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Indonesien sucht nach Verlust von 25 % der Importquellen neue Öllieferanten

Indonesien spricht ölproduzierende Länder mit freien Mengen an, nachdem der Konflikt im Nahen Osten 25 % seiner Importquellen wegfallen ließ. Direktkäufe könnten teurer als reguläre Ausschreibungen werden, während die subventionierten Kraftstoffpreise stabil bleiben sollen.

Indonesien ersetzt ausgefallene Öllieferungen

Indonesien sucht neue Lieferanten, nachdem das Land infolge des Konflikts im Nahen Osten 25 % seiner Ölimportquellen verloren hat, teilte das Ministerium für Energie und Bodenschätze mit. Der Generaldirektor für Öl und Gas, Laode Sulaeman, erklärte, die Regierung müsse Ersatzladungen beschaffen, um die nationalen Vorräte zu sichern. Die Unterbrechung zwingt die Behörden, Länder mit überschüssigem Öl direkt anzusprechen, statt sich auf das etablierte Beschaffungsverfahren zu verlassen.

Katadata zufolge hatte Pertamina Importmengen bisher über Ausschreibungen beschafft. Unter den aktuellen Marktbedingungen hätten sich jedoch keine Bieter gefunden. Indonesien ist deshalb zu einer direkten Suche übergegangen: Die Regierung identifiziert Länder mit verfügbaren Beständen und verhandelt über Käufe. Laode räumte ein, dass diese Mengen teurer sein könnten als Öl aus regulären Beschaffungsverfahren. Versorgungssicherheit hat damit Vorrang vor dem niedrigsten Ausschreibungspreis.

Alternativen auf vier Kontinenten

Auslöser sind die Turbulenzen bei Lieferungen aus dem Nahen Osten und rund um die Straße von Hormus. Energieminister Bahlil Lahadalia nannte die USA, Brasilien, Nigeria und Australien als mögliche Alternativen. Republika hatte zuvor berichtet, dass die Regierung auch Angola und Russland angesprochen und russische Rohöllieferungen für ein Jahr gesichert habe.

Die Diversifizierungspläne sehen eine deutliche Ausweitung der Käufe aus den USA vor. Laut Katadata deckt US-Rohöl derzeit etwa 4 % des indonesischen Inlandsbedarfs; dieser Anteil soll auf 40 % steigen. Bahlil hatte außerdem den geplanten Kauf von US-Mineralölprodukten im Wert von 15 Milliarden US-Dollar angekündigt. Mit der höheren US-Quote sollen Mengen aus dem Nahen Osten, Afrika und Südostasien sinken, obwohl Nigeria und Angola wichtige Lieferanten außerhalb des Nahen Ostens bleiben.

Von detikFinance veröffentlichte Zahlen zeigen den bisherigen Liefermix. Von April 2025 bis März 2026 lieferte Nigeria 34,07 Millionen Barrel oder 25 % der indonesischen Rohölimporte. Aus Angola kamen 28,50 Millionen Barrel beziehungsweise rund 21 %, aus Saudi-Arabien ebenfalls 28,50 Millionen Barrel oder etwa 19 %. Weitere Länder steuerten 47,40 Millionen Barrel beziehungsweise rund 35 % bei. Indonesien hatte seine Beschaffung damit bereits auf mehrere Länder verteilt, doch der Ausfall verfügbarer Quellen erzeugt dennoch eine dringende Versorgungslücke.

Höhere Kosten treffen auf ein großes Defizit

Die Differenz zwischen Verbrauch und heimischer Förderung verstärkt die Abhängigkeit. Republika bezifferte den indonesischen Ölverbrauch auf etwa 1,6 Millionen Barrel pro Tag und die inländische Förderung auf rund 605.000 Barrel pro Tag. Daraus ergibt sich ein Importbedarf von ungefähr 1 Million Barrel pro Tag. Ersatzsorten müssen zudem für indonesische Raffinerien geeignet sein und über praktikable Routen eintreffen. Ein Überschuss beim Verkäufer allein reicht deshalb für eine Beschaffungsentscheidung nicht aus.

Die Regierung will die Preise für subventionierten Diesel und Benzin unverändert lassen, da diese Kraftstoffe wichtige Betriebsmittel für Fischer und Landwirte sind. Höhere Rohöl- und Logistikkosten können damit möglicherweise nicht direkt an diese Verbraucher weitergegeben werden. Pertamina und der Staat müssen zwischen einem Aufpreis für sofort verfügbare Mengen und dem Risiko knapperer Raffinerierohstoffe und Kraftstoffbestände abwägen. Diversifizierung verringert die Abhängigkeit von einer gestörten Route, doch Direktverhandlungen in einem angespannten Markt schwächen Indonesiens Verhandlungsposition, solange reguläre Ausschreibungen keine Anbieter anziehen.

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