Indonesien plant Förderung für Kokospalmen-Erneuerung und Forschung
Indonesiens Plantagenfonds BPDP bereitet Finanzierungen für die Erneuerung von Kokosbeständen, Infrastruktur, Ausbildung und Forschung vor. Das Programm soll 2026 in 17 Provinzen laufen und auf alte Palmen, niedrige Erträge sowie hohe Logistikkosten reagieren.
Plantagenfonds erweitert Förderung über Palmöl hinaus
Indonesiens Plantagenfonds BPDP bereitet mehrere Finanzierungsprogramme für die Entwicklung des Kokossektors vor. Vorgesehen sind Hilfen für die Erneuerung von Beständen, Infrastruktur, Qualifizierung, Forschung, Vermarktung und Partnerschaften. Normansyah H. Syahruddin, BPDP-Direktor für die Mittelvergabe im vorgelagerten Sektor, stellte die Pläne laut Media Perkebunan am 8. Oktober beim Weltkokostag 2026 der International Coconut Community in Manado vor.
Der Fonds wurde 2015 als indonesische Verwaltungsbehörde für den Ölpalm-Plantagenfonds BPDPKS gegründet und war zunächst auf Palmöl ausgerichtet. Die Präsidialverordnung Nr. 132 aus dem Jahr 2024 erweiterte das Mandat auf Kakao und Kokos; zugleich wurde die Institution in BPDP umgewandelt. Das Kokosprogramm soll 2026 in 17 Provinzen umgesetzt werden. In Nord-Sulawesi sind die Regierungsbezirke Nord-Minahasa und Süd-Minahasa einbezogen.
Erneuerung zielt auf alte und ertragsschwache Bestände
Indonesien verfügt nach den von Normansyah präsentierten Daten über 3,29 Millionen Hektar Kokosplantagen und produziert rund 2,70 Millionen Tonnen. Die Produktivität liegt bei mehr als einer Tonne je Hektar, wird in mehreren Anbauzentren jedoch durch alte Palmen, Schädlinge und Krankheiten begrenzt. Rund 98 % der Kokosflächen werden von Kleinbauern bewirtschaftet. Damit sind der Zugang zu Pflanzmaterial, Maschinen und technischer Beratung entscheidende Voraussetzungen für höhere Erträge.
BPDP arbeitet mit dem Landwirtschaftsministerium an der Erneuerung hochwachsender und kleinwüchsiger Kokossorten. Vorrang haben Betriebe mit alten Palmen, niedriger Produktivität oder starkem Schädlings- und Krankheitsbefall. Die Unterstützung im vorgelagerten Bereich kann Saat- und Pflanzgut, Dünger, Landmaschinen, Transporte zu den Plantagen und den Bau von Plantagenstraßen umfassen. Bauerngruppen, einzelne Landwirte und Genossenschaften können Anträge über die Generaldirektion für Plantagen des Ministeriums einreichen. Diese kann eine technische Empfehlung für die BPDP-Finanzierung erteilen.
Forschung und Logistik bestimmen die Versorgung der Verarbeitung
Das Personalprogramm des Fonds umfasst Beratungsschulungen, Bildung und Stipendien für Landwirte und ihre Familien sowie Betreuung und weitere Hilfen für Beschäftigte des Kokossektors. Die Forschungsförderung soll die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. Im vorgelagerten Bereich zählen Keimplasma, Pflanzenzüchtung, Anbau, Ernte und Saatgutproduktion zu den Schwerpunkten. Nachgelagert geht es um Nachernteverfahren, Verarbeitung, sozioökonomische Fragen, Vermarktung, Abfallverwertung und Nebenprodukte. BPDP startete 2026 eine Forschungsinitiative für Kokos und will Forschung sowie Qualifizierung weiter ausbauen.
Höhere Ernten allein werden die Versorgungsprobleme der Branche nicht lösen. Media Perkebunan berichtet, dass ein großer Teil der Kokosproduktion im Osten Indonesiens liegt, während die Verarbeitung stärker im Westen konzentriert ist. Das erhöht die Transport- und Logistikkosten. Zersplitterter Landbesitz, Engpässe in der Lieferkette und eine begrenzte Einbindung nachgelagerter Betriebe verschärfen das Problem. Nord-Sulawesi verfügt über rund 270.000 Hektar Kokosflächen und steht damit landesweit an zweiter Stelle hinter Riau mit mehr als 400.000 Hektar. Verarbeitete Waren stellen bereits rund 80 % des indonesischen Kokos-Exportwertes, ganze Kokosnüsse etwa 20 %. Zu den Handelspartnern gehören die Philippinen, China, die Niederlande und Malaysia. Erneuerung und Forschung müssen daher mit verlässlicher Sammlung, Verarbeitung und Marktzugang verbunden werden.
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