausbauen. Rosan, zugleich Leiter der Investitionskoordinierungsbehörde und CEO von Danantara, sagte, die Regierung werde weiterhin ein Investitionsumfeld fördern, in dem Unternehmen gemeinsam mit der indonesischen Wirtschaft wachsen können.
Erste Phase zielt auf 184.000 Tonnen jährlich
In der Anfangsphase produziert das Unternehmen Kokosmilch, Kokoswasserkonzentrat, Kokosöl und Holzkohle aus Kokosnussschalen. Später sollen höherwertige Erzeugnisse hinzukommen, darunter kokosbasierte Milchgetränke und trinkfertige Getränke für Exportmärkte. Produktionsmengen und Zielländer dieser Exportlinien wurden nicht genannt.
Die Anlage soll nahezu alle Bestandteile der Kokosnuss nutzen. Fruchtfleisch und Wasser fließen in die Lebensmittel- und Getränkeproduktion, während Schalen und Fasern als Rohstoffe für weitere Verarbeitungserzeugnisse dienen. Dieses integrierte Modell kann Restabfälle reduzieren und dem Verarbeiter mehrere Erlösquellen aus demselben Agrarrohstoff eröffnen.
ANTARA zufolge wird die erste Phase jährlich rund 184.000 Tonnen Kokosnüsse aufnehmen. Bei Vollbetrieb soll der jährliche Rohstoffbedarf dem Volumen von 500 Millionen Kokosnüssen entsprechen. Die Erweiterung wird den Beschaffungsbedarf gegenüber der Anlaufphase somit erheblich steigern; einen Zeitplan für das Erreichen der vollen Kapazität nannte die Quelle jedoch nicht.
Beschaffung bindet Bauern und lokale Lieferanten ein
Nach dem vollständigen Ausbau sollen bis zu 10.000 Bauern und Mitglieder lokaler Gemeinden beteiligt sein. Rosan forderte gesicherte Abnahmen und faire Preise für Erzeuger sowie Unterstützung bei der Erneuerung kleinbäuerlicher Plantagen. Auch kleine und mittlere Unternehmen sowie lokale Lieferanten sollen in die Lieferkette eingebunden werden.
Für die Bauern hängt der wirtschaftliche Nutzen davon ab, wie Lieferverträge, Qualitätsvorgaben und Sammelnetze umgesetzt werden. Ein Werk mit einem Jahresbedarf von umgerechnet 500 Millionen Kokosnüssen braucht eine verlässliche Rohstoffbasis; Produktivität und Plantagenerneuerung werden daher die Kapazitätsauslastung beeinflussen. Die Nutzung von Fruchtfleisch, Wasser, Schalen und Fasern erweitert Freenows Sortiment und kann die Abhängigkeit von einzelnen Lebensmittel-, Getränke-, Öl- und Holzkohlemärkten begrenzen.
Das Projekt schafft außerdem Verarbeitungskapazität außerhalb der größten etablierten Industriezentren Indonesiens. Die geplanten Exportprodukte könnten den Anteil der Kokoserzeugnisse erhöhen, die verarbeitet statt als unbearbeiteter Rohstoff verkauft werden. ANTARA nannte jedoch weder erwartete Exporterlöse noch Starttermine der späteren Phasen oder den für den Inlandsmarkt vorgesehenen Produktionsanteil. Die Handelswirkung bleibt damit vom Ausbaufortschritt und vom Zugang zu ausländischen Kunden abhängig.
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