← Zurück zu den Nachrichten

PASPI fordert stärkere Palmöldiplomatie Indonesiens gegen Handelsbarrieren

PASPI fordert Indonesien zu einer vorausschauenden Palmöldiplomatie auf, um diskriminierende Handelsmaßnahmen frühzeitig zu erkennen. Durch die Diversifizierung nach Asien, Afrika, Europa und Nordamerika sank der EU-Anteil an den Exporten auf 8–10 %.

PASPI fordert stärkere Palmöldiplomatie Indonesiens gegen Handelsbarrieren

Branche fordert Eingreifen vor Inkrafttreten neuer Regeln

Indonesien sollte angesichts zunehmender internationaler Handelsbarrieren seine Palmöldiplomatie stärken, erklärte das Palm Oil Agribusiness Strategic Policy Institute, kurz PASPI. Jakarta solle nicht erst auf bestehende Streitfälle reagieren, sondern potenziell schädliche Maßnahmen bereits während ihrer Ausarbeitung erkennen.

PASPI-Exekutivdirektor Tungkot Sipayung zufolge sollte die Diplomatie als Instrument der Marktaufklärung dienen. Ihr Erfolg bemesse sich nicht nur an der Beilegung bestehender Konflikte, sondern auch daran, ob Indonesien ausländische Maßnahmen verhindern oder abschwächen könne, die der heimischen Palmölindustrie schaden.

Der Vorschlag soll die Wettbewerbsfähigkeit eines wichtigen indonesischen Rohstoffsektors angesichts von Nachhaltigkeitsanforderungen und anderen Marktzugangsbedingungen sichern. Dafür müssten Regierung und Industrie die Gesetzgebung in Importländern genauer beobachten und früher in den Dialog eintreten.

Diversifizierung senkt Abhängigkeit von der EU

Die diplomatischen Bemühungen der vergangenen Jahre hätten bereits durch die Diversifizierung der Exportziele positive Ergebnisse erzielt, sagte Sipayung. Indonesisches Palmöl geht inzwischen nach Indien, China, Pakistan, Bangladesch, in afrikanische Staaten, in die Europäische Union und nach Nordamerika.

Auf die EU entfallen laut Sipayung derzeit nur noch 8–10 % der indonesischen Palmölexporte. Die breitere geografische Verteilung beseitigt die Abhängigkeit vom europäischen Markt. Die EU-Regulierung bleibt jedoch für Lieferanten des Wirtschaftsraums und für die internationale Debatte über Nachhaltigkeitsstandards relevant.

Alternative Absatzmärkte ermöglichen es Produzenten und Exporteuren, Mengen umzuleiten, wenn der Zugang zu einem etablierten Markt schwieriger wird. Zugleich wächst die diplomatische Aufgabe: Indonesien muss seine Beziehungen zu großen asiatischen Abnehmern pflegen, Märkte in Afrika und Nordamerika entwickeln und weiter auf europäische Vorschriften reagieren.

Staatlich unterstützte Interessenvertretung wächst

ANTARA zufolge unterstützt die Plantagenfonds-Verwaltungsbehörde BPDP die internationale Palmöldiplomatie mit Programmen, an denen Behörden, Unternehmen, Wissenschaftler und weitere Interessengruppen beteiligt sind. Dazu gehören engere Beziehungen zu wichtigen Importländern, Handelsmissionen zur Erschließung neuer Märkte sowie Klagen und Interessenvertretung gegen als diskriminierend bewertete Maßnahmen.

Hinzu kommen Kampagnen in internationalen Medien und die Unterstützung weltweiter Palmölforen und -konferenzen. Der PASPI-Ansatz soll diese Aktivitäten stärker auf Prävention ausrichten, damit Informationen aus Auslandsmärkten genutzt werden, bevor geplante Vorschriften zu dauerhaften Barrieren werden.

Reformen im Inland bleiben notwendig

Puspo Edi Giriwono, Leiter des South East Asia Food and Agriculture Science & Technology Center der IPB University, hält Palmöldiplomatie weiterhin für strategisch notwendig, weil in mehreren Ländern neue Handelshürden entstehen. Einige Nachhaltigkeitsstandards behandelten Palmöl aus seiner Sicht anders als konkurrierende Pflanzenöle.

Als Beispiel fragte Puspo Edi, warum Palmöl Nachhaltigkeits- und Entwaldungsbedingungen für den Zugang zum europäischen Markt erfüllen müsse, während für Sojaöl keine vergleichbaren Vorgaben gälten, obwohl dessen Produktion in Brasilien ebenfalls mit Entwaldung verbunden sei. Seine Kritik richtet sich damit gegen eine uneinheitliche Behandlung verschiedener Rohstoffe und nicht gegen Nachhaltigkeit an sich.

Eine stärkere internationale Diplomatie müsse zugleich mit einer besseren Steuerung der Branche in Indonesien einhergehen. Verbesserte Produktionsverfahren, höhere Produktqualität sowie glaubwürdige Umwelt- und Sozialpraktiken würden die Wettbewerbsfähigkeit und das Vertrauen ausländischer Käufer stärken. Für Produzenten, Verarbeiter und Exporteure verbindet die Strategie daher den Kampf gegen ungleiche Marktzugangsregeln im Ausland mit belastbaren Produktionsstandards im Inland.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.