Indonesien startet Bau einer Kohle-zu-Methanol-Anlage mit 2 Millionen Tonnen Kapazität
Indonesien hat in Ost-Kalimantan mit dem Bau eines Kohlevergasungskomplexes für rund 2 Millionen Tonnen Methanol pro Jahr begonnen. Die Anlage soll jährlich 7,70–7,78 Millionen Tonnen niederkalorische Kohle verarbeiten und Importe ersetzen, die 2025 einen Wert von 7,1 Billionen Rp hatten.
Baubeginn in Kutai Timur
Indonesien hat in Kutai Timur in der Provinz Ost-Kalimantan den Grundstein für eine Kohlevergasungsanlage mit einer geplanten Jahresproduktion von rund 2 Millionen Tonnen Methanol gelegt. Laut Liputan6.com gab der stellvertretende Minister für Energie und Bodenschätze, Yuliot Tanjung, im Batuta Chemical Industrial Park im Bezirk Bengalon den offiziellen Startschuss.
Das Vorhaben ist als nationales strategisches Projekt eingestuft und beansprucht rund 93 Hektar. Entwickelt wird der Komplex von PT Bumi Etam Chemical, einem Gemeinschaftsunternehmen von PT Arutmin Indonesia und PT Kaltim Prima Coal. Die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen.
BEC-Präsident Rio Supin erklärte, das Projekt sei nach der Ausarbeitung des Front-End Engineering Design und einer Rahmenvereinbarung für Planung, Beschaffung, Bau und Inbetriebnahme mit PT Istana Karang Laut und China National Chemical Engineering Co., Ltd. in die technische Planungsphase eingetreten. Die Vereinbarungen bestehen seit dem 29. Juli 2026.
Neuer Absatzkanal für niederkalorische Kohle
Die Anlage soll pro Jahr 7,70–7,78 Millionen Tonnen Kohle verarbeiten. Als Rohstoff ist Kohle mit einem Heizwert von 3.400 kcal/kg vorgesehen. Damit entsteht ein großer, fest gebundener Absatzmarkt für die niederkalorischen Vorkommen in Kalimantan und Sumatra.
Die Kohle soll in Methanol nach den Qualitätsvorgaben der International Methanol Producers and Consumers Association umgewandelt werden. Die gesamte Produktion ist für den indonesischen Binnenmarkt bestimmt, insbesondere für die Petrochemie und die Herstellung von Formaldehyd.
Zum Komplex gehören Vergasungsanlagen, Synthesereaktoren, Stromerzeugung, Wasseraufbereitung und ein Hafenterminal. Nach Angaben von Liputan6.com ist eine Technologie zur Emissionskontrolle vorgesehen, die mit Carbon Capture and Storage verbunden werden soll. Investitionssumme, Finanzierungsstruktur und geplante CO2-Abscheidemenge wurden nicht genannt.
Importersatz und Versorgung der Chemieindustrie
Indonesien importierte 2025 laut Liputan6.com 1,3 Millionen Tonnen Methanol im Wert von rund 7,1 Billionen Rp. Die Regierung erwartet, dass die heimische Produktion durch die geringere Importabhängigkeit jährlich bis zu 7,1 Billionen Rp an Devisen einsparen kann.
Die geplante Kapazität liegt 700.000 Tonnen über dem ausgewiesenen Importvolumen von 2025. Die Anlage könnte somit sowohl bestehende Importe ersetzen als auch zusätzliche Nachfrage bedienen. Der tatsächliche Effekt hängt jedoch von der Auslastung, dem Wachstum des Binnenverbrauchs, den Preisen und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab.
Neben Petrochemie und Formaldehyd soll das Methanol die Produktion von Fettsäuremethylestern und das B50-Programm unterstützen. Yuliot zufolge soll das Projekt die Wertschöpfung aus indonesischen Rohstoffen erhöhen, die heimische Industrie stärken sowie Arbeitsplätze und Zulieferbetriebe schaffen. Die Regierung von Präsident Prabowo Subianto will den Komplex zudem als Vorbild für weitere Kohleunternehmen nutzen, die niederkalorische Kohle weiterverarbeiten.