Indonesien prüft Palmrohstoffe als Ersatz für importiertes Sojaschrot
Indonesiens Landwirtschaftsministerium untersucht, ob Palmrohstoffe einen größeren Anteil des importierten Sojaschrots in Geflügelfutter ersetzen können. Palmkomponenten liegen derzeit bei rund 5 %, während Sojaschrot 25 % des Broiler- und 20 % des Legehennenfutters ausmacht.
Forschung sucht eine Alternative auf Palmbasis
Indonesiens Landwirtschaftsministerium prüft, ob sich ein größerer Teil des importierten Sojaschrots in Geflügelfutter durch Rohstoffe auf Palmbasis ersetzen lässt, berichtet InfoSAWIT. Die Forschung erfolgt gemeinsam mit der nationalen Forschungs- und Innovationsagentur BRIN sowie Hochschulen. Ziel sind Rezepturen, die die Importabhängigkeit senken, ohne Ernährung, Verdauung oder Leistung der Tiere zu beeinträchtigen.
Makmun, Direktor für die nachgelagerte Entwicklung der Tierhaltung und Tiergesundheit im Ministerium, erklärte, Palmrohstoffe könnten den Importbedarf bei Sojaschrot reduzieren, wenn ihr Anteil in den Futtermischungen auf mehr als 10 % steigt. Er äußerte sich bei einer Koordinierungssitzung zur regionalen Inflationskontrolle 2026, die am 6. Oktober 2026 über den YouTube-Kanal des indonesischen Innenministeriums übertragen wurde. Laut InfoSAWIT liegt der Anteil palmölbasierter Materialien derzeit bei rund 5 %.
Die technische Herausforderung betrifft nicht nur die Verfügbarkeit. Die Eigenschaften einzelner Palmprodukte können ihren Einsatz in Geflügelrationen begrenzen. Palmenschalen sind beispielsweise hart und müssen darauf geprüft werden, ob sie das Verdauungssystem der Hühner beeinträchtigen. Die Forschung muss deshalb eine geeignete Zusammensetzung bestimmen und klären, ob höhere Einsatzmengen ernährungsphysiologisch sicher und technisch praktikabel sind.
Importierte Rohstoffe bleiben für Broilerfutter zentral
Lokale Rohstoffe stellen rund 60 % der indonesischen Broilerfutterrezeptur. Mais ist mit 45 % die größte Komponente, Reiskleie oder andere lokale Materialien kommen auf 5 %. Palmkernschrot trägt weitere 5 % bei, ebenso Rohpalmöl oder Fett. Die Geflügelwirtschaft nutzt damit bereits Palmprodukte, allerdings in deutlich geringerem Umfang als Mais und importierte Proteinrohstoffe.
Importierte Materialien machen rund 40 % des Broilerfutters aus. Sojaschrot ist mit 25 % die größte Importkomponente, gefolgt von Trockenschlempe mit löslichen Bestandteilen mit 5 %, Fleisch- und Knochenmehl mit 3 % sowie Maisklebermehl mit 3 %. Geflügelnebenproduktmehl oder hydrolysiertes Hühnerfedermehl liefert 2 %, Mineralstoffe oder Kalzium 1 % sowie Vitamine und Futtermittelzusatzstoffe jeweils 0,5 %. Eine Substitution würde somit eine zentrale Proteinquelle und nicht lediglich einen nachrangigen Zusatzstoff betreffen.
Legehennenfutter enthält etwas mehr lokale Rohstoffe
Bei Legehennenfutter erreichen lokale Rohstoffe einen Anteil von 63 %. Mais steht erneut für 45 %, Reiskleie oder andere heimische Zutaten für 8 %. Palmkernschrot und Rohpalmöl oder Fett tragen jeweils 5 % bei. Die übrigen 37 % stammen aus Importen: Sojaschrot erreicht 20 %, Trockenschlempe mit löslichen Bestandteilen 7 %, Fleisch- und Knochenmehl sowie Maisklebermehl jeweils 3 % und Geflügelnebenprodukt- oder hydrolysiertes Federmehl 2 %. Mineralstoffe oder Kalzium kommen auf 1 %, Vitamine und Futtermittelzusatzstoffe auf jeweils 0,5 %.
Eine erfolgreiche Rezeptur könnte zusätzliche Inlandsnachfrage nach Palmderivaten außerhalb der Pflanzenöl- und Energiemärkte schaffen und zugleich die Abhängigkeit der Geflügelwirtschaft von importiertem Sojaschrot verringern. Das Ministerium hat jedoch weder einen Termin für die kommerzielle Einführung noch erwartete Importeinsparungen oder eine endgültige Ersatzquote genannt. Entscheidend wird sein, ob die Forschung belegt, dass ein höherer Palmanteil den Nährstoffbedarf deckt und die Tierleistung erhält. Bis dahin bleibt Sojaschrot ein wichtiger Bestandteil des Broiler- und Legehennenfutters.