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Indonesiens Palmölbestände dürften im dritten Quartal 2026 auf 1,1 Millionen Tonnen sinken

Indonesiens Palmöl-Endbestände sollen im dritten Quartal 2026 auf rund 1,1 Millionen Tonnen fallen, nachdem sie sich vorübergehend auf 1,5 Millionen Tonnen erholt haben. Laut IPOSS dürften der Inlandsverbrauch und insbesondere B50 das Angebot verknappen und die Exporte begrenzen.

Indonesiens Palmölbestände dürften im dritten Quartal 2026 auf 1,1 Millionen Tonnen sinken

Bestände bleiben unter dem Niveau von 2024–2025

Indonesiens Palmöl-Endbestände dürften im dritten Quartal 2026 auf rund 1,1 Millionen Tonnen sinken. Damit bleibt die Versorgungsbilanz in einem der wichtigsten Lieferländer des Weltmarkts angespannt. Die von Katadata Databoks veröffentlichte Prognose der Indonesia Palm Oil Strategic Studies (IPOSS) folgt auf eine voraussichtlich nur vorübergehende Erholung auf 1,5 Millionen Tonnen im zweiten Quartal.

IPOSS definiert den Endbestand als die verbleibende Menge nach Berücksichtigung von Anfangsbestand, Produktion, Importen, Inlandsverbrauch und Exporten. Im Bilanzmodell ergibt sich der Endbestand aus dem Anfangsbestand zuzüglich Produktion und Importen sowie abzüglich des Inlandsverbrauchs und der Exporte. Veränderungen einzelner Komponenten wirken sich daher direkt auf die für den Binnenmarkt und ausländische Käufer verfügbare Menge aus.

Die Untersuchung zeigt zwischen dem dritten Quartal 2024 und dem dritten Quartal 2026 einen rückläufigen Bestandstrend. Den Höchststand des Zeitraums erreichten die Vorräte im vierten Quartal 2024 mit 6,4 Millionen Tonnen. Im ersten Quartal 2025 setzte der Rückgang ein, der im ersten Quartal 2026 zu einem Tiefstand von lediglich 0,6 Millionen Tonnen führte.

Produktionserholung schafft nur vorübergehend Entlastung

IPOSS zufolge wurde der ungewöhnlich niedrige Bestand im ersten Quartal auch durch eine Revision der Exportdaten beeinflusst. Danach lagen die Ausfuhren höher als zuvor geschätzt. Höhere erfasste Lieferungen reduzieren den rechnerisch im Land verbleibenden Bestand und zeigen, dass die frühere Versorgungsbilanz die verfügbaren Vorräte überschätzt hatte.

Für das zweite Quartal 2026 prognostiziert IPOSS eine Erholung der Endbestände auf 1,5 Millionen Tonnen. Der Anstieg hängt mit der höheren Produktion nach der Katastrophe auf Sumatra Ende 2025 zusammen. Ein dauerhafter Bestandsaufbau wird jedoch nicht erwartet. Im Folgequartal sollen die Vorräte erneut sinken, wenn sich die Produktion normalisiert und der Inlandsverbrauch steigt.

Mit rund 1,1 Millionen Tonnen lägen die Bestände im dritten Quartal zwar über dem Tiefstand des ersten Quartals, aber weiterhin unter den Werten von 2024 und 2025. Laut IPOSS zeigt dieser Vergleich, dass Indonesiens Palmölbilanz auch nach der erwarteten Produktionserholung angespannt bleibt.

B50-Verbrauch könnte Exporte einschränken

Der steigende Inlandsverbrauch, insbesondere durch die Umsetzung von B50, dürfte wesentlich zum erneuten Bestandsrückgang beitragen. Wird mehr Palmöl dem Binnenmarkt zugeteilt, sinkt ohne einen ausreichenden Produktionsanstieg oder einen geringeren Verbrauch in anderen Bereichen die für den Export verfügbare Menge. IPOSS betrachtet niedrigere Exporte als logischen Anpassungsmechanismus, um die Inlandsversorgung zu sichern und einen weiteren Bestandsabbau zu verhindern.

Eine geringere indonesische Exportverfügbarkeit könnte auch den internationalen Markt für rohes Palmöl beeinflussen. IPOSS zufolge können niedrige Vorräte die Erwartungen steigender Preise verstärken, da Indonesien zu den wichtigsten Lieferanten weltweit zählt. Produzenten könnten von einer Preisstützung profitieren, während Verarbeiter und inländische Kraftstoffverbraucher auf eine ausreichende Versorgung achten müssen. Importeure und Händler müssen mit weniger indonesischen Ladungen rechnen. Produktion, B50-Nachfrage und vierteljährliche Exportmengen werden deshalb für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 zu wichtigen Marktindikatoren.

Vollständige Marktanalyse

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