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Gapki warnt Indonesien vor möglicher Palmöllücke von 27 Millionen Tonnen

Indonesien könnte mit einer Palmöl-Versorgungslücke von 27 Millionen Tonnen konfrontiert werden, falls die Produktion nicht mit der Nachfrage wächst, warnt Gapki. Ohne zusätzliche Anbauflächen müsste der CPO-Ertrag auf etwa fünf Tonnen je Hektar und Jahr steigen.

Gapki warnt Indonesien vor möglicher Palmöllücke von 27 Millionen Tonnen

Produktionswachstum könnte hinter der Nachfrage zurückbleiben

Indonesien könnte eine Palmöl-Versorgungslücke von 27 Millionen Tonnen verzeichnen, wenn das Produktionswachstum nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt hält, warnt der indonesische Palmölverband Gapki. Das Szenario geht von einer weiter wachsenden Bevölkerung aus, während die nationale Palmölproduktion nicht wesentlich zunimmt.

Gapki-Kommunikationschef Bandung Sahari erklärte, der daraus entstehende Druck könne die Fähigkeit der Branche beeinträchtigen, gleichzeitig den Inlandsverbrauch und die Exportlieferungen zu sichern. Der Verband fordert höhere Flächenproduktivität, besser qualifizierte Arbeitskräfte, technologische Innovation und eine engere Abstimmung der Politik entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Beschränkungen bei der Ausweitung der Plantagen verschärfen das Problem. Pantau berichtet, dass sich die Flächenexpansion seit Einführung eines Moratoriums für neue privatwirtschaftliche Palmölplantagen verlangsamt hat. Da nur begrenzt zusätzliche Flächen verfügbar sind, muss nach Einschätzung von Gapki mehr Öl auf den bereits bewirtschafteten Plantagen erzeugt werden.

Weniger neue Flächen erhöhen das Ertragsziel

Falls Indonesiens bepflanzte Fläche nicht wächst, müsste der Ertrag an rohem Palmöl laut Bandung etwa fünf Tonnen je Hektar und Jahr erreichen, um die Nachfrage zu decken. Damit werden die Erneuerung alter Plantagen, geeignete Agrartechnik und eine kontrollierte Flächenbewirtschaftung entscheidend. Gapki nannte allerdings weder einen Termin für das Ertragsziel noch den Zeitraum, in dem die prognostizierte Lücke entstehen könnte.

Der Verband fordert außerdem strengere Kontrollen bei der Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen, damit produktives Land nicht fortlaufend für andere Zwecke verloren geht. Bildungs- und agrartechnische Innovationszentren sollen gestärkt werden, ebenso die institutionellen Kapazitäten, Fachkenntnisse und unternehmerischen Fähigkeiten der Landwirte. Investitionen und unterstützende Infrastruktur seien ebenfalls nötig, um vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.

Produktivitätssteigerungen müssen nach Bandungs Worten mit ökologischer Nachhaltigkeit vereinbar bleiben. Die Branche muss somit mehr produzieren, ohne sich stark auf neue Plantagenflächen zu stützen oder Nachhaltigkeitsstandards zu schwächen. Dadurch gewinnen hochwertiges Pflanzmaterial, Feldmanagement, qualifizierte Arbeitskräfte und der Technologieeinsatz an Bedeutung.

Globale Versorgung und Verarbeitungskapazitäten betroffen

Gapki beziffert das weltweite Palmölangebot auf rund 85 Millionen Tonnen. Indonesien liefert davon etwa 49 Millionen Tonnen oder 58 %. Bandung zufolge entfallen zudem 22 % des gesamten globalen Pflanzenölangebots auf das Land. Die Produktionsaussichten betreffen deshalb nicht nur den Binnenmarkt, sondern auch die weltweite Verfügbarkeit von Pflanzenölen und palmölverarbeitende Branchen von der Lebensmittelindustrie bis zum Energiesektor.

Die Warnung verweist zudem auf ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Rohstoffversorgung und indonesischen Investitionen in die Verarbeitung. Laut Gapki floss ein großer Teil der jüngsten Brancheninvestitionen in nachgelagerte Bereiche. Neue Verarbeitungskapazitäten und Produktinnovationen können ihren erwarteten Nutzen jedoch nicht erreichen, wenn zu wenig Rohstoff verfügbar ist.

Die Produzenten müssen nun auf bestehenden Plantagen mehr Öl gewinnen und zugleich produktive Flächen erhalten. Verarbeiter riskieren eine schwächere Kapazitätsauslastung, falls das Rohstoffangebot nicht ausreichend wächst. Händler und internationale Käufer bleiben von der Verfügbarkeit indonesischer Ware abhängig. Da das Land mehr als die Hälfte des globalen Palmöls liefert, würde ein anhaltendes Produktionsdefizit auch die breiteren Pflanzenöl- und Energiemärkte erfassen.

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