Indonesiens Parlament will Rohzucker-Importquoten kürzen, um Abfluss von Raffinadezucker zu stoppen
Der Ausschuss VI des indonesischen Parlaments fordert, dass der Staat die Zuteilung von Rohzucker-Importen direkt steuert, nachdem Kontrollberichte erneut Abflüsse von Industriezucker in den Verbrauchermarkt zeigten. Abgeordnete schlagen vor, Raffinerien bei Verstößen die Rohstoffzuteilung zu kürzen oder zu streichen. Der Rohzuckerbedarf der Branche wird auf 3,5 bis 4 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt, verteilt auf rund 11 lizenzierte Unternehmen.
Indonesiens Parlament drängt die Regierung zu einer strengeren Kontrolle der Rohzucker-Importe und der Verteilung von Raffinadezucker, nachdem Überwachungsberichte gezeigt hatten, dass Industriezucker weiterhin in den allgemeinen Verbrauchermarkt abfließt. Nasril Bahar, Mitglied des Ausschusses VI, sagte, die Arbeit laufe über den Arbeitsausschuss Zucker (Panja Gula), der nach einer gemeinsamen Sitzung mit mehreren Ministerien und der Regulierungsbehörde für Staatsunternehmen (BP BUMN) eingerichtet wurde, berichtet telusur.co.id.
Nasril äußerte sich am Dienstag, 22. September 2026, vor Journalisten im Parlamentskomplex Senayan in Jakarta. Der Ausschuss prüfe den nationalen Bedarf an Raffinadezucker und zugleich die Verteilungsprobleme bei Zucker, der gesetzlich ausschließlich der Lebensmittel- und Getränkeindustrie vorbehalten ist.
Raffinadezucker verdrängt den Weißkristallzucker der Bauern
Berichte der Generaldirektion für Verbraucherschutz und Handelsordnung (PKTN), die im Umlauf befindliche Waren überwacht, zeigen laut telusur.co.id, dass Raffinadezucker weiterhin auf den offenen Markt gelangt. Zuckerrohrbauern beschwerten sich darüber, so Nasril, weil dadurch die Abnahme des inländisch erzeugten Weißkristallzuckers - lokal gula kristal putih oder GKP genannt - gestört werde.
Die kaufmännische Logik ist einfach: Raffinadezucker ist billiger und sichtbar weißer als GKP und damit für Händler attraktiver. „Wenn die Ernte kommt, scheint die Aufnahmefähigkeit des Marktes für Weißkristallzucker aus unserem Zuckerrohranbau bei der Abnahme abgewiesen zu werden“, sagte Nasril laut telusur.co.id. todaynews.id beschreibt dieselbe Dynamik und verweist darauf, dass der niedrigere Preis und das weißere Erscheinungsbild des Raffinadezuckers die Abnahme heimischer Produktion drücken können.
Elf Raffinerien und 3,5 bis 4 Millionen Tonnen Rohzucker
Nach Angaben von Nasril verfügen derzeit rund 11 Raffineriebetriebe über Genehmigungen zum Import von Rohzucker. Bei der Integration von Zuckerrohrplantagen und Verarbeitungsanlagen gebe es weiterhin Probleme - eine Auflage, die die Raffinerien erfüllen müssten und die der Staat über seine Unternehmen durchsetzen solle.
Die wichtigsten Zahlen beider Publikationen:
- Rohstoffbedarf der Raffinerieindustrie: geschätzt 3,5 bis 4 Millionen Tonnen pro Jahr
- Unternehmen mit Rohzucker-Importgenehmigung: etwa 11
- Als Kandidaten für die Importfunktion genannte Staatsunternehmen: PT Rajawali Nusantara Indonesia (RNI)/ID FOOD und Perusahaan Perdagangan Indonesia (PPI)
Der Ausschuss VI will, dass der Staat die Führung bei der Steuerung der Zuckerimporte und bei der Zuteilung von Rohzucker an die Raffinerien übernimmt. Nasril betonte, die Entscheidung darüber, welches Staatsunternehmen die Importfunktion erhält, liege vollständig bei BP BUMN und richte sich nach Kapazität und Bereitschaft der jeweiligen Firma. Zu dieser Bereitschaft werde das Parlament in den kommenden Sitzungen weitere Auskünfte einholen, berichtet todaynews.id.
Quotenkürzung als Sanktion vorgeschlagen
Sanktionen gegen Verstöße seien wiederholt verhängt worden, hätten aber ihre abschreckende Wirkung verloren, sagte Nasril. „Der Abfluss passiert tatsächlich jedes Jahr. Aber wenn Maßnahmen und Sanktionen immer wieder gegen sie verhängt wurden und sie längst immun sind - was sollen wir da sagen?“, zitiert ihn telusur.co.id. Die Steuerung der Importzuteilung könne als Disziplinierungsinstrument dienen: Erhalte ein Staatsunternehmen die Hoheit über Rohzucker-Importe, könne Raffinerien bei nachgewiesenen Verstößen die Rohstoffzuteilung gekürzt oder gestrichen werden.
Der Ausschuss VI forderte RNI/ID FOOD zudem auf, Hinweise auf Missbrauch bei der Verteilung von Raffinadezucker aktiv zu melden. Staatsunternehmen im Lebensmittelsektor hätten nicht nur eine unternehmerische Funktion, sondern seien auch mit dem Ökosystem der Zuckerrohrbauern und der nationalen Zuckerindustrie verbunden. Der Arbeitsausschuss Zucker berät weiter über den nationalen Zuckerbedarf und die Hürden in der Verteilungssteuerung.
Vollständige Marktanalyse