Indonesien überholt China als größter Absatzmarkt für australische Tafeltrauben
Indonesien nahm 2025/26 insgesamt 28.789 Tonnen australische Tafeltrauben ab und überholte erstmals China mit 28.003 Tonnen. China blieb beim Warenwert knapp vorn, während der erweiterte Zugang zu Japan die Diversifizierung stützte.
Indonesien übernimmt die Mengenführung
Indonesien war 2025/26 erstmals Australiens größter Exportmarkt für Tafeltrauben nach Menge und löste damit China als langjähriges Zentrum des Auslandsgeschäfts ab. Nach den Global Trade Data von Agronometrics gingen 28.789 Tonnen nach Indonesien und 28.003 Tonnen nach China. Fresh Fruit Portal berichtete, Jeff Scott, CEO der Australian Table Grape Association, habe den Wechsel am 26. August 2026 in einem Interview mit FreshPlaza bestätigt.
Der Abstand betrug lediglich 786 Tonnen, doch der Führungswechsel erfolgte in einem schwachen australischen Erntejahr. Laut Fresh Fruit Portal sank die Exportmenge 2025/26 wegen Rodungen, der Umstrukturierung von Rebflächen und überdurchschnittlicher Niederschläge um 16,3 Prozent. Das Portal berief sich dabei auf USDA FAS Canberra. Der Exportwert gab nur um 5,9 Prozent nach, da Preise und Absatzmix den Mengenrückgang teilweise auffingen.
Beim Umsatz behielt China einen knappen Vorsprung. Die australischen Lieferungen dorthin hatten einen Wert von 78,7 Millionen $, gegenüber 76,1 Millionen $ für Indonesien. Mit 2,81 $ je Kilogramm lag der Durchschnittspreis in China über den 2,64 $ je Kilogramm in Indonesien, sodass China trotz der geringeren Menge wertmäßig der größere Markt blieb.
Chinesisches Angebot verschärft den regionalen Wettbewerb
Die Verschiebung folgt auf mehrere Jahre zunehmenden Drucks auf Australiens traditionelle Exportkanäle. Auf dem Höhepunkt 2019/20 nahm China mehr als 40 Prozent aller australischen Tafeltraubenlieferungen ab. Australiens Gesamtexporte erreichten damals 149.076 Tonnen, gingen 2020/21 aber um fast 20 Prozent zurück. Nach einer teilweisen Erholung fielen die Ausfuhren 2023/24 erneut um 18,6 Prozent auf 106.473 Tonnen.
Fresh Fruit Portal führte die Entwicklung auf den raschen Ausbau der chinesischen Traubenproduktion zurück, insbesondere bei kernlosen Sorten. Chinesische Exporte drangen zudem während des australischen Absatzfensters von Januar bis Mai stärker in benachbarte Märkte vor. Von 2022/23 bis 2023/24 sanken Australiens Lieferungen nach China um 27 Prozent, nach Vietnam um 49 Prozent und nach Thailand um 39 Prozent. Zwischen 2022/23 und 2024/25 stiegen die chinesischen Traubenmengen in diesem Zeitraum in Vietnam um 193 Prozent und in Thailand um 33 Prozent.
Indonesien erwies sich als widerstandsfähiger und wuchs auch in schwächeren australischen Saisons. Der durchschnittliche FOB-Exportpreis sank 2024/25 dennoch auf 2,59 $ je Kilogramm, den niedrigsten Wert im genannten Datensatz, und erholte sich 2025/26 auf 2,91 $. Damit lag er nahe den 2,92 $ von 2023/24. Die längerfristige Korrektur traf somit vor allem die Menge und weniger den Stückwert.
Japan schafft einen höherpreisigen Absatzkanal
Australiens Gesamtexporte erholten sich 2024/25 auf 139.272 Tonnen und einen Wert von 361 Millionen $. Japan trug wesentlich dazu bei. Mit dem vollständigen Sortenzugang im Juli 2024 öffnete das Land seinen Markt erstmals für mehr als 130 australische Sorten. Die Lieferungen nach Japan stiegen von 3.819 Tonnen 2023/24 auf 11.756 Tonnen 2025/26.
Japan bot zugleich höhere Erlöse. Der durchschnittliche FOB-Preis australischer Trauben stieg dort von 2,52 $ auf 3,07 $ je Kilogramm. Indonesiens Mengenwachstum und Japans Preisprämie eröffnen Erzeugern und Exporteuren Alternativen zu China. Der geringe Abstand zwischen Indonesien und China sowie der jüngste Produktionsrückgang lassen die Branche jedoch weiterhin anfällig für Wetter und regionalen Wettbewerb. Australiens gegenläufiges Saisonfenster und sein Ruf als sauberer, sicherer Produzent bleiben Vorteile; über die Dauerhaftigkeit der Neuausrichtung entscheiden aber Marktzugang, Sortenwahl und Preise.